Geschichte des Wandervogel

Geschrieben von hedo holland am .

Wir nehmen Doppelungen und Fehler peu á peu aus unseren Artikeln. Wenn Du davon etwas entdeckst, oder Passagen, in denen wir unseren Wandervogel in ein zu gutes Licht stellen, bitten wir Dich, das uns zu melden. Danke!  wv

Wandervogelgründung

Es gab 1897 bereits einige Gymnasien in Deutschland, in denen Wanderungen durchgeführt wurden, vielfach mit Kriegsspielen verbunden. Deutschland war Jahrhunderte lange zersplittert von vielen Seiten bekriegt und gerade erst wieder zu einem Land geworden. So war damals das Kriegsspielen zu erklären.

Am Jungs-Gymnasium Berlin – Steglitz leitete der Leiter des Stenokurses  Heinrich Hoffmann die Wanderungen. Der Gymnasiast Karl Fischer wanderte mit und hatte die Idee, daraus einen freien Bund zu gründen, mit Gruppen, die die Heimat erwandern.

Karl Fischer führte Wanderungen und Feste durch und gründete einen Eltern- und Freundesrat (Eufrat). Mit Eltern und Geschwistern und auch Kinderwagen zog man nach Zehlendorf. Der erste Wandervogelbund war ein Jugend- und Familienbund. Der „Eufrat“ hatte außerdem die Aufgabe, die den Wandervogel mit seinen Jungengruppen zu beschützen, wenn er in der damals sehr engen Zeit angegriffen wurde.

Der Wandervogel befreite viele Jugendliche und wuchs schnell. Das erste auf Deutschland bezogene Konzept war bald überholt. In vielen Orten entstanden Gruppen. Landheime wurde gebaut, Fahrten ins Ausland kamen dazu. Dann mordete der erste Weltkrieg die Besten, und es gab einen Bruch im Wandervogel, durch den viele bereits Kriegsverweigerer wurden und weltweit und umweltbewusst dachten

Mein Vater wurde 1891 in Hamburg geboren und leitete hier eine der ersten Wandervogelgruppen, die nach dem Krieg in einen „Lehrlingsverein“ zur Weiterbildung im Volksheim übergingen, um Arbeiterjugend bessere Chancen zu vermitteln. Die Gründungsgruppen hielten weiter zusammen und bestimmten diese Arbeit mehrere Jahre bis um 1927 das Volksheim kommunistisch majorisiert wurde. hedo

 

1913 Hoher Meißner

Wandervogel    aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie  Wechseln zu: Navigation , Suche

??

Alter Wandervogel-Greif

Als Wandervogel wird eine 1896 in Berlin-Steglitz entstandene Bewegung hauptsächlich von Schülern und Studenten bürgerlicher Herkunft bezeichnet, die in einer Phase fortschreitender Industrialisierung der Städte und angeregt durch Ideale der Romantik sich von den engen Vorgaben des schulischen und gesellschaftlichen Umfelds lösten, um in freier Natur eine eigene Lebensart zu entwickeln. Damit stellte der Wandervogel den Beginn der Jugendbewegung dar, die auch für Reformpädagogik, Freikörperkultur und Lebensreformbewegung im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts wichtige Impulse setzte.

Der Anstoß zu einer auf Dauer angelegten Organisation der Wanderaktivitäten am Gymnasium Steglitz ging von Karl Fischer aus, der 1901 für die Gründung des Wandervogels als Verein sorgte. Wie andere nach ihm prägte Fischer als Führungspersönlichkeit die Aktivitäten der von ihm geleiteten Gruppierung. Mit dem Anwachsen der Bewegung, die sich binnen weniger Jahre über den ganzen deutschsprachigen Raum ausbreitete, kam es oft zu abweichenden Leitvorstellungen und Schwerpunktsetzungen, die zu vielfältigen Abspaltungen und Neugründungen führten. Umstritten waren beispielsweise Fragen der Mädchenbeteiligung und der Alkoholabstinenz.

