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Schwedenlieder • wv Liederwerkstatt 5

Geschrieben von hedo holland am . Veröffentlicht in Liedtextearchiv

Die 5. Liedwerkstatt entstand nach der Schwedenfahrt 1999 mit Erweiterungen in den Jahren danach.

Wandervogel e.V. , Leisterförder Str. 23, D-19258 Lüttenmark, Tel.: 038842-20623
WV-Netz: www.wandervogel.infoDiese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Stand: 17.08.2009

 


Abends treten Elche

1. Abends treten Elche aus den Dünen, ziehen von der Palve an den Strand,
wenn die Nacht wie eine gute Mutter leise deckt ihr Tuch auf Haff und Land.

2. Ruhig trinken sie vom klaren Wasser, darin Sterne wie am Himmel steh'n,
und sie heben ihre starken Köpfe lauschend in des Sommerwindes Weh'n.

3. Langsam schreiten wieder sie von dannen, Tiere einer längst versunk'nen Zeit.
Und sie schwinden in der Ferne Nebel wie im hohen Tor der Ewigkeit.

T: Heinrich Eichen, M: Gert Lascheit

 

Aber am Abend laden wir uns ein

1. Aber am Abend laden wir uns ein, Lieder und Lachen, Rundgesang und Wein,
die haben wir mit leichter Hand dem hellen Tag geraubt,
die hängen wir, ein schönes Band, der Dunkelheit ums Haupt.

2. Hoch in die Runde schlägt die Flamme auf, Wägen und Sorgen bieten wir zum Kauf.
Das Würfelspiel der fernen Welt ist keinen Einsatz wert.
Es zahlt zurück mit falschem Geld, so man Gewinn begehrt.

3. Also ihr Freunde lobet unser Spiel, Wagnis und Einsatz seien nie zuviel.
Wie immer auch der Würfel rollt, wir lachen jeder Zahl.
Wir zahlen aus in reinem Gold, so eins wies and're mal.

4. Schlagt die Gitarren, schlagt das Trommelfell, heb Dich zum Tanze, Schwester und Gesell.
Vertausch Dein Herz voll Nüchternheit und löse Hand + Fuß!
Die Sterne leuchten alle Zeit und bieten ihren Gruß.

M: Frankreich, T: olka

 


Dank dem Feuer, das leuchtet und wärmt (-FeuerTanz-)

Ref.: Dank dem Feuer, das leuchtet + wärmt. Dank dem, der für uns singt oder schweigt.
Dank dem, das in uns und für uns brennt, /:und danke dem, der sein Gesicht uns zeigt.:/

1. Wir stehen am Steinring ums Feuer + singen das Feuerlied,
in dem mit den Jahreszeiten /:das Jahr vorüberzieht.:/

2. Der Mond schaut durch die Wolken, die Sterne wissen Bescheid
sie leuchten den Weg + bescheinen /:die Jahre, die Lebenszeit.:/

3. Frühling, Sommer, Herbst + Winter. - Das Jahr geht auf und ab.
Alles wird neugeboren /:und sinkt schließlich wieder hinab.:/

4. Wir halten uns're Laternen und singen das Feuerlied,
in dem mit den Jahreszeiten /:das Leben vorüberzieht.:/

Leiser Refrain am Anfang + am Schluß, hh 1/98

 


Der lang genug mit viel Bedacht

1. Der lang genug mit viel Bedacht des Hauses Haft ertragen,
hat über Nacht sich aufgemacht, die große Fahrt zu wagen.

2. Der sich im Dunkel abgemüht, ihn konnt kein Zwang mehr halten,
mit allem, was da grünt und blüht, ins Licht zu entfalten.

3. Gleich Vogel, Falter, Baum, und Strauch befreit von Wintersbanden,
ist er zu neuem Leben auch erwacht und auferstanden.

4. Und wenn er seine Straße zieht, wie es ihm will gefallen,
läßt er sein junges Wanderlied hell in die Weite schallen.

 

Die kleine Moorhexe

1. Die kleine Moorhexe hext im Teufelsmoor herum, dreht sich wild im Tanze rum, lacht sich schief und lacht sich krumm, wenn die Tiere ängstlich wittern und die Kinder alle zittern, hält die ganze Welt für dumm, hext herum, hext herum.

//: Hua hua hua hu, hua hua hua hu.://

2. Gegen Mitternacht jedoch fährt sie in ihr Hexenloch, füttert ihre sieben Schlangen, bringt den schnellen, starken, langen Hexenbesen in den Stall, scharrt und raschelt überall, hält die ganz Welt für dumm, hext herum, hext herum....

