100 Jahre Waldweihnachtslieder der Wandervögel

Geschrieben von hedo holland am .

100 Jahre Waldweihnachtslieder der Wandervögel

Vor 100 Jahren feierten Wandervögel Waldweihnacht. Das Feiern im Wald um eine Tanne und danach im Landheim verbreitete sich rasch in den Bünden über das ganze Land. Es wurden dann passender Weise die schönen alten molligen Weihnachtslieder und Hirtenlieder der Natur gesungen wie: Maria durch ein Dornwald ging, Es kommt ein Schiff gefahren, der „Quempas“ und die Tannenbaumlieder, Es ist ein Schnee gefallen, Es saß ein klein wild Vogelein, Kommet ihr Hirten. Schneeflöckchen, Weißröckchen (von Hedwig Haferkorn), Es wird ja schon dunkel. Die süßlich frömmelnden Lieder wurden gemieden. Es wurde dann das nun 100 Jahre alte, erste Weihnachtsliederheft des Wandervogels heraus gebracht, das wir nachdruckten. Mit einem heute noch beachteten Artikel dazu. Der Zupfgeigenhansel und das später erschienene Sankt Georgs Liederbuch bringen dann wenig weitere Lieder.
In der 30iger Und 40iger Jahren kamen bei den Hitlernazis oft völkische Lieder auf mit Mütterverherrlichung und Markigkeit. Sie haben sich kaum verankert. Geblieben sind uns “Es ist für uns eine Zeit angekommen“ und das französische „Haben Engel wir vernommen“, „Heut’ ist ein Sternlein vom Himmel gefallen“, „O du stille Zeit“, „Tal und Hügel sind verschneit“ aus der DDR dann „Guten Abend, schön Abend, es weihnachtet sehr“.
Nach dem 2. Krieg brachte Siegfried Schmidt aus der Tatgemeinschaft das erste bündische Liederheft heraus. Die Lieder drangen wegen Melodie und Sprache nicht weit vor. In den Bünden wurden „Bruder, schlanker Schneeschuh“ und „Schließ Aug’ und Ohr für eine Weil“ gesungen. Es fehlten aber weiter passende Waldweihnachtslieder. Um nicht in das immer noch weit verbreitete „süße Gesäusel“ zu verfallen, wurden neue Lieder aufgegriffen wie Kiesewetters „Fresenhof“, das ukrainische „Dnejs Pojutsche“ und das herrliche Lied vom griechischen „Narkas im Dornenwald“.
Die Suche nach Liedern, die gut zur Waldweihnacht passten, ging weiter. Bei den Falken, und bei plattdeutschen und Folkszene-Liedern wurde einige gefunden wie „Lasst uns zu der Tanne geh’n“, Waders „Leben einzeln und frei, wie ein Baum“, "Weißer Winter und wir wandern (mit der russischen Melodie von „Schlaf mein Bub“), Zukowskis „Klock soeben wart all duster“
In einem kleinen Heft haben wir diese Lieder zusammengestellt, musizieren und singen sie zu unserem jährlichen Waldweihnacht- und Musiziertreffen im Dezember auf dem Lüttenmarker Rabenhof. Einige Waldweihnachtslieder kamen dazu: Kleine Meise, Zwei kleine Wölfe, Hasenbraten ist ein schönes Essen, Laut ruft es von den Bergen (Go tell it from the mountain), Durch den Winterwald (Jingle Bells), Der lang genug mit viel Bedacht, Das wünsch’ ich sehr, dass immer Einer bei Dir wär, Laut sind die Norwichglocken - England, Mädels lass zum Tanz - Weihnahtsversion, Leis das Glöckchen ertönt Adnaswutschno - Russland, Durch die stille Nacht - Parappapapam - Der keine Trommler - England, Dat Jahr geit to End,In der Weihnachtsbäckerei.
Und wie es in der Internetzeitfür Kinderzukunft und  Mensch- und Naturerhalt nötig ist, kommen auch einige weltweite Lieder dazu wie das Kinderlied „Ich schenk’ dir lieber einen Teddybär, das ist besser als ein Schießgewehr“ und für Ältere das „Die Blauen Blumen brauchen nicht zu welken, sie müssen nur gefunden sein“. „Freunde, dass der Mandelzweig“ und das neue Wandervogellied.  Hedo Holland

Das 100 Jahre alte Heft und das neue sind bei uns gegen eine Briefmarkenspende zu bekommen.  Unter "Lieder" findest Du auch neue Eintragungen. Im Wandervogel-Logbuch laden wir ein zur Waldweihnacht, zum Waldweihnachtsliederworkshop und zum Wintermusizieren. 7.-10.12.17. Nähere Infos bei mir: 038842-21888 hedo