Gegenüber Versuchen der politischen Einflussnahme und Vereinnahmung suchten die Wandervogel-Verantwortlichen meist Neutralität zu wahren. So fand der Erste Freideutsche Jugendtag auf dem Hohen Meißner im Oktober 1913, für den der Wandervogel den Boden bereitet hatte, offiziell ohne seine Beteiligung statt. Der Erste Weltkrieg schuf neue Verhältnisse auch für Wandervogel und Jugendbewegung. Den entscheidenden Einschnitt bildete aber erst die nationalsozialistische Auflösung bzw. Zwangseingliederung der Jugendbünde in die Hitlerjugend. Die nach dem Zweiten Weltkrieg gegründeten Nachfolgeorganisationen sind dem Erbe des Wandervogels verbunden. Ein Gedenkstein zu seiner Gründung ist am Rathaus Steglitz zu finden.

 

Wandervogel-Termin Wandervogel e.V.

  • Nach „Blaue Blume des Wandervogels von Werner Helwig
  • 1911 Verband deutscher Wandervögel
  • 05.01.1913 Der Einigungsbund „Wandervogel e.V.“
  • entsteht u.a. auf Betrieben Hans Lißners aus dem Steglitzer e.V., dem WVDB und dem größten Teils des AWV.
  • Oktober 1913 Freideutscher Jugendtag auf dem Hohen Meißner.
  • Admiral Adolf von Trotha  (Herero-Schlachter!?!!!) Welche Funktion hatte er?  

 

Wandervogel e.V. - Geschichte

  • 1. Erstgründung 1913 = Hochbundphase 1
  • 1913 Verschiedene Angaben. Wir nehmen den 21.09.2013 als Gründungsdatum
  • 05.01.1913 WV e.V. aus Zusammenschluss von AWV und DB in Sachsen.
  • Bundesleiter Sanitätsrat Dr. König
  • (AWV wurde von Resten bald darauf neugegründet)
  • 21.09. Bundestag des e.V. in Kassel. Neuendorff wird Bundesleiter.
  • 03.10. Gründung der Landsgemeinde – 1. Zusammenschluss älterer Wandervögel

Folgendes ist Auszug aus „Die Geschichte der Jugendbewegung“ von Siegfried Schmidt

Fast gleichzeitig mit der 3. Spaltung der WV-Bewegung etstand aber auch der erste Einigungsplan, der besonders von Hans Bruer – in dessen Bund die größte Freiheit herrschte und dessen Gruppen steständiger handeln konnte, als in den anderen Bünden – vorangetrieben wurde.

Hans Breuer wollte die Eigenarten der Bünde erhalten, aber das Gemeinsame gemeinsam durchführen und nach außen vertreten.

So fand man sich 1910 auf der Sachsenburg im Unstruttale zu einer Tagung zusammen, zu der alle Wandervogel-bünde ihre Abordnungen geschickt hatten. Man lagerte um das Feuer eines gewaltigen Holzstoßes, gedachte Karl Fischer, und der Journalist Dietl hielt eine patriotische Rede, wobei die Gefahr auftauchte, daß der freie völkische Geist des WV in den Dienst engstirniger, nationalpatriotischer Ideen gezogen würde. Das ergebnis dieser Tagung ist ein Zusammenschluß unter dem namen: „Wandervogel e.V.“, bund für deutsche Jugendwandern. In diesem Bund vereinigten sich der „Wandervogel – Deutscher Bund“, der „Steglitzer Wandervogel“ und große (aber nicht alle) Teile des „Salt-Wandervogel“.

Kleinere Teile des Alt-WV und der „Jung-Wandervogel“ schließen sich dem neuen Bund nicht an, auch keiner der anderen bestehenden WV-Bünde im kaiserlichen Deutschen Reich. (Das waren ...................??????????????) Dieser neue Bund hatte 1911 hatte 1911 bereits 412 Ortsgruppen und zählte 1912 um die 25.000 Mitglieder und 1914 deren 40.000.

Es erfolgte eine organisatorische Umgliederung, womit eine Verbesserung der Organisation einherging, und eine schriftliche Niederlegung der Ziele. (Wie heißt die?????????????????????????????) Der neue Aufbau des Bundes war so beispielhaft, daß er von einem Großteil der anderen Bünde übernommen wurde und selbst die spätere Hitler-Jugend des 3. Reiches nach diesem Muster gegliedert war mit den bündischen Bezeichnungen wie Jungenschaft, Mädelschaft, Fähnlein, Gefolgschaft und selbst Hitlers NSDAP sich die Gliederungen und Bezeichnungen des bündischen Wandervogels zu ihrem Aufbau „auslieh“.