3. Bei dem Spuk in Moor und Sumpf ging verlorn ihr Ringelstrumpf, jener rote linksgestrickte Strumpf, den ihre Schwester schickte, hängt in einer Birke drin, flattert einsam vor sich hin, hält die ganz Welt für dumm, hext herum, hext herum....

 

Draußen, da wachsen Blaubeeren (Mazurka) (Mittsommernachtslied)

1. Draußen, da wachsen Blaubeeren am Rain, komm Herzensfreud!

Willst du mich finden? Dort sind wir allein. Komm Lilien und Akeleien, komm Rosen und blau Salbeien, komm lieblich Krausminze, komm Herzensfreud.

2. Liebliche Blumen, die locken zum Tanz. Willst, so winde ich dir einen Kranz.

3. Blumen im Kranze, die schmücken dein Haupt. Sonne geht unter, die Liebe geht auf.

4. = 1.

 

Du bindest von Blüten den Mittsommerkranz (Mittsommernachtslied)

1. Du bindest von Blüten den Mittsommerkranz, Dein Goldhaar im Nachtwinde weht. Du lachst in des Vollmondes schneeweißem Glanz, der hoch in den Bergkiefern steht. Heut Nacht sollst Du tanzen im Walde am Teich Elflangdans und Hambo im Moose so weich. Die Nacht wird Dich laden im Nebel zum Tanz, wo Ull-Stina, Kull-Lina wohnt.

2. Wir trinken zusammen Johanniskraut-Tee mit Mandeln und Nelken und Kraut. Wenn der Vollmond am Sternhimmel leuchtet wie Schnee, heut' Nacht sind wir Bräut'gam und Braut. Drum sing mir nun ein Lied, tanz mit mir einen Tanz jetzt noch am Abend unterm Mittsommerkranz. Gib ein Zeichen mir, wenn die Liebe Dir lacht, flecht Dir Blumen und Blätter ins Haar.

3. Jetzt nimmst Du den Mond von des Blauberges Kamm, der gibt Dir den festlichen Schein. Und das Elfenvolk vorn am Wasserfalldamm tanzt Reigen auf lockendem Bein. Nun fährst Du dorthin, wo die Seejungfer wohnt, wo Ull-Stina, Kull-Lina, Gull-Fina thront. Heut Nacht sollst Du schlafen am Svartrama Damm, wo Lüfte und Düfte so mild.

aus Schweden von?, D: turi + hedo

 

Einmal einfach loszusingen

1. Einmal einfach loszusingen, loszuschreien, loszuspringen, in das volle Leben greifen, zu umarmen, was gefällt

Refr: Versinkt das Gestern, versinkt das Morgen, es bleibt der Sorgen noch genug auf dieser Welt

2. Einmal einfach sich verschenken, in die Freude sich versenken, aufzuwachen, aufzulachen, aufzuatmen Du und Ich.

3. Seht die Masken, wie sie schwinden, Augen, wie sie Augen finden! Herrlich steigt und neugeboren aus den Fesseln eine Welt!

4. Einmal einfach loszusingen...

T+M: axi

 

Frühling dringt in den Norden

1. Frühling dringt in den Norden, Berg und Tal sind ein Blütenmeer geworden. Letztes Eis treibt aus dem Fluss, Vogelwerben bietet dar die Geburt wie jedes Jahr.Elche steh'n in hellem Grün im Frühling hoch im Norden.

2. Sommer erfüllt den Norden, Mücken sind zur Plage uns geworden. In den Höhen kreist der Greif. Lachse ziehn zum Laichen auf bis ans Ziel und sterben drauf. Lichter Tag nicht enden mag im Sommer hoch im Norden.

3. Herbstzeit durchjagt den Norden, erste Nächte sind frostig kalt geworden. Stürme zerr'n an gelbem Lauf, reife Früchte prahlen bunt, Bären schwelgen sich dran rund, gegen Süd die Graugans flieht zur Herbstzeit hoch im Norden.

4. Winter beherrscht den Norden, alle Wasser sind zu Kristall geworden. Wölfe heulen fern im Tal. lange Zeit Schneekönig Mond überm Land alleine thront wie ein Spuk der Nordlicht Flug im Winter hoch im Norden.

T+M: ?

