Herbstfest 2006

Geschrieben von hedo holland am .

Ich hoffe, Du bist gut heim gekommen und denke an das großartige Fest. Drum schreibe ich Dir meine Gedanken und Wünsche nach Herbstfest als Anregung zum intensiven Mitmachen und zum Gewinnen für Neue. Von Dir hätte ich gern eine Antwort dazu.

Es sind die Herzlichkeit und die Freundschaft, die uns verbinden zusammen mit dem großartigen Wandervogelgedanken von musischer Gemeinschaft und Naturliebe, von zünftigen Treffen und liebem Miteinander mit dem Hintergrund von Völkerverbindung, Frieden und Selbstverwirklichung. Wandervögel, die jeden Tag ein wenig ihr Leben selbst gestalten, haben viel größere Chancen, dem Alltagstrott zu entkommen, über die Routinen hinaus Anregungen aufzunehmen, an sich selbst zu arbeiten, vorwärts zu kommen und als Persönlichkeit souverän zu werden.

Für die meisten von uns ist es schwer, sich zu verabschieden, wenn eins unserer Treffen auf dem Rabenhof in Lüttenmark im Wandervogelheim wieder vorbei ist. Aber alle Wandervögel haben die künftigen Termine, können die eMail - Adressen bekommen und auch das Folkmagazin bestellen, in dem darüber geschrieben wird, wo wir uns sonst noch treffen z.B. beim Singewettstreitt in Hamburg, bei den Folkfesten auf dem Ludwigstein, in Rudolstadt oder beim Folklorum und bei Annette auf dem Uelenspieghelhof in Uffelte (in Holland) zu Pfingsten oder Silvester auf der Proitzer Mühle. Manche verabreden sich auch zu den Tanzfesten nach Mölln-Breitenfelde, nach Lüneburg . Und für Freunde: Hier auf dem Rabenhof ist meist Quartier, für die, die weit anreisen. Im Frühjahr besteht die Chance, mit in die Bretagne zu kommen und im Sommer mit nach Schweden.

Es ist kein Doppelleben, das wir führen, sondern ein Leben mit Vorfreuden auf das nächste Treffen, auf das Wiedersehen und auf die freudigen Inszenierungen der Ketten von Höhepunkten auf unseren fröhlichen Treffen. Dass das unserer Gesundheit bekommt, gilt für alle fast immer, auch wenn mal der Rauch in der Jurte stört, das Tanzbein überptrapaziert wurde, es natürlich Schlafmangel gab wegen der großartigen Gespräche in der Jurte nachts nach Eins.

 Die Festtafel ist Höhepunkt unserer Treffen. Da wird gegenüber den meisten Tagen des Jahres gemeinsam von den leckersten Speisen, die jeder von uns zubereiten kann gespeist, und die Kinder dürfen als Erste sich das Essen holen. Vorher haben wir gesungen und sind mit Kanons und Liedern um die Tafel geschritten. Wir speisen in Gedanken daran, wie gut wir dran sind gegenüber den meisten Vorfahren und Menschen in anderen Ländern.

Bei der Tschairunde am Feuer gibt es viele alte und neue, lyrische und fetzige Lieder. Dazu hören wir gut vorgetragene Balladen, erzählen von Fahrten und Märchen. Liederzettel und Liederhefte lassen uns vieles gemeinsam erleben. Und unsere zwanzig wichtigsten Lieder haben alle da, im Kopf oder auf dem Papier. Die Fackeln sind hell genug. Die Tschaizeremonie um Elfuhrelf zur Elfenstunde lässt uns dichten und erleben. Und die Mitternachtsgespräche in der Jurte oder beim Vollmondspaziergang über uns, die Einsamkeit und Gemeinschaft, die Arbeitslosigkeit und Gesundheit, den Wandervogelbund und die Welt sind für viele kaum entbehrlich.  

In unseren Bund finden immer wieder Neue, oft ab 35, 45 aus ganz Deutschland. Die Grundeinstellung und die Freude bringende Atmosphäre tragen dazu bei. Und oft auch die persönliche Situation von Menschen, die musisches Verlangen in Gemeinschaft haben und in ihrem Alter denken, dass da nach Beruf und Partnerschaft noch schönes im Leben dazu kommen dürfe. Für nicht wenige, die kaum noch Familie haben, ist unser Bund auch eine Art von E selbst gewählter, weiterbringender Familie, in dem sich musische Familien und auch musische Singles sehr wohl fühlen können. Und die Eine oder der Andere haben schon ihre Partner im Bund gefun den. Gemeinsame menschennahe Mitmachkultur und erlebte Natur sind für viele Seelenbedürfnis. So wird unser Bund zu einem Bindeglied, der über Freundschaften hinaus auch Partnerschaften begünstigt und tragfähiger machen kann.