Denken wir dabei nur an die Bezeichnugnen wie Ortsgruppe – Ortsgruppenleiter, Ortsring oder Kreisleiter, Gau und Gauleiter, alles Bezeichnungen, die bis dahin nur im Wandervogel gebrauc hat wurden. Obergliederung des WV e.V. war 1910 einmal der „Wandervogel“

 Als Jugendbund, die Erwachsenen waren zusammengefaßt im „Bund deutscher Wanderer“ (BDW) und die Studenten in den „Akademischen Freischaren“ (DAF).

Der BDW und die DAF schlossen sich aber der neuen Einigung im WV e.V. nicht an, sie hatten Führungsrollen beansprucht, die sie nicht erhielten.“

Hintergrund war, daß die aktiven Führer der Jüngeren sich nicht laufend etwas von den Älteren vorschreiben lassen wollten, sondern „praxisnah“ agieren wollten, ohne sich von verschiedenen Richtungen vereinnahmen zu lassen.

 

11.-13.10. 1913 Meißnertag, Meißnerformel

  • Die Vortagung auf dem Hanstein war enttäuschend, weil die älteren Lebenreformer versuchten, die Jugend zu vereinnahmen. Auf der Wanderung vom Hanstein zum Meißner entwickelten einige (wahrscheinlich Wynnecken, Ahlborn und andere) bei tiefen Gesprächen die Meißnerformel mit dem Ziel, untereinander freundschaftlich verbunden zu bleiben. Die Meißnerformel gilt bis heute.
  • Offen ist für mich noch, wer den Abstinenzzusatz trug.
  • (Abstinenzzusatz wurde getragen von DWV, Lebensreformen, von JWV und von Teilen des ehemaligen WVDB????)
  • 1914: Ostern: Bundestag in Frankfurt/Oder
  • Landsgemeindewoche in Mainberg
  • August: Erntehilfe
  • 02.08. Weltkriegausbruch

1915

  • Januar (Sachsen-Führergauttag Hellerau=
  • (Sachsen-Herbstgautag Gelenau: Kreiseinteilung
  • Gründung des Greifenbundes

1916:

  • Greifenbund schließt sich der Landsgemeinde an.
  • (23.1.Sachsen- Führergautag in Freiberg – Die Kurschwerter werden Gauzeichen.
  • Herbstgautag Hohburger Berge.

1917 ?????????

1918

  • Anfang: Verlegung der Bundesgeschäftsstelle nach Hartenstein (Krauß)
  • (Ostern:Sachsen- Bundestag in Würzburg)
  • (28.4. Sachsen-Führergautag Dresden: Hahn wird Gauwart. Die Kreiseinteilung fällt)
  • (Sept. Rudolf Mehnert wird Sachsen-Gauverweser)
  • November: Kriegsehnde

1919

  • 21.2. Der Jenaer Rundbrief erscheint
  • (Sachsen 2.2. Vogtlandtreffen mit Böhmischem Wandervogel)
  • 12.-19.4. Freideutscher Führertag Jena

1920

  • 7.5. Führertag in Gießen
  • 30.5. Führertag in Kassel – Neue Bundesführung
  • 4.9. Harz-Elbe-Gau löst isch vom Nurdthringgau
  • 4.-6.9. Bremer Jugendtag – Leitsätze –
  • Okt: Plenges Antiblüher
  • (Trennung der Geschlechter im AWV und JWV)
  • (6.12. Ausschluß Voekels und Habbels aus dem DPB)

1921

  • Führertreffen in Weimar
  • 5.-8.8. Bundestag in Görlitz
  • 25.9. Zusammenschluß der nordwestdetusche Gaue um Kindt/Neuendorf
  • Matthusch wird Har-Elbe-Gauwart

1922

  • Kügler und Dehmel bei Voelker, erste Fühlungnahme des WV mit Ring- und Neupfadfindern
  • 104. Wartburgtreffen – 1. Großes, überbündisches Treffen
  • 15.4. Auflösung 1 des WV e.V. Merseburg
  • AWV – Bundestag bei Münster, Götsch wird Bundesleiter
  • Sommer Grenzlandfahrten der Bünde, Siebenürgenfahrt der SchlesierAusrufung der Schlesischen Jungmannschaft

1923

  • 3.-4.8. Fichtelgebirge, Grenzfeuer, Jugenbund, AWV und Wehrbund vereinigen sich
  • 2.9. Kassel – Bündnis freier Wandervogelgau unter Kindt