 

Geht nun heim, bewahrt den Traum, den wir alle hatten

1. Geht nun heim, bewahrt den Traum, den wir alle hatten. Erde gibt für viele Raum, so für Mensch und Tier und Baum. Friede ist kein Schatten.

2. Fürchtet nun das Dunkel nicht, das uns will umfangen. Fällt die Nacht auch schwarz und dicht ist ein kleines Sternenlicht dennoch aufgegangen.

3. Viele haben es erkannt, die sich Bruder nennen. und sie gehen Hand in Hand brüderlich von Land zu Land. Keiner soll sie trennen.

4. Glaube, Liebe, Hoffnung sind die Erkennungszeichen, wehen wie ein sanfter Wind, wo sich Finsternis noch findt, muß sie ihnen weichen.

5. = 1.

T+M:?

 

Graues Moor

1. Graues Moor verschluckt unsern Schritt, verlassen sind Straße und Weg.
Seen in glattem, silbernen Weiß teilen ihr Schweigen uns mit.

Ref. //: Komm, wir wollen weiter, hinzu den den Bergen.
Wolken  und Wind geben uns das Geleit.://

2. Dunkler Fels umgibt uns're Schar, auf den Nordhängen ruht noch der Schnee.
Turmhohe Wände ragen empor, zeigen uns ihre Gefahr.

3. Grünes Meer, schon lang' unser Ziel, wir tauchen und suchen den Grund.
Fischer ziehen schweigend vorbei, sehen nicht unser Spiel.

T+M: hadi (Renate Eberhardt, fkk-hamburg, ca. 1965

 

Hast du noch nie eine Mittsommernacht? (-Mittsommernachtslied-)

1. Hast du noch nie eine Mittsommernacht im Lande der Trolle verbracht, nein? Dann halte dich zu einer Reise bereit in den Norden - zur Ferienzeit. Dann halte dich zu einer Reise bereit in den Norden - zur Mittsommernacht.

2. Weißt du, Trolle hab ich leider niemals geseh'n den Erwachsenen bleiben sie fern. Du aber kannst sie ganz sicher seh'n, denn euch Kinder mögen sie gern. Das Geheimnis, wie man Trolle sieht, das erfährst Du - in diesem Lied.

3. Wenn sich die Nacht mit dem Tage vereint und die Sonne um Mitternacht scheint, dann stellst du den Trollen ein Bastkörbchen hin mit süßen Walderdbeeren drin. Zum Dank dafür bieten die Trolle dir dann Salz und Brot - als Willkommensgruß an.

4. Sie laden dich ein bei ihnen zu sein und tanzen für dich Ringelreih'n. Dann hopsen und purzeln die Waldmännelein im Gras über Stock und Stein. Eine Mittsommernacht - ist so richtig toll, da fühlst du auch wie ein - Troll.

5. Du hast noch nie eine Mittsommernacht im Lande der Trolle verbracht, nein? Dann halte dich zu d i e s e r Reise bereit in den Norden - zur Ferienzeit! ://Dann halte dich zu einer Reise bereit in den Norden - zur Mittsommernacht! ://

T + M: Eckart Kahlhofer - Mittsommernacht - CD: Die Zottelhexe, bei Jumbo

 

Heho, ihr Kollegen vom Sommer

R: Heho, ihr Kollegen vom Sommer wir grüßen euch alle, die noch von der Sonne verlockt. Malocher und Penner, die bleiben zu Hause und alles, was sonst nur vorm Fernseher hockt.

1. Hinaus in die Sonne, die Städte umgehen, wir fahren ins Land und suchen das Glück und lassen die Arbeit des Krauters stehen. Die falschen Herzen, die bleiben zurück.

2. Wenn wir unterwegs ein paar Fahrende treffen, der duften Kunden schäbigen Rest, dann klingen die Saiten zu Liedern und Tänzen. Wir machen in zünftiges Landfahrerfest.

3. Wir haben die Not und das Unrecht gesehen, von Priestern bescholten, von Bütteln gehetzt, von Pfeffersäcken zugrundegerichtet lacht uns doch die Liebe im Grabe zuletzt.

4. Der Kunde ist König, denn er singt die Lieder der Spottdrossel, wenn der Krauter längst pennt. Die Geige, die weint, es verschmelzen die Herzen, und Liebe erwacht, wenn das Feuer nur brennt.

M: USA Volkslied, DT: hedo

 

Kuckuck ruft

1. Kuckuck ruft im Tannenwald hat ein Weibchen ins Nest genommen. Mit den lustigen Flößern ist der Sommer ins Land gekommen.

