Jubiläum der reformjugend - Gefährte 300 14.7.19

Geschrieben von hedo holland am .

- Jubiläum der reformjugend -

Nach dem 70. Geburtstag 2018 hat die reformjugend nun das 300.te Heft ihrer Zeitschrift "Gefährten" mit einem besonders umfangreichen Bundesheft gefeiert. Die neue Redaktion hat das Thema "Identifikation" gewählt. Identifikation mit dem Ich des Einzelnen und mit dem Bund.

Der Bund besteht nicht nur aus Menschen, sondern vor allem aus Wurzeln, aus Traditionen. Traditionen sind für einen Bund notwendig, können jedoch veralten. Und wenn Traditionen absterben, nicht mehr mit Leben erfüllt sind, dann sterben diese Wurzeln ab. Neue Mitglieder können sich nicht mehr identifizieren, und der Bund stirbt ab. Deshalb geht es darum, so lautet die These des großartigen Leitartikels von Simeon, (der an die sieben Jahre dabei ist oder war), dass die Traditionen sich erneuern müssen. Oder klarer gesagt, alte, liebe Gewohnheiten brauchen Anpassung an die Zeit, an die Gesellschaft, damit das Integrieren der Neuen weiterhin nicht erschwert wird. Auch können alte Traditionen durch neue abgelöst werden.

Deshalb wird von allen Wachsamkeit, Aufmerksamkeit, Überlegung, Kreativität für die eigenen Belange gefordert. 

Das Interesse, Neue zu gewinnen, hängt nicht in erster Linie von Äußerlichkeit wie Kluft ab, sondern von freundlich-freiheitlich-menschenzugewandter Atmosphäre ab. Da wird überlegt, sich dem Ausspruch Albert Schweizers "Ehrfurcht vor dem Menschen" stärker zu besinnen. Und einen toleranten und zukunftsorientierten Jugendbund.

Die Haupttraditionen der drj sind der Morgen- und Abendkreis, ein großes Silvesterfeuer, der "Gefährte", wandern, vegetarische Ernährung.  und dazu weitere "Traditiönchen" wie Summen, Samba, das "Klatsch-Danken-Hey", die Spiele Wizard und Werwolf.

Bei uns im Wandervogel e.V., den es ja erste 21 Jahre wieder gibt, der bisher hauptsächlich ein Erwachsenenbund ist, haben sich große Begrüßung, Festtafel-Ritual, Bigband und Bigbandtraining, Wandervogel-Olympiade, unsere Zeitschrift "wandervogel, der Morgenkreis - jetzt Konvent, das Mitmachtanzen mit dem Festabend, dem Jahreszeitenball, Nachtsingen in der Jurte, Tschairitual entwickelt. Dazu auch Fahrten und Blumen-, Baum- und Kräuterwanderungen. Und dazu die Polonaise des Lüttenmarker Einzugs, die Wandervogel-Olympiade und das Anstecken des Goldgreifen. Äußerlichkeiten wie Kluft mit Juja und Festkleidung zum Festabend sind in völlig ohne Zwang, aber für einige wichtig. Für unsere noch junge Aufgabe von "NaturKultur" sind wir dabei, Begegnungen, Formen, Ausdrucksweisen und Werbung zu entwickeln, bis auch hier Traditionen entstehen. 

Bisher ist über Weiterentwicklungen bei den Bünden zu Identität, Traditionen und Neuengewinnung fast nichts zu hören. Tauschen wir unsere Zeitschriften zu wenig aus? Leben Bünde auf regelmäßig Gedrucktes wie Bundeszeitschriften nicht mehr großen Wert? Werden kaum neue Traditionen, Rituale, Zeremonien geschaffen oder bleiben die regional und entstehen sie kaum auf Bundesebene? 

Es stellt sich die Frage: Können Bünde auch hier gut voneinander lernen? Ergibt sich hier eine (neue) Ebene der Zusammenarbeit? Auch zwischen Jung und Alt?      hedo

Beis einem Bund, der sich als Aufgabe versteht, der weiter leben möchte