1924

  • Neujahr: Die Bundeswoche im Isargebirge vertieft die Gegensätze!
  • 2. Hochbundphase
  • 3. Extraausflösung 1933???????
  • 4. Zweitgründung 1945
  • 5. Auflösung 1958 ???????????
  • 6. Drittgründung 1998

 Losungen und Aufrufe

  • Freikörperkultur
  • 1920 Keine Unterstützung von Rüstungs-+ähnl.Großkapital gekauften zeitungen etc.
  • Gegen Alkohol - + Tabakindustrie
  • Gegen Schulschließungen und Lehrerentlassungen + Berufsverbote
  • Verbundenheit mit Heimat und Natur
  • Magischer Idealismus??????????
  • Auslandsfahrten – Erweiterter Horizont
  • 1913 Meißnerformel
  • 1923 Großes Wandervogelbuch
  • Singen
  • Tanz

 Wandervogel-Zeitschriften

  • Der Wandervogel
  • Wandervogel(Illustrierte Monatsschrift)
  • Wandervogel(Monatsschrift für deutsche Jugendwandern) (1906-ca.1925)
  • WandervogelFührerzeitung 1912-1919
  • Wandervogel-Warte ca.1913-1933

 Wichtige offene Fragen

  1. Erstgründung: Bundesführer, Auflösung, Arbeitsgruppen, Besondere Fahrten, Liederbuch, Zeitschriften
  2. Zweitgründung und –Auflösung und Schriften, Persönlichkeiten und Bundestage, Liederbuch
  3. Welche Funktion hatte Adolf von Trotha in Bezug zum Wandervogel e.V.?
  4. Wer entwickelte die Meißnerformel?
  5. Welche Bünde tragen den Abstinenzzusatz der Meißnerformel nicht?
  6. Uns fehlen WV e.V. Zeitschriften, die Orte und Termine der Bundestreffen, Höhepunkte, bedeutende Menschen, Liederbücher, große Fahrten und Treffen.

 

Die Wandervogelbewegung 1896 - 1913

Mit der Gründung des "Wandervogel-Ausschusses für Schülerfahrten e.V." am 4. November 1901 in Steglitz bei Berlin fand die Wandervogelbewegung in Deutschland ihren Ausgangspunkt. Sie wurde Hauptbestandteil einer sich am Anfang des Jahrhunderts im Kaiserreich herausbildenden eigenständigen Jugendbewegung, die eine von der älteren Generation unabhängige, jugendspezifische Lebensform anstrebte. Ab 1904 bildeten sich über das ganze Deutsche Reich verbreitet verschiedene Wandervogel-Bünde, die sich 1913 zum Wandervogel e.V. mit 25.000 Mitgliedern zusammenschlossen. Erstmals war es mit dem Zusammenschluß nicht nur männlichen Gymnasiasten, sondern auch Mädchen und Volksschülern erlaubt, als Wandervogel den Lebensstil der Bewegung mit Wanderfahrten, Lagerleben, Volkstanz und -musik zu führen. Als "Feldwandervogel" zogen 1914 Tausende Mitglieder in den Ersten Weltkrieg.

Nachdem sich 1922 der zwei Jahre zuvor in Wandervogel Deutscher Jugendbund umbenannte Zentralverband aufgelöst hatte, bestanden in den zwanziger Jahren zahlreiche Einzelverbände der Wandervogelbewegung mit rund 30.000 Mitgliedern, die teilweise eine betont völkische Gesinnung vertraten. Die zumeist von Teilen der bürgerlichen Jugend getragenen Einzelbünde wie der Jungdeutsche Bund, Altwandervogel, Jungwandervogel, Wandervogel Völkischer Bund oder der Nerother Wandervogel verband eine antibürgerliche Einstellung und Ablehnung gegenüber der Kultur der Weimarer Republik. Der von ihnen kritisierten Technisierung und Kommerzialisierung des Alltagslebens versuchten sie mit dem "Erlebnis der Einfachheit" und einer bewußss zur Schau gestellten Naturverbundenheit zu begegnen. Zusammen mit anderen Kerngruppen der Bündischen Jugend schlossen sich verschiedene Wandervogelverbände 1926 zum "Bund der Wandervögel und Pfadfinder" zusammen, der sich 1927 in Deutsche Freischar (DF) umbenannte. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurden die Bünde im Zuge der Gleichschaltung im Juni 1933 aufgelöst und in die Hitler-Jugend (HJ) überführt.  (as)