2. Springen die Burschen vom Berg herab und jauchzen im Abendglanze. Drunten die Mädchen warten schon in weißen Kleidern beim Tanze.

3. Ging ich einstmals am Ongelmafluß mit meinem Schatz zu Zweien, sah einen Vogel im Birkenbusch, tat nichts als singen und schreien.

4. Nach seinem Namen fragt ich ihn, und warum er also schreie. Liebe so sprach er dauert (---nicht--) nicht ---- nur- einen Tag oder zweie.

5. Kuckuck ruft im Tannenwald...... (Lied aus Finnland)

M: Finnland, T: ?

 

Lieber mit Händen nach Sternen greifen

R: Lieber mit Händen nach Sternen greifen und mit den Füßen im Staub

:barfuß durch moosweiche Wiesen streifen durch buntes, raschelndes Laub.:

2. Wenn Arbeit zu sehr mich weg von mir bringt, dann will ich mich nicht verkaufen,

lieber dort, wo ein Vogel noch singt singen, spazierengehn, laufen.

Wenn jeder von mir Leistung will bei Lernen, Lieben und Trinken,

treff ich mich lieber am Abend mit Dir, um zusammen zu singen.

R:

4. Wenn Liebe spröde wie Glas zerbricht, Vertrauen durch Druck zersplittert,

dann schreibe ich lieber ein Lied, ein Gedicht, damit mein Herz nicht verbittert.5. Wenn wir uns mal überfordert haben, wollen wir uns vertragen.

Wir nehmen uns dann in den Arm, um uns 'was Liebes zu sagen.

R: T + M: Hedo Holland

 

Mädel, lass zum Tanz Dich führen (Sommerversion)

1. Mädel, lass zum Tanz Dich führen, sieh der Abend kommt herbei.

Wenn die Spielleut musizieren, wird das Herz von Sorgen frei.

2. Mädel, reich mir Deine Hände, tanzen wir bis Mitternacht

tanzen durch die Sonnenwende, bis der Sommer ist erwacht

3. Mädel, reich mir Deine Hände + komm nah zu mir heran,

hat der Frühling auch sein Ende, fängt dafür der Sommer an

4. Mädel, reich mir Deine Hände, hast den Frühling mir gebracht.

Wenn der Winter hat sein Ende, kommt die Liebe in der Nacht.

5. Frühling schenkt uns seine Blumen, Sommer, Sonnenlicht + Glück,

Herbst erglüht in bunten Farben, Winter schenkt uns Weihnachtslicht.

6. Kommt herbei, ihr Musikanten, spielt auf euer schönstes Stück,

kurze Nacht hat angefangen, die Mittsommernacht bringt Glück.

7. Mädel, reich mir Deine Hände, tanzen wir bis Mitternacht,

tanzen durch die Sonnenwende bis der Sommer ist erwacht.

8. Mitternacht hat schon geschlagen, laß uns in die Wiesen gehn.

Horch, es kräht der Hahn die Stunde, Tanz ist aus, auf Wiederseh'n.

M: ?   T: Sommerversion = hedo

 

Noch lange saßen wir auf den Felsenbänken

1. Noch lange saßen wir auf den Felsenbänken dort,

und die Dämmerung wob längst ihr Kleid.

Gegen Mitternacht zogen wir schweigend weiter fort,

ja die Straße nach Norden führt weit.

 

R1 Und wenn wir fahren, treibt uns der Wind. dann weiter fort,

weht uns nach Jahren oft wieder an den alten Ort.

2. Am nächsten Tage trafen wir Holzfäller am Fluß, und sie tranken mit uns heißem Tee.

 

Später zeigten sie uns, und das war ihr Abschiedsgruß,

ihren schönsten und fischreichsten See.

 

R2 Und wenn wir fahren nehmen wir unsre Lieder mit.

Da, wo wir waren, kennt man auch uns und unser Lied.

 

3. Die Mittagssonne stach, Ottern wärmten sich am Stein, unser See lag da silbern und hell.

Alle ruhten, wie würde der Tag nun morgen sein

auf den endlose Flächen am Fjäll.

R1

T+M: mac

 

Nordwärts durch brüchige Kiefernwälder

1. Nordwärts durch brüchige Kiefernwälder stakt der Zug durch die Sümpfe.

Dunstig der Wald, von Regen weich das Brot, und naß sind unsere Strümpfe.

2. Flechtenbärte im Kiefernhaar. Verflochtene Zweige regnen Nässe.

Giftig starrt das Grün und tückisch lacht der Sumpf. Und braune Pest will uns fressen.