Unser Tanzen machen wir mit befreundeten Tanzmeisterinnen und Tanzmeistern, die teils zum Wandervogel gehören. Eine Chormeisterin haben wir noch nicht, aber vielleicht kommt das auch bald. Einige der Musiklehrer, die zu uns gehören, haben wir gute Kompetenzen. Und wenn es ums Tanzen der Festteilnehmer geht, sowohl um das Weiterführende wie um das festliche Mitmachtanzen beim Folkball, dann sind atti und hedo sehr gut. Unser wunderschöner Tanzboden erleichtert das natürlich und auch, dass wir im Rabenhof für 40 bis 50 Teilnehmer beheizten Platz schaffen können. Für unsere Lieder und das Lernen weiterer haben wir schöne Liederhefte, von denen die teilnehmenden Wandervögel die neuen Hefte bekommen. Die Lieder sind bis auf wenige auf Deutsch, damit wir gut zusammen singen können. Fetzige jazzige Arrangements gewinnen in letzter Zeit an Raum. Fürs Tanzen haben wir die Bigbandmappe, die sich jeder mit möglichst mehrstimmigen Sätzen anlegt und ein Tanzheft mit CD der wichtigsten 20 Mitmachtänze für Familienfeste, Klassen und Gruppen ist in Arbeit. Einiges davon wollen die Elbraben einspielen, teils auch mit der Bigband bei unseren Treffen. Da viele von uns ein Instrument bei den Treffen spielen, sind wir manchmal beim Ball ebenso viele Musikanten wie TänzerInnen. Es ist eben so im Wandervogel, dass viele ab 50 noch ein Instrument lernen, um zu den den 6 Lebensfreuden Singen – Tanzen – Lieben – Essen+Trinken – Wandern+Sport - Kommunikation noch als siebente das Musizieren dazu zu bekommen.

Das gemeinsame Wandern ist oft am Freitag Morgen oder am Sonntag Nachmittag. Wir machen besdonders Baumwanderungen, Poesiewanderungen, Wanderungen zu verschwundenen Dörfen und Kräuterwanderungen. Natürlich auch bei unseren Fahrten in fremde Länder.

Mit eMail - Listen Mitgliedern und Freunden sind wir gerade 200. Davon sind wir erst knapp über 60, die regelmäßig ihren Mindestjahresbeitrag von € 10,- zahlen. Dass der Festbeitrag fürs Wochenende einschließlich der Suppe Sonnabend Mittag und des Tschai am Freitag für Mitglieder unseres Bundes nur € 15 für Kinder und Jugendliche nur € 10 kostet ist, macht es den meisten leicht, bei den Treffen voll mitzumachen und für die Festtafel eine großartige Leckerei vorzubereiten. Es ist so günstig wie möglich für die, die Wandervögel sind und bis 10 Tage vorher überweisen. Wer am Donnerstag kommt und bis Montag bleiben möchte, kann das auch zum gleichen Preis. Wer nicht rechtzeitig überweist, zahlt den vollen Preis. In unserem Festbuch ist davon oft zu lesen, wie schön und mitmenschlich es bei unseren Treffen zugeht. Und auch von Erlebnissen, Tschaisprüchen und Atmosphäre. Die Fotos und Zeichnungen dokumentieren das. Die feierliche Aufnahme in unserem Bund nach etwa einem Jahr Mitwirken soll bald bei den festen am Feuer stattfinden mit dem Anstecken eines kleinen, silbernen, wunderschönen Wandervogel – Greif – Symbols. Eine Fahne und Tracht oder Kluft haben wir noch nicht. Doch unsere Holzjurte könnten wir mal schön innen oder außen mit unseren Symbolen wie Greif, Blaue Blume, Miteinander und Zupfgeigenhansel bemalen. Unser Landheim hat Hedo für 1 € im Jahr unserem Bund verpachtet. Mit Anteilen für Heizung, Liederhefte, Renovierung etc. tragen wir für mit unserer Kasse gemeinsam zum Unterhalt bei. Die Nutzung des Festplatzes bei unseren Treffen wird uns gratis gewährt. Mit den Minipreisen für Wochenenden und Beiträge ist nicht viel zu machen. Mehr erreichten wir bisher jedoch durch Engagement der Mitglieder und durch teils namhafte Spenden.

Die Treffen enden nach dem gemeinsamen Klarschiffmachen mit einer Schlussrunde und dem Tanzen um den geschmückten Festbaum. Da singen wir das wunderschöne Wandervogel-Bundeslied, tanzen den Baumtanzen und den Hoida, singen vielleicht auch Hannes Waders „Nun, Freunde, lasst es mich einmal sagen und einen Kanon. Das Dreigestirn atti – hedo – monija, unterstützt von vielen, besonders von tine, christian und heinrich ist so aufeinander eingespielt, dass unsere Treffen meist sagenhaft inszeniert werden. Und oft ist das Wiedersehensfest am Freitag Abend am spannendsten. Sechs Treffen haben wir im Jahr, deshalb haben wir in unserem Bund sechs Jahreszeiten. Die Jahresplanung fürs nächste Jahr ist schon fast allen bekannt. Wer sie noch für Pinnwand und Terminkalender braucht, maile oder rufe uns einfach an. Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder 028842-20623. Unser sechstes Treffen in diesem Jahr ist das Weihnachtstanzen mit der herrlichen Waldweihnacht.

Jetzt blühen hier Anfang November noch die Blumen. Und doch geht schon die Einladung zum 8. bis 10. Dezember 2006 heraus zum Weihnachtstanzen (9.) und zur Waldweihnacht (8.)

Ich wünsche Dir eine gute Zeit und freue mich, Dich beim Weihnachtstreffen wieder zu umarmen und willkommen zu heißen. Herzliche Grüße und shalom - salem! Dein hedo