Der Erste Weltkrieg 1914 - 1918

Das Meißnertreffen war noch kein Jahr her. Der Friedensgedanke hatte sich noch nicht voll durchgesetzt. Da kam der 1. Weltkrieg. Viele Wandervögel meldeten sich freiwillig. Es gab eine Wandervogel – Division, die an einem Tag bei der Schlacht um Langemark großenteils unsinnig geopfert wurde. Es gibt um diesen Tag Legenden. Der Hintergrund ist nie genau geklärt worden. Wahrscheinlich waren die Wandervögel zu selbstbewusst und dem Kaiserregime suspekt, so dass eine Desillusionierung und Disziplinierung durch tausende von Opfern der Heeresführung nicht ungelegen kam. Die Zahl der Toten und Verletzten bis 1918 war immens: Im Ersten Weltkrieg starben insgesamt fast 15 Millionen Menschen, darunter sechs Millionen Zivilisten. Über 20 Millionen Menschen wurden verwundet.

In der Kriegszeit führten vielfach ältere Wandervogel-Mädchen die Gruppen. So stieg auch ihr Selbstbewusstsein.  Nach dem krieg gab es dadurch einige Auseinandersetzungen.

 

Weimarer Zeit

In der Weimarer Zeit erholten sich die Wandervogelbünde, bildeten Älterengruppen, gewannen einigen Einfluss auf die Schulreformpolitik. Auch Mädchenwandervogelgruppen und jüdischer Wandervogel spielten eine Rolle. Der Wandervogelgedanke sprang auf die Arbeiterschaft über. Parteipolitische Wwandervogelähnliche Gruppen entstanden. Viele Gruppen begannen mit Auslandsfahrten und nahmen auslädnische Lieder und Tänze in ihre Repertoires auf.

Nazizeit 1933 – 1945 + DDR 1945 - 1998

Die Bünde waren verboten. Es gab drei Gruppen. Die Mehrzahl zog sich zurück, Mehrere traten in die JH geschlossen mit Gruppen ein, um sie zu unterwandern. Mehrere gingen in den Widerstand.

Davon sind  besonders die weiße Rose, die Edelweißpiraten, Jungenschaften und Nerother Wandervogel zu nennen. Ältere wirkten in kulturellen Vereinen.

Auch in der DDR war der Wandervogel verboten. Es gab ein paar Traditionsgruppen, die sich als Freundschaftskreise mit Kindern und Enkeln erhielten. Viele gingen in den Westen. Die meisten Wandervogelgruppen hatten die Nazizeit nicht überlebt.

Wandervogel nach 1945

Da der Wandervogel über 100 Jahre jung ist, blieb es nicht aus, dass viele Namhafte WV-Geschichte schreiben.

Für mich sind es meist Außenstehende. Sie bringen das Entscheidende des WV nicht rüber. Sie wollen wissenschaftlich sein, aber wie ist es möglich, die Seele des Wandervogel wissenschaftlich zu erklären? Wenn Neue, Außenstehende sich für WV interessieren, so brauchen sie nicht Wissenschaft, sondern das, was WV ausmacht. Was ist das aber? Wollen wir also versuchen, das, was WV ausmacht, in Worte zu fassen und vom Papier lebendig zu Menschen rüberzubringen.

 

Wandervogel heute

Schaffen wir es, unser Tabu zu lösen, unsere Faszination so auszusprechen, das sie überzeugt und bindet?

Nein, das ist wohl nicht möglich, mit dürren Worten lebenslange Bindung zu schaffen.

Bundesbindung geschieht durch einen intensiven Prozess, der Menschen in jungen Jahren einfach „passiert“ und älteren vielleicht beim Wandern, beim Fest, beim Treffen, beim Gespräch deutlich wird, und Liebe gehört dazu.

Der Wandervogelgedanke ist eng verbunden mit einem Phänomen aus der Urzeit, als in Horden, im Stamm, in Gemeinschaft jeder jeden brauchte.