3. Stolpernde Schlacht im Mückensumpf von Müdigkeit zerfressen

lassen das Lachen in Ivalo und die Sonnennächte vergessen.

4. Ringsum Feinde giften uns an, und Zwietracht lauert am Graben. Doch die Kumpane Musik und Lied können allerlei Scheusal verjagen.

5. Wartet schon die Freude. Im Wunschgebirge lacht Sonne auf Klippen und Schnellen. Dort kann man jagen im Sonnenschein nach Hasen und Forellen.

6. Vorwärts nach Norden stakt der Zug, zurück bleiben Pest und Sümpfe.

Dunstig der Wald, doch ein frohes Lied erschallt. Es dampfen unsere Strümpfe.

T:HH - Für die Finnlandfahrt M: Sakasaanpolkka, Finnland

 

Nordwärts, nordwärts woll’n wir ziehen

1. Nordwärts, nordwärts woll‘n wir ziehen zu den Bergen und den Seen,

wollen neues Land erleben, woll‘n auf Fahrten gehn.

2. Wollen frei, so wie ein Vogel, wiegen uns im kalten Wind,

wolln den Ruf der Wildnis hören, wenn wir glücklich sind.

3. Wolln durch Moor und Sümpfe waten, abends legen uns zur Ruh.

Klampfen sollen leis erklingen, singen immerzu.

4. In der Kohte brennt ein Feuer, füllt uns alle mit Bedacht.

Schlaf senkt sich auf uns hernieder, doch die Wildnis wacht.

5. Käuzchenschreie, Bäume rauschen bis zu frühen Morgengrau.

Über ausgequalmtem Feuer strahlt der Himmel blau.

6. Wenn wir wieder heimwärts ziehen, sehnet jeder sich zurück,

denkt an die vergangenen Fahrten, an vergangnes Glück.

7. Nordwärts, nordwärts wolln wir wieder, zu den Bergen und den Seen,

dieses Land nochmal erleben und auf Fahrten gehn.

T+M: ?

 

Sagt der Tag nun Lebewohl

1. Sagt der Tag nun Lebewohl, wird es Zeit zur Ruh zu geh'n.

Und der Abend löscht das Licht, so, als wäre nichts gescheh'n.

Deckt das Land mit dunklem Tuch und schreibt in sein Tagebuch, was ihm wichtig sei.

2. Lust und Qual führ'n seine Hand, wenn die Feder Wort für Wort

festhält, was die Welt erlebt hier und an jedwedem Ort:

Güte, Stolz, manch noble Tat, Mißgunst, Haß und auch Verrat sind wohl stets dabei.

3. Und mit jeder Seite wird die Erinnerung verwahrt,

daß sie sich am Morgen noch dem Gewissen offenbart,

und nicht Unbequemem flieht, sich aus Gutem Hoffnung zieht, bleibt nichts einerlei.

4. Sagt der Tag nun Lebewohl, wird es Zeit zur Ruh zu geh'n.

Und der Abend löscht das Licht, so, als wäre nichts gescheh'n.

Deckt das Land mit dunklem Tuch und schreibt in sein Tagebuch, was ihm wichtig sei.

T + M von Wolfgang Rieck aus der Gruppe Liederjan und aus deren Liederbuch "Liederjans Meisterpausen" Maulwurf-Verlag, D-78196 Remchingen

 

Saßen vier beisammen

1. Saßen vier beisammen, wohl die halbe Nacht, saßen nur und sangen, und nicht einer lacht. Schauten in das Feuer, ahnten schon den Tag,

träumten Abenteuer kaum begonn'ner Fahrt.

2. Standen vier am Hafen grüßten Wind und Meer, sangen und vergaßen alles um sich her.

Möwenschrei erschreckt sie eh der Abend naht

lichtet sich der Anker, lockt zu großer Fahrt.

3. Tanz in der Taverne, Flöten-, Geigenklang. Dunkle Augensterne machen Mut und bang.

Hell die Klampfen klingen. Becher wird nicht leer.

Leise singt der Frühwind kühl von Morgen her.

4. Zogen vier zur Heimat nordwärts Tag und Nacht über Land und Meere fort in wilder Fahrt.

Letzte Wacht am Feuer, Morgenglockenklang. Abschied bringt und Trauer uns der neue Tag.

T+M: ?

