RABENHOF - WANDERVOGELHEIM LÜTTENMARK. KRAFTORT 25.3.21

Geschrieben von wv am .

RABENHOF - WANDERVOGELHEIM LÜTTENMARK.  25.3.21

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Rabenhof 

WESHALB SIND DIE WOCHEN, DIE TREFFEN AUF DEM RABENHOF SO SCHÖN? DER RABENHOF IST EIN KRAFTORT. ES SIND MITFACHFESTE DER FREUDE UND GELASSENHEIT.

KRAFTORT Lüttenmark

308_HFF2.JPG  Die meistenkennen den Rabenhof nur von der Straßenseite. Da sah er bis 2019 trostlos aus. Zwar mit einem hübschen Bauerngarten war das Ziegelwerk zementverschmiert. Und so wirkte der Hof lang und schmuddleig mit einer zu kleinen Tür. Er bekam nun einen schönen Vorbau nach einem schwedischen Modell (von Björns Haus in Leksand, Holtvägen). 

Wer den Hof von der Rückseite mit seiner Blumenpracht kennt, der ein einen viel besseren Eindruck, besonders bei den drei Hoffesten im Jahr, mit viel Musik Lied und Tanz.  

Nun ist der schöne Teich fast schilfüberwuchert und fast leergelaufen. Die Folie ist nicht mehr dicht. Er braucht eine neue. Eine Baumfirma wollte die Renovierung nicht für € 5000 machen. Wer übernimmt das für den Betrag? Der Teich ist  ca. 6 x 4 m groß.

LÜTTENMARKER GESCHICHTE

WIE LÜTTENMARK VERMUTLICH ENTSTAND: So 1300 gehörte Lüttenmark zum Gebiet der slawisch-wendischen Obotriten, die ein Herzogtum errichteten. Dasglände westlich der Boize war menschenleer. Und östlich derBoize gab es nur 1, 2 Höfe mit vielen Kindern weiter entfernt. Die germanischen Nordsachsen aus der armen Gegend um Langenlehsten und Büchen hatten viele Kinder. Drum zogen Jungs im Sommer n mit ihren Schafen und Bienen nach Lüttenmark. Sie bauten sich einen Kral, da ab und zu wendische Jungs Schafe klauten. Einmal die Woche kamen Mädchen und kleine Jungs mit Handwagen und Krügen, um Schafsmilch und Schafskäse zu holen. Dieersten Paare verliebten sich und bauten Hütten. Es wuchs das Dorf der kleinen Grenzmark, auf Hochdeutsch "Lüttenmark", das einzige boizedorf mit einem germanischen Namen. Schon nach 100 Jahren war es ein festes Dorf östlich der Boize. Eine Boizebrücke gab es schon, und es wurde die heute noch stehende und wieder renovierte Kapelle gebaut, die jetzt schon über 800 Jahre alt ist. Das Haus nebenan, in dem jetzt die Feuerwehr ihren Raum hat, war ab ca. 1850 die Dorfschule. Es wurden auch Höfe und Häuser östlich der  Boize gebaut. Die Böden auf kargen Elbesand waren nicht sehr fruchtbar. Ober, auf der Geest, die Bungalowstraße hoch, ist Lösboden, der  fruchgtbar ist, der aber großenteils nicht den Lüttenmarkern gehörte. Dafür waren sie freie und nicht leibeigene Leute mit einem eigenen Pfarrer. Zu DDR-Zeiten war Lüttenmark Grenzgebiet udn lag einige Jahre in einer abgeriegelten Sperrzone. Wer hier bleiben wollte,musste sich anpassen. Bis heute hat das Dorf nur etwas mehr als 200 Einwohner. 

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RABENHOFGESCHICHTE

Der Rabenhof wurde ca. 1891 gebaut und ist nun 130 Jahre alt. Er war eine Büdnerei. Die Eigentümer konnten vom kaergen Land nicht leben, sondern mussten noch einem handwerk nachgehen. 1 Pferd, ein paar Schweine und ein paar karge Felder mit Sandboden. Das war es schon. Zu DDR - Zeiten wurde, als der Adoptivvater Hamann der späterin Eigentümerin Sötbehr verstarb, zu einer Zweitzwohnung ausgebaut. Ein Sturm riss das Dach mit. Das wurde notdürftig repariert. Und ich kaufte den Resthof mit 5000 m2. Der Tanzsaal wurde ausgebaut. Der Anbau wurde zum Wandervogelhaus. Jurte, Steinkreis am Feuerplatz, Bienenwagenausbau und ein paar einfache Gästezimemr kamen dazu. Der Rabenhof bekam  2019  einen Vorbau nach schwedischem Vorbild. Dazu Lembackofen, Gewächshaus, Gästeküche, Sauna,Kamin und einiges mehr.

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UMGEBUNG

Der Rabenhof liegt zwischen Boize und Wendengraben, der altenGrenze, heute Wallmoorgraben. In der Näheliegen Elfenwiese, ein paar verschwundene Dörfer, die alte DDR-Grenze, 29 Hübnengräber, Boizenburg mit dem alten Wall ringsherum, der Schwanensee, der Schaalsee, und die herrliche Elbeniederung. Viele herrliche Wanderwege sind ringsum. 

