Fundament + Hintergrund wandervogel e.v.

Geschrieben von hedo holland am .

Fundament unseres Wandervogelbundes

Wir wollen ein Lebens- und Familienbund sein und haben uns auf die Wandervogelformel und die aktualisierte Meißnerformel geeinigt. Wir möchten dazu beitragen, dass unser Bund wächst.

  1. Aktivitäten: Wir gestalten Wochenenden, Fahrten, Ausstellungen, Wanderungen, Bauhütten, Workshops. Singen, Musizieren, Tanzen, Gespräche sind uns wichtig. Wandervögel werden angeregt bei unseren Aktivitäten mitzuwirken.

  2. Mitsprache: Bei unseren Veranstaltungen gibt es Mitsprache für jeden. Wir stimmen uns gemeinsam ab. Die Kerngruppe des Lüttenmarker Wandervogels kümmert sich um Fragen des „Greifenhauses“ und des Geländes und um die Gestaltung der Wochenenden in Lüttenmark.

  3. Struktur: Wandervögel unseres Bundes können Einzelne und Gruppen werden gleich ob sie in Deutschland oder im Ausland leben. Als Regionalgruppen haben wir bisher erst den Lüttenmarker Wandervogel und dessen Kerngruppe und den Eifeler Wandervogel.

  4. Den e.V. haben wir als juristisches Vehikel, um unseren Namen zu schützen, ein Konto für Beitragszahlungen zu haben und gemeinnützig werden zu können, um Spendenquittungen ausstellen zu können.

  5. Der e.V. hat das Greifenhaus gepachtet, das vom Lüttenmarker Wandervogel und vom Wandervogel-Tanzkreis genutzt wird.

  6. Zur Information und Werbung werden unsere Zeitschrift „Wandervogel“ und intern die „Greifenbriefe“ heraus gegeben. Außerdem haben wir diese Website.

Impulse zum Aufbruch des wandervogel e.v.  

Miteinander – Füreinander

Ein Bund ist mehr als ein Verein. Wir sind einander verbunden. Wir fühlen uns miteinander wohl, wissen das zu schätzen. Und jeder trage das Seine dazu bei. Was wir an guten Traditionen unseres Bundes schöpfen können nehmen wir dazu. Und was wir an Weistümern aus der Welt von Weisen, Forschern und Völkern lernen, tun wir ebenso hinzu. Und so geht das schon seit Jahren gut.

Anfangs waren wir nur ein kleiner Kreis zum Ausbau des Greifenhauses. Jochen, gila, klaus, atti, ralf und hedo trugen viel bei. Besonders viel leisteten auch schrat, ätschi und unserer verstorbener lothar. Dann kamen monija, mato, schmitti, maitre und heidrun dazu. Bei der ersten Bauhüttenwoche waren mato und hedo noch allein, bei der zweiten arbeitete ralf mit, bei der dritten waren wir schon zu Siebt.

Seit unserem zehnten Geburtstag haben wir einiges geschafft. Wir haben unsere Kerngruppe und den Lüttenmarker Wandervogel gegründet. Und auch mit unserer Zeitschrift „Wandervogel“ (wv) haben wir Fortschritte gemacht, die gute Ergebnisse brachte. Vor allem aber kamen wir inhaltlich voran.

Unsere Gesellschaft und der Einzelne

Unsere Gesellschaft wird individueller und egoistischer und definiert das als wachsende Freiheit. Die Menschen streben zur Single – Gesellschaft ohne Familie, Partner, Kinder, Freunde. Dafür mehr Konsum- und Pistengang. In Hamburg werden drum pro Jahr mehr Einzimmerwohnungen als andere Wohnungen gebaut. Diese Art von Freiheit ist nicht die, die wir als Wandervögel anstreben.

Die meisten von uns haben es sich vorgenommen, ihr Leben zumindest jeden Tag ein wenig persönlich selbst zu gestalten. Wer das über einige Zeit tut, wird merken, dass sie / er als Persönlichkeit wächst, durchsetzungsfähiger und selbstbewusster wird, sich nicht mehr alles gefallen lässt. Auf Dauer wirkt sich die wachsende Selbständigkeit dann im Beruf, in der Weltsicht, in der Lebens- und Glücksgestaltung aus.

Diese Art wachsender Souveränität braucht jedoch nicht purer Egoismus zu sein. Sie schließt Engagement für Idealismus und für andere Menschen mit ein. Erst wer anderen Menschen Freude bereitet, erntet Glück. Wer sich im Spiegel der Augen anderer erkennt, findet zu sich selbst. Isolation, Single –Dasein, absolute Freiheit und Egoismus allein führen nicht zum Glück.