 

Schilf bleicht die langen welkenden Haare

1. Schilf bleicht die langen welkende Haare strähnengleich unterm Regenwindgrau.

Schilf taucht die heißen Sommerglanztage wild in den See, die Möwe schreit rauh.

R: Kiefern im Wind, die Klippen sind wach, jäh sprüht der See ins Schilfhüttendach.

Asche ist auf die uralten Steine wie weißer Staub geweht.

2. Feuer ist in den dämmernden Stunden lange erloschen, Tag wird es schon.

Graugänse sind am Morgen gekommen welk auf der Schwelle schläft roter Mohn.

3. Ach diese letzten Tage und Stunden. Morgen ist unsre Fahrt schon vorbei.

Weit ist die alte Tür aufgesprungen. Strandhell erschallt der Herbstmövenschrei.

4. Weht aus den Fugen weit in die Ödmark. Frierend macht mich das Sturmbrausen taub.

Schlaft noch und träumt von Felsen und Mauern, legt euch im Mantel unter das Laub.

tejo - Walter Scherf

 

Sonnig begann es zu tagen

1. Sonnig begann es zu tagen, ich stand ganz früh vor der Tür,

sah nach den fahrenden Wagen, da sprach Alt-Siset zu mir:

"Siehst Du den brüchigen Pfahl dort mit unsern Fesseln umschnürt,

schaffen wir doch diese Qual fort, ran an ihn, daá er sich rührt!

R: Ich drücke hier, und Du ziehst weg, so kriegen wir den Pfahl vom Fleck

werden ihn fällen, fällen, fällen, werfen ihn faul und morsch zum Dreck.

Erst, wenn die Eintracht uns bewegt, haben wir ihn bald umgelegt,

und er wird fallen, fallen, fallen, wenn sich ein jeder von uns regt.

2. "Ach, Siset, noch ist es nicht geschafft, an meiner Hand platzt die Haut.

Langsam auch schwindet schon meine Kraft, er ist zu mächtig gebaut.

Wird es uns jemals gelingen? Siset, es fällt mir so schwer?"

"Wenn wir das Lied nochmal singen, geht es viel besser. Komm her!"

3. Der alte Siset sagt nichts mehr, böser Wind hat ihn verweht.

Keiner weiß von seiner Heimkehr, oder gar, wie es ihm geht.

Alt-Siset sagte uns allen, hör es auch du, krieg‘ es mit:

"Der morsche Pfahl wird schon fallen, wie es geschieht in dem Lied...

" D: Hein + Os Kröher

 

Steigt so ein kleiner Troll

1. Steigt so ein kleiner Troll von dem Fjell, nähert sich leis,

hat in der Hand Hexenkraut, was niemand weiß.

R: Sitzt du am Feuer, und die Lieder sind verweht, dann bleib ganz stumm.

Denn in dem Land, das dich umgibt, ist was erwacht und schleicht herum.

2. Plötzlich in deinem Nacken spürst du eiskalten Hauch,

Atem des Trolls trifft dich wie giftiger Rauch.

3. Du führst den Becher Tee nun zum Mund. Was zauderst du?

Blütenstaub im Zaubertrank raubt dir die Ruh!

4. Wenn du in dieser Nacht deinen Schlaf findest nicht mehr,

der kleine Troll macht unsre Träume so schwer.

T + M: mac

 

Über meiner Heimat Frühling seh‘ ich Schwäne nordwärts fliegen

1. Über meiner Heimat Frühling seh‘ ich Schwäne nordwärts fliegen.

Ach, mein Herz möcht sich auf grauen Eismeerwogen wiegen.

2. Schwan im Singsang deiner Lieder grüß‘ die grünen Birkenhaine.

Alle Rosen gäb ich gerne gegen Nordlands Steine.

3. Grüße Schweden, weißer Vogel, setz an meiner Statt die Füße

auf den kalten Fels der Ostsee. Sag ihr meine Grüße.

4. Grüß das Eismeer, grüß das Nordkap, sing‘ den Schären zu den Fjorden.

Wie ein Schwan sei meine Seele auf dem Weg nach Norden.

T: tusk - Eberhard Koebel

 

Um das Feuer von Ol Persson

1. Um das Feuer von Ol Persson tanzen wir den Sommertanz.

R: Und wir tanzen, Ol Persson fiedelt,

bis die Asche grau verweht.