Michael Gartenschläger   War er ziemlich rechts? Sieht so aus.

Um eine der gefährlichen Splitterminen SM-70 vom Metallgitterzaun der Sperranlagen zu demontieren, näherte sich Michael Gartenschläger dem DDR-Grenzzaun. Nachdem es ihm bereits zweimal gelungen war, die von der DDR geleugneten Mordgeräte abzubauen und als Beweismittel der westlichen Öffentlichkeit zu präsentieren, endete der dritte Versuch tödlich – Michael Gartenschläger wurde von Scharfschützen des Staatssicherheitsdienstes erschossen.

geboren am 13. Januar 1944 in Berlin, erschossen am 30. April 1976, Ort des Zwischenfalls: nahe Grenzsäule 231, bei Bröthen (Schleswig-Holstein) an der Grenze zu Fortkrug und Leisterförder (Mecklenburg)

Michael Gartenschläger wuchs in Strausberg, östlich von Berlin auf. Das im Jahre 1956 geschaffene Ministerium für Nationale Verteidigung hatte hier seinen Hauptsitz. Das Bild der idyllischen Kleinstadt war zunehmend vom Militär geprägt. Die Eltern erzogen ihren Sohn Michael und seine Schwester im evangelischen Glauben. Da die Eltern eine Gaststätte bewirtschafteten, kümmerte sich die ältere Schwester oft um ihn. Die beiden Geschwister hatten trotz ihres Altersunterschiedes von sechs Jahren eine innige Verbindung. Michael Gartenschläger verließ im Jahre 1958 mit dem Abschluss der 8. Klasse die Schule. Wie viele andere Jugendliche ging auch er zur staatlichen Jugendweihe. Im Folgejahr feierte man im Familienkreis aber auch seine Konfirmation.

Nach der Schule begann Michael Gartenschläger eine Lehre als Autoschlosser. In der Freizeit half er seinen Eltern in deren Gaststätte. Mit Gleichaltrigen gründete er einen Ted-Herold-Fanclub. Die Strausberger Clique hörte die Songs des westdeutschen Rock-‘n‘-Roll-Stars heimlich im RIAS und fuhr häufig nach West-Berlin, um dort ins Kino zu gehen, im Amerikahaus Illustrierte zu lesen und sich in Musikgeschäften Platten von Elvis Presley anzuhören. Wenn sie genug Westgeld dabei hatten, kauften sie auch Platten und Zeitschriften und nahmen sie heimlich mit über die Grenze.

Nachdem die Clique in der westdeutschen Jugendzeitschrift Bravo eine Kontaktanzeige veröffentlicht hatte, reagierte die Volkspolizei und beschlagnahmte bei mehreren Strausberger Jugendlichen Rock-‘n‘-Roll-Platten, Plakate und Illustrierte als Beweisstücke „westlicher Dekadenz”. Das Polizeikreisamt ordnete die Schließung des Clubs an und die Besuche in West-Berlin fanden durch die Abriegelung der Sektorengrenze am 13. August 1961 ein abruptes Ende. Aus Protest gegen den Mauerbau malte Gartenschlägers Clique Losungen an Häuserwände und steckte eine Scheune der LPG „Einheit” in Brand.

Parolen der Strausberger Jugendlichen                              Bildquelle: BStU, MfS, Ast Frankfurt/O., AU122/61

Am 19. August 1961 wurden der 17-jährige Michael Gartenschläger und seine Freunde wegen des Verdachts der „staatsgefährdenden Propaganda und Hetze” festgenommen. In einem Schauprozess verurteilte das Landgericht Frankfurt/Oder am 13. September 1961 die Jugendlichen als „konterrevolutionäre Gruppe”. Der Staatsanwalt beantragte für Michael Gartenschläger und dessen Freund Gerd Resag die Todesstrafe. Da sie zur Tatzeit jedoch noch Jugendliche waren, erhielten sie lebenslange Freiheitsstrafen. Die anderen drei aus der Strausberger Clique wurden zu Haftstrafen zwischen sechs und 15 Jahren verurteilt.

Ein im Jahr 1967 freigekaufter Mithäftling Michael Gartenschlägers informierte während eines deutsch-englischen Jugendaustauschs in London die Zentrale von Amnesty International über die Haftfälle Michael Gartenschläger und Gerd Resag. Gnadengesuche der Familien der beiden jungen Männer waren von den DDR-Instanzen abgelehnt worden. Nach neun Jahren in Haft beantragte Michael Gartenschläger die Entlassung aus der DDR-Staatsbürgerschaft. Im Februar 1971 richtete Amnesty International einen mehrseitigen Brief an die DDR-Nachrichtenagentur ADN und forderte unter Verweis auf universale Menschenrechte die Begnadigung Gartenschlägers. Ende Mai 1971 durfte Michael Gartenschläger zusammen mit 28 anderen politischen Häftlingen des Zuchthauses Brandenburg in den Westen ausreisen. Auch Gerd Resag kam frei. In diesem Jahr kaufte die Bundesregierung 1 375 politische Häftlinge für mehr als 92 Millionen DM von der DDR frei. Der 27-jährige Michael Gartenschläger hatte neun Jahre und zehn Monate im geschlossenen Jugendwerkhof Torgau und im Zuchthaus Brandenburg verbracht.

