1.11.1929 tusk

Geschrieben von hedo holland am .

Am 1.11.1929 rief tusk die deutsche jungenschaft aus mit einer Abolutheit, wie wir sie uns heute nur schwer für Jugendliche vorstellen können.

Er hatte gute Gründe. Die Nazis mit ihrer Gleichmacherei waren im Kommen. Es schien nur 2 Alternativen zu geben: 1. Unterwandern und Eintritt in die Hitlerjugend, 2. Totalopposition zusammen mit Kommunisten.

Beides hat er versucht. Bei beiden ist er gescheitert. Er hat dadurch Lebensbiografien vieler Freischärler, jungenschafter, Bündischer und Wandervögel beeinflusst.

Auch wenn er sich politisch nicht durchsetzen konnte und dabei fast bei seiner Flucht aus dem Gefängnis umgekommen wäre, sich eine TBC zuzog an der er lebenslang litt, so hat er uns als "Vielfachgenie" nicht nur Kohte, Jurte, Juja und jungenschaften beschert. Er hat auch das kritische Denken und Handeln vieler Bündischer stark beeinflusst, nicht nur durch sein japanisches Zen-Denken und durch seinen "Gespannten Bogen".

Wir haben ihm darum viel zu verdanken, feiern nicht seinen Geburtstag, sondern in jedem Jahr den 1.11. 1929. Dass er teils als Allerheiligen Feiertag ist und auf den 31.10 Halloween oder Sam Hain in der dunkler werdenden Jahreszeit folgt, passt gut. 

Wir sangen ihm drum hier auf dem Rabenhof in Mecklenburg heute ein paar Lieder und werden heute Abend noch mehr singen. Wer will, ist herzlich willkommen.

Christentum und Kommunismus sind in ihren Grundgedanken sehr verwandt. Mitmenschlichkeit, Frieden, Gemeinsinn spielen eine große Rolle wie bei unserem heutigen kleinen Wandervogelbund.

Eins ist dabei klar: Im Großen sind alle drei Gruppierungen gescheitert und scheitern immer wieder. Der Mensch bleibt nicht bei Ideal, sondern nimmt immer wieder den Apfel. Und wer Äpfel hat, will sie fast immer behalten. Jedoch im Kleinen, dort wo Freundschaft Freundschaft ist, dort geht es. Die Pfadfinder machen es uns vor mit etwas Strenge und mit Rängen und Ämtern, mit Wappen und Eigentum, mit Schnüren und Abzeichen. Mit langfristiger Zähigkeit bauen sie auf. Sie denken nach, um in sich verändernden Situationen für die Jugend bei Schulzeiten, Digitalisierung, vielfältigen Interessen dennoch Zentren zu schaffen, zu erhalten und auszubauen.

Wandervögel lieben das Gemeinsame und Persönlichkeiten. Davon gibt es noch eine ganze Menge bei uns. Nicht nur Liedermacher. Und es gibt auch mehrere, die bereit sind, als Jugendliche, als Erwachsene und als Rentner laufend einiges für den Bund zu tun. Und was ist am ehesten zu tun: Unsere regionalen Milieus zu stärken, auszubauen, und langfristig zu stabilisieren über die Geneerationen hinweg.

Wer dazu auch bereit ist, nicht als Opfer, sondern aus Überzeugung, dass es unser Wandervogel es wert ist, der setzt sich ein - mit zäher Kraft, Persönlichkeit und Freundschaft. Wenn Du mit solchen Menschen zusammenkommen und -wirken möchtest, bist Du herzlich in unserem Bund willkommen.

Noch vor Weihnachten um den 1.12. erscheint unser Heft -wandervogel 97-. Du kannst es gratis bestellen. Und vom 7.-10.12.17 kommen einige von uns zum Weihnachtstreffen auf dem Rabenhof zusammen, um das neue Jahr zu besprechen, zu singen, zu musizieren, die Waldweihnacht zu feiern in Freude auf das neue Jahr, mit neuem Grün, mit herrlichen, neuen Menschen, die zu uns stoßen, mit unseren schönen Festen und Fahrten. Du kannst dabei sein.