2. Hell die Nacht + hoch die Flammen, Schritte stampfen übern Rain

3. Kracht das Feuer, weht der Nachtwind, daß die Erde lauf aufstöhnt.

4. Kratzt Ol Persson seine Geige, daß die Erde laut aufstöhnt.

5. Und nun dreht sich auch die Erde, +die Sterne dreh'n sich mit.

6. Dreh'n sich schneller, immer schneller um Ol Perssons weißen Kopf

7. Um das Feuer von Ol Persson tanzen wir den Sommertanz.

(Nach dem finnischen Lied: "Kalliolle kukkulalle, mit dem die karelische Jugend am Abend ihr offenes Volkstanzen eröffnet.) D: Helm König

 

Warum zögerst du noch?

1. Warum zögerst du noch und bleibst steh'n in der Nacht?

Tief im Wald hinterm Dorf ist der Sommer erwacht

Tritt doch näher mein Freund und reich mir deine Hand.

Komm herein in den fröhlichen Birkenring.

R: Sieh, das Glück wird vergehn, denn die Zeit bleibt nicht stehn

mit den Winden wird der Sommer vergehn.

Drum drück fest an dein Herz, was die Freude dir gibt,

komm herein in den fröhlichen Birkenring!:

2. Was die Kantele sang, darfst du glauben, mein Freund,

heut wird wahr, was du einsam im Winter geträumt!

Wenn die Liebe dir winkt, wend nicht ab deinen Blick,

komm herein in den fröhlichen Birkenring.

Finnland, Deutsche Worte: Margarethe Jehn

 

Weile an dieser Quelle

1. Weile an dieser Quelle, denn unser Frühstück ist zur Stelle

Rotwein und Pimpinelle und Bekassinchen zart und fein.

Klang, was für Flaschen sollen aus jenem Korb dem übervollen

leer in das Gras hinrollen? + schmecke, welch ein Duft so fein.

Dein Mittagswein, schäumt aus dem Krug so helle

Im Frühlingsschein. Weile an dieser Quelle,

lausch auf des Waldhorns Ton im Frein.

2. Seht, wie das Nymphlein eilet, und wie ihr Füßlein nimmer weilet,

Ei und Oliv zerteilet und schwitzt in eifrigem Pläsir.

Seht, wie ihr Brüstlein hüpfet, und sich ihr Rock beim Bücken lüpfet.

Ei, wie sie dreist entschlüpfet, faßt man ans Knie + drüber ihr.

Skol, Ulla, Skol! Laßt uns ein Schnäpslein trinken

gestrichen voll, dazu ein Stückchen Schinken, das uns vortrefflich munden soll.

3. Spielet, ihr Musikanten, laßt Lied um Lied wie Schaum aufbranden,

lachet der alten Tanten, die uns mit dürren Fingern dräu‘n.

Schwirrt wie die nächt‘gen Falter um unser Licht ihr trunk‘nen Psalter.

Bald naht sich grau das Alter, drum laßt uns heut der Lieder noch erfreu‘n.

Viel Winde wehn von unbekannten Landen, viel Jahre geh‘n.

Spielet ihr Musikanten, laßt Lied um Lied wie Schaum aufweh‘n.

T + M: Carl-Michael Bellman, D: ?

 

Wenn der Abend

1. Wenn der Abend naht ganz sacht und leis, finden wir uns ein im Feuerkreis.

R: Und wer nie an seine Freunde denkt und auch nie den roten Wein ausschenkt,

der kann bleiben, wo er ist. Drauáen weht gewiß ein kalter Wind,

doch die Feuer nicht erloschen sind, für uns Sänger, wie ihr wißt!

2. Schatten flackern am Ruinenrand. Hat das Singen dich nicht längst gebannt?

3. Wer da glaubt, er könnt' alleine geh'n, wird in dieser Welt sehr leicht verweh'n.

4. Freunde, treffen wir uns hier im Kreis, singen wir zusammen nochmals leis‘....

T+M: mac

 

Wer kann segeln ohne Wind?

1. Wer kann segeln ohne Wind, rudern ohne Ruder?

Wer kann scheiden von seinem Freund, ohne daß Tränen kommen?

2. Ich kann segeln ohne Wind, rudern ohne Ruder,

doch kann nicht scheiden von meinem Freund, ohne daß Tränen kommen!

3. Vem kan segla för utan vind? Vem kan ro utan ror?

Vem kan skiljas frän vennen sin, utan att följa tärar?

4. Jag kan segla för untan vind, jag kan ro utan aror,

men ej skiljas fran vennen min, utan att fälla tärar!

5. = 1.   