Das Wachsen von Souveränität eines Partners kann natürlich dazu führen, dass der andere Partner nicht mehr mitziehen kann. Vielleicht ist es dann manchmal besser, wenn Partner - Beziehungen sich bewusst lockern und Freundschaft erhalten bleibt, als dass sie Knall auf Fall in die Brüche gehen.

 

Aktuelle Hauptthemen: „wandervogel“ in Gemeinschaft

Unterwegssein(Fahrt, Wandern, Urlaubsgestaltung)

Die „große Fahrt“ im Sommer mit Engagement, Wandern und vielleicht Entbehrung teils in weit entfernte Landschaften in Gemeinschaft ist einer der Kerne des WV.

Festliche Feuerrunden(Sonnenwenden, Weihnachten, Jahresfeste)

Als Pendent zum Alltag und geheizten Stuben versammeln sich Wandervögel zu Feuerrunden am Feuer in der Bundesjurte und unterm Mond zum Feuertanz, zu den WV - Liedern und zu Gesprächen.

Musisches(Lied, Tanz, Musik, Bild, Gespräche, Bau, Schrift, Spiel)

Lieder, Tänze, Musik und Gespräche oder einiges davon gibt es bei jedem unserer Treffen am natürlichen Feuer oder bei Kerzenschein.

Feuer und Gruppe, Wandervogel-Greif (Wappenvogel),  Weihnachten und Märchengestalten (Trolle) wurden bisher am meisten abgebildet.

Völkerverbindendes und Friedensgespräche

Der WV ev hält es im neuen Jahrtausend für wichtig sich neben den Fragen von Natur, Natürlichkeit und Ehrlichkeit zu sich selbst (Traum und Romantik) heute für besonders notwendig, Fragen von Völkerverbindlichkeit und Frieden zu besprechen.

Dazu kommen: Festtafeln, Tanzbälle, Workshops, Themen, die wir uns als Bund setzen, Arbeit an unserer Bundesschrift „wandervogel“ und unserer Webseite.

 

Kraft des wandervogels

Unmöglich ist es Tanz und Bewegung mit unbeweglichen Lettern zu beschreiben. Tanz ist zwischen Himmel und Erde und braucht dichterische Worte, die ihm mit federnder Natürlichkeit Flügel verleihen. Friedel hat die Sicht und Art des Seins von Bernhard Wosien geschenkt bekommen, die Flügel des Wandervogels, das Faszinosum Tanz und Musik zu lieben und zu leben mit innerer Wahrhaftigkeit. Können wird zu Kunst und erworben durch stetigen Fleiß des täglichen Lebens und stets als Mensch Bewegung zu sein. Es ist das Geheimnis der Jugendbewegung, in bewegter Lebendigkeit mit den Schwingen der Freude das Leben zu lieben und zu gestalten, das nur einigen geschenkt wird. Menschen werden zu Lehrern, geprägt in ihrer Glaubwürdigkeit und Überzeugungskraft.

 

Lehre des wandervogels

Mit der Heimat im Herzen die Welt erfahren. Wir haben gelernt, wie Vögel zu fliegen, wie Fische zu schwimmen, doch wir haben die einfache Kunst verlernt, wie Brüder zu leben. (Martin L. King)

Du kannst mit machen, oder auch nicht machen, denn Du bist frei, aber nur dann, wenn Du Dich nicht in Deinen Sachen selbst gefangen hältst. Ob Du Dir aber selbst näherkommst, ob du Dein Leben, Deine Träume verwirklichst, das ist Dein Ding.

Wenn Du Dein Leben täglich zumindest ein kleinwenig selbst gestaltest, mit innerer Wahrhaftigkeit und Verantwortung, dann gewinnst Du. Du wirst mutiger, selbständiger, durchsetzungsfähiger und bist auf dem Weg zum Chef Deiner selbst. Du lernst, zu Deinen Träumen zu stehen, zu Deiner inneren Wirklichkeit. Ob Du auf diese Weise auch gruppen- und beziehungsfähiger wirst, ist eine zweite Frage.

Vielleicht beginnst Du damit, das Spiel auf einem Instrument zu erlernen, vielleicht Noten zu lesen, sicherlich aber Deiner Lebensfreude näher zukommen. Ob nun Singen, Musizieren, Tanzen oder Essen, Trinken, Lieben, gute Gespräche und Wandern, Körper, Sport und Spiel. Mitternachtsgespräche am Feuer in der Jurte helfen oft dabei, das gedanklich zu verarbeiten und Kraft für den Anfang zu gewinnen.