Wer sich einbringt und spürt, dass er gebraucht wird, auf den Gebieten, die ihm oder ihr am besten liegen, in den Bereichen, die lange in Dir schlummern, nicht verschüttet sondern geweckt werden wollen – vielleicht auf Fahrt, beim Wandern, bei Festen, beim Schreiben, Malen, Singen, Komponieren, Dichten, Filmen, Fotografieren, beim Tanzen, Bauen, beim Gruppenaufbau, beim Führen, bei Philosophieren, beim Zelten, beim Kochen, beim Tschai, am Lagerfeuer...

Wenn Du die Sehnsucht nach heiler Welt, nach Gemeinschaft kennst und Dir hier bei uns im WV  Deinen Kreis wählst und mit aufbaust. Wenn Du Menschen siehst, erkennst, gewinnst, die dazugehören wollen...

Dann spürst Du vielleicht, dass Bund vielleicht sogar mehr ist, als Familie.

Wenn Du Dir in unserem Bund in guter  Atmosphäre Freundschaften baust und stärkst, Feste verschönst, Jung und Alt integrierst zum Wohle des Bundes...Wenn Du dazu beiträgst, dass bei Dir und anderen die Lebensfreude sich im Bund stärken kann, dann bist Du auf dem Weg – auf dem Weg, der das Ziel aller Wandervögel ist. Und wenn Du dann noch an der Schaffung von Heim, Nest und Festplatz für unsere Treffen und Gruppen mitwirkst, dann gehörst Du dazu und wirst immer gern gesehen sein. Freude und Begeisterung, Gelassenheit und Frustrationstoleranz gehören dazu. Dann wird Freude sein, wenn Du kommst und Freundschaft, wenn Du gehst. Und das Erlebnis gibt Dir Kraft, Gesundheit und Lebensfreude, um in der Alltagswelt gut bestehen zu können.

Freude und Freundschaft, einfaches Mitmachen und gute Atmosphäre sind Triebfedern, die für einen Wandervogelbund wichtig sind.

 

Musische Wandervogel - Geschichte

Wir haben noch eine Menge an Fragen dazu. Die vorliegenden Daten sind noch nicht alle gesichert. Wir freuen uns, wenn diese Liste korrigiert wird. Es geht uns darum, dass eine kurze übersichtliche Liste erstellt wird, die jedem Wandervogel zugänglich gemacht werden kann.

1896 Schon nach der Gründung der ersten Vorgruppen des Wandervogel wurde gesungen.Vielleicht war das erste Lied „Nach Süden nun sich lenken die Vöglein allzumal“Bald wurde viel aus Studentenliedtextbüchern und aus dem Liederbuch für Deutsche Handlungsgehilfen (Ratibor 1891) gesungen.

1900 Um diese Zeit erschien das erste Heft der Wandervogelzeitschrift.

1901 Der Wandervogel erhielt seinen Namen.

1906 Etwa um diese Zeit erschien der erste Zupfgeigenhansl, (genannt „Hansl“) zusammengestellt von Hans Breuer. Die vierte Auflage von 1911 liegt uns vor.  Mit dem 8.-17. Tausend bei Hofmeister in Leipzig. Dort steht schon, dass die Lieblieder des Wandervogel von Bierlied, Scheffel, Arie, Moritat und Turnerlied zum schlichten Volkslied gewechselt habe. Auch die uns vorliegende sechste Auflage erschien 1911. Der „Zupf“ erreichte eine Auflage von nahezu einer Million Bücher!

1908 Etwa um diese Zeit wurde der Greif als Wappen geschaffen. War es Hermann Pfeiffer?

1910 Um diese Zeit wurden die ersten Volkstänze getanzt. Zuerst waren es meist Reigen, die vielfach als Kinderreigen noch allgemein in den Landschaften getanzt wurden.

1912 Das erste Volkstanzheft mit Noten und Tanzbeschreibungen im Wandervogel erschien von Anna Helms - Blasche in Hamburg

1912 Märkisches Liederblatt (Januar 1912 Greifswald, Fritz Klämbt) – Das uns vorliegende früheste Liederblatt der uns vorliegenden vielen Regionalliederblatt-Sammlungen des Wandervogels.

Fragen:  Was ist das erste Liederbuch/Liederheft, das Dir bekannt ist? Was war der erste Volkstanz der getanzt wurde? Wann und von wem wurde der erste Greif gemalt. Bei wem und wann erschien die erste Wandervogelzeitschrift? Was brachte die kurze Zeit des Wandervogel e. V. nach 1945 hervor?