T + M: mac

 

Wir fahren in die Welt

1. Wir fahren in die Welt! Wir lassen das Zuhause und die Arbeit allein

und tauschen den Alltag gegen Abenteuer ein. Wir fahren in die Welt.

Wir fahren in die Welt! Wir lassen die Stadt- und Betonhocker zurück

und suchen auf der Fahrt das Glück. Wir fahren in die Welt!

 

R: Denn wer die Welt hat wohlbeseh'n, der kann die Menschen besser versteh'n -

mit Not, Gift und Leid, mit Freuden, Wohlstand, Glück - mit gutgeschärftem Blick.

Wem der Wind der Welt um den Kopf geweht, und wer zu sich selbst und seiner Sache steht, wer wohlgereist in jungen Jahr'n, kann sich in Ruhe paar'n!

 

2. Wir fahren in die Welt! Es gibt für uns noch viel zu seh'n, und Not und Pein sind auszusteh'n! Wir fahren in die Welt!

Wir war'n mit wenig Geld auf Fahrt durch die Welt in manchem Land vom Wasser

Bis zum Bergesrand. Wir fahren in die Welt!

M: Ganglat fran Äppelbo, Schweden, DT: hedo

 

Wir hocken hier im frohen Kreis

R: Hol Dir lieber noch 'nen Becher her, scheint Dir auch die Grabeserde schwer.

Trinke lieber noch 'nen Tschaij, dito zwei, dito drei, dann stirbst du sorgenfrei!

1. Wir hocken hier im frohen Kreis. Komm reich mir Deinen Becher her!

Da ruft der Tod: He, Nachbar, du, Dein Stundenglas ist leer!

Du, Alter, schmeiß die Krücken weg, auch Du, Du Junger folge mir,

führ hin die schönste Nymphe keck ins letzte Nachtquartier.

2. Auch Dir, der grad den Humpen schwang, den Hut im Nacken voller Neid, bald gibt man Dir beim Grabgesang ein trauerschwarz Geleit.

Und Du dort mit dem großen Maul, verziert mit Ordensband und Stern,

bedenk, der Schreiner war nicht faul, Dein Sarg ist nicht mehr fern.

3. Auch Dir, der da mit düstrem Sinn verdrossen, gallig und verstockt

in diebessich‘rer Kammer drin auf seinem Geldsack hockt..

Und Du, dem Eifersucht und Haß versäuerte den Weinpokal,

sag‘ uns gut‘ Nacht, trink‘ aus Dein Glas und weiche dem Rival.

4. Auch Du, der voller Biederkeit den guten Freund bei Tische schmäht

und ihm dadurch die Ehr‘ abschneid‘ recht scherzhaft und diskret -

Und Du, der ihn im Stiche läßt, drückt ihm mal ab und zu der Schuh,

Du faules Kuckucksei im Nest, was meinst Du wohl dazu?

5. He, Nachbar, denkst Du auch wie ich? Mir paßt die Welt, ihr Saus + Braus.

Der Weg ist gleich für Dich + mich, komm mit, trink nochmal aus!

Trink aus mit rot und weißem Wein, der Wirtin gilt der letzte Tanz,

wir sinken frei ins Grab hinein im Abendsternenglanz.

T: Carl Michael Bellmann 1750?- Ein Lied während eines Festes, in welchem der den Gästen den unausbleiblichen Tod vorstellt. D: Günther Bellmann.

 

Wir wollen zu Land ausfahren

1. Wir wollen zu Land ausfahren, über die Fluren weit, aufwärts zu den klaren Gipfeln der Einsamkeit. Lauschen, woher der Sturmwind braust,

schauen, was hinter den Bergen haust, und wie die Welt so weit.

2. Fremde Wasser dort springen, sie soll'n unser Weiser sein, froh wir wandern und singen Lieder ins Land hinein. Brennt uns ein Feuer an gastlicher Statt, sind wir geborgen und schmausen uns satt, und die Flammen leuchten darein.

3. Und steigt aus tiefem Tale heimlich und schön die Nacht, sind vom Mondenstrahle Gnomen und Elfen erwacht, dämpfet die Stimmen, die Schritte im Wald,

so hört ihr und seht ihr manch Zaubergestalt, die wallt mit uns durch die Nacht.

4. Es blühet im Walde tief drinnen die blaue Blume fein. Die Blume zu gewinnen, zieh'n wir ins Land hinein. Es rauschen die Bäume, es murmelt der Fluß.

Und wer die blaue Blume finden will, der muß ein Wandervogel sein.

Bundeslied des Wandervogels