Der Anfang ist, mit beiden Beinen in der Realität zu stehen, dort seine Arbeit zu bewältigen, ohne sich zu verzetteln. So findest Du Zeit und Kraft. Wenn Du es dann beherrscht, aus Träumen zu Taten und zum Lernen zu kommen, Träume Wirklichkeit werden zu lassen, verstärkt sich Dein Menschsein.

Wir wirken aus den Realitäten und aus Träumen. Es ist notwendig, die täglichen Realitäten meistern zu können. Wer gleichzeitig Träumeverwirklichen kann,hat mehr, als die oder der, die nur in Realitäten des Tages gefangen sind.

Ich wünsche Dir Glück auf Deinem Weg. Wandervögel, Freunde, Menschen im Wandervogelbund bestärken Dich in Leben für Dich und andere. Du nützt dem Bund und der Bund nützt Dir, darum ist es gut den Wandervogelbund zu stärken.

 

Die kleine Lüttenmark  (von hedo)

Der Rabenhof des Wandervogels liegt in Lüttenmark (Lüttje Mark) an der Boize zwischen Eiszeitkante und Wendengraben. Der Rabenhof war für eine Büdnerei eines Kleinbauern. Das Haus kam zerlegt per Kahn um 1890 die Elbe herauf aus Hamburg, wo wegen des schnellen Wachstums der Stadt die Bauernhäuser verkauft wurden.

 Und uns kleines Dorf Lüttenmark mit knapp zweihundert Einwohnern im Urstromtal der Elbe ist etwa so alte wie Hamburg. Die Kirche gibt es schon über 800 Jahre.

Wie entstand nun Lüttenmark, das übersetzt „Kleine Festung“ heißt?  Damals war für etwa zweihundert Jahre der Wendengraben zur Moorentwässerung die Grenze zwischen noch slawischen Wenden und Germanen. Die Wenden hatten das Christentum angenommen und waren damals schon Bundesgenossen des deutschen Reiches. Die germanischen Moorbauern aus Langenlehsten, Besental und Bröthen hatten viele Kinder und wenig fruchtbares Land, während die Wenden oben auf der Geest fruchtbaren Lösboden hatten. 

Da machten sich germanische Jungs auf den Weg und hüteten im nicht genutzten Land zwischen Wendengraben und Boize ihre Ziegen, Schafe, Hühner und Bienen. Ein- oder zweimal in der Woche kamen Mädchen mit Krügen und holten Käse und Milch. Dieser Brauch bewährte sich und wurde von Sommer zu Sommer fortgesetzt und nur im Winter unterbrochen.

Die reicheren Wendenjungs hatten mehr Freizeit, konnte durch die Landschaft strömern und bekamen schnell spitz, dass es dort etwas zu holen gab. Und zum Wochenende klauten sie gern ein Lamm oder ein kleines Zicklein. Eine Rivalität gab es natürlich noch, auch wenn kein Krieg mehr geführt wurde.

Die Germanenjungs mussten reagieren und bauten eine Palisadenburg, die sie lüttje Mark, eben Lüttenmark, nannten. Da wohnten sie nachts mit ihrem Vieh und wurden langsam heimisch. Ihren „Kral“ bauten sie immer weiter aus, bis ein älterer Junge und ein Milchmädchen sich zur Heirat zusammen taten, ein festes Haus bauten und heirateten. Das Haus hat etwa da gestanden, wo heute der Rabenhof steht.

Andere Paare heirateten und kamen dazu. Und so dauerte es nur zwanzig, dreißig Jahre von der Landnahme, bis ein kleines Dorf entstand. Und dann wurde auch bald die kleine Kapelle gebaut, die es noch heute in ähnlicher Form gibt, und in der wir manchmal bei unseren Lüttenmarker Festwochenenden zusammen singen. Es ist Wandervogelart, in die Zukunft zu schauen und hinaus zu fahren, ebenso wie das Heimische zu schätzen und an die Vergangenheit anzudocken.

 

Heute nennen wir Lüttenmark scherzhaft "Kleineuro", da die DM übersetzt auch "Deutsche Festung" hieß. Lüttenmark ist die kleine Mark. Und Kleineuro ein Scherz, für die geringen Preise bei uns.

Wir freuen uns nun darauf, dass bald auch die ersten Jugendlichen und Kinder von sich aus in unserem Bund Förderer und Mitglieder werden, da sie dazu gehören wollen.