Immer mehr Menschen outen sich zum Wandervogel

Geschrieben von hedo holland am .

Menschen outen sich zum Wandervogel

 Nun, da der „neue“ Wandervogel immer bekannter wird, passiert etwas, mit dem wir nicht gerechnet hatten. Immer mehr Menschen kommen zu uns, die früher selbst im Wandervogel waren oder deren Eltern und Großeltern ihr Leben lang davon erzählten, wie sie der Wandervogel prägte.

Dann hören wir Geschichten, wie sich Wandervogelbräuche wie Festtafel, Singen, Wanderungen, Kultorte, dichten, Pflege unserer Sprache seit Generationen in den Familien gehalten haben.

Sie outen sich, weil sie mit dem alten Wandervogel nichts zu tun haben wollten. D

Das Deutschnationale und die Begrenzung des Bundes auf Deutschland waren ihnen zu eng, die Ablehnung von Zigeunern, Juden, Schwulen, Linken war ihnen zu einseitig, die Jugendverherrlichung und die Romantik zu übertrieben und unreal.

Als sie von unserem Bund hörten, reagierten sie zuerst ablehnend, dann verhalten, reserviert. Als sie dann doch einmal kamen, waren sie weiter zurückhaltend, aber voll Freude und doch kaum mit Identifikation. Das ändert sich jetzt

Das bundesrepublikanische Denken und Handeln im beruflichen und privaten Leben ist so materiell, egoistisch und vereinzelnd geworden, dass viele sich damit nicht mehr identifizieren wollen. Sie suchen nach Alternativen. Es scheint, als ob unsere so reiche Gesellschaft großenteils verkommt, zumindest im Gemeinsamen. Mit Ausnahmen zum Beispiel bei Dorffesten und auf Ökohöfen.

Wenn sie dann selbst in ihren und befreundeten Familie, wie Egoismus und Nichtkultur immer mehr einziehen, wie nicht mehr gesungen wird, kau m noch gesprochen werden kann, dann wirkt ein Treffen im Wandervogel gegenüber einem Familientreffen wie Tag und Nacht.

Wenn dann von wirklich Interessierten andere Bünde oder Verbände besucht werde oder im Internet nachgeforscht wird, dann sehen sie, dass es zwar größere Veranstaltungen gibt, Treffen mit mehr Jugendlichen. Sie stellten fest, dass viel zu wenig miteinander übers Eingemachte gesprochen wird.

Aber die Intensität, die Gespräche, die Angebote, das Miteinander in einer stimmigen Konzeption überzeugt bei uns im neuen Wandervogel. Mit einem intensiv erlebten Heute, mit Planungen und Gedanken fürs Morgen ohne das Lernen aus dem Gestern zu vernachlässigen. Über allem steht die Freude am Gemeinsamen, dass Hochhalten der Freundschaften.

Wir haben nicht die Weisheit gepachtet. Auchs bei uns gibt es Fehler. Viele identifizieren sich nicht genug. Und viele tun zu wenig im Sinne des Bundes. Gruppenbildung vor Ort mit gemeinsamem Singen, Wanderungen, vielleicht auch Tanzen, das Tun, die Taten für unseren Bund.