Über die „Helfenden Hände”, ein Hamburger Hilfswerk, das sich seit den 1960er Jahren unter anderem für politische Häftlinge in der DDR und ihre Angehörigen einsetzte, gelangten Michael Gartenschläger und Gerd Resag nach Reinbek ins Haus Billetal, eine familiäre Bleibe in dem Hamburger Vorort. Neben der Intervention von Amnesty International trug auch die unermüdliche Hartnäckigkeit der „Helfenden Hände” maßgeblich zur Freilassung Michael Gartenschlägers bei. Im Sommer 1972 bezog er seine erste eigene Wohnung. Sein ehemaliges Zimmer im Haus Billetal bezog Lothar Lienicke, ein ebenfalls von der Bundesrepublik freigekaufter DDR-Häftling. Er kannte Michael Gartenschläger aus dem Zuchthaus Brandenburg. Die beiden freundeten sich an, genossen das Leben in Freiheit und unternahmen zusammen einige Reisen. Auf Transitreisen durch die DDR trafen sich die freigekauften ehemaligen DDR-Häftlinge mit ihren Verwandten. Das seit 1971 geltende Transitabkommen erlaubte Bundesbürgern die Reise durch die DDR, wobei Ausweiskontrollen, jedoch keine Fahrzeugkontrollen, erfolgen durften. Michael Gartenschläger engagierte sich als Fluchthelfer. Im Kofferraum seines roten Opels schaffte er mehrere DDR-Bürger über die Grenze in die Bundesrepublik. Gerne hätte er auch seine Schwester und ihre Familie aus der DDR geholt, doch sie scheute das Risiko einer Flucht.

Im Jahr 1975 kam Michael Gartenschläger auf den Gedanken, eine an der Grenze installierte Selbstschussanlage abzumontieren. Er wollte diese von der DDR offiziell geleugnete Tötungsmaschine der westlichen Öffentlichkeit präsentieren. Die Splitterminen SM-70 kamen seit 1971 an den DDR-Grenzzäunen zum Einsatz. Sie wurden in unterschiedlicher Höhe an den drei Meter hohen Streckmetallzaun montiert und zündeten bei Berührung der davor gespannten Signaldrähte. Sie verschossen bei Auslösung etwa 100 scharfkantige Stahlsplitter parallel zum Metallgitterzaun und fügten Flüchtlingen schwerste oder gar tödliche Verletzungen zu. Michael Gartenschläger wusste von der missglückten Flucht Hans-Friedrich Francks, der sich im Januar 1973 von einer Splittermine schwer verletzt noch auf westdeutsches Gebiet schleppen konnte, jedoch trotz umfassender ärztlicher Versorgung und mehreren Operationen schließlich seinen Verletzungen erlegen war.

Am 30. März 1976 montierte Michael Gartenschläger mit einem Helfer nahe Schwarzenbek, östlich von Bröthen, am sogenannten Grenzknick Wendisch/Rietz, eine Splittermine vom Grenzzaun ab. Er verkaufte diese Selbstschussanlage zusammen mit seiner Lebensgeschichte dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel. Das Magazin veröffentlichte die Geschichte am 16. April 1976 und widerlegte damit die offiziellen DDR-Verlautbarungen, es gebe keine Selbstschussautomaten an den Grenzanlagen. In der Nacht des 23. April 1976 gelang Michael Gartenschläger ein zweiter Coup. Erneut montierte er eine SM-70-Anlage vom Grenzzaun. Sie sollte im August bei dem „Internationalen Sacharow-Hearing” in Kopenhagen der Öffentlichkeit präsentiert werden. Das Hearing sollte Menschenrechtsverletzungen in den Ostblockstaaten anklagen. Auch Rainer Hildebrandt, Vorsitzender der Berliner „Arbeitsgemeinschaft 13. August”, bekundete sein Interesse, einen dieser Tötungsapparate im Museum „Haus am Checkpoint Charly” auszustellen.

Unterdessen braute sich auf der DDR-Seite Unheil zusammen. Am 24. April 1976 berieten mehrere hochrangige Stasi-Offiziere über „Gesamtmaßnahmen zur Ergreifung bzw. Liquidierung der Täter”, die im Sicherungsabschnitt der 12. Grenzkompanie Leisterförde zwei „Schützenminen vom Typ SM 70” entwendet hatten. An der Beratung nahmen Oberst Zillich, Oberstleutnant Tyra und Hauptmann Singer von der MfS-Hauptabteilung I sowie Major Meyer von der Arbeitsgruppe des Ministers Mielke teil. Die Stasi-Offiziere verfassten einen Plan zur „Vorbereitung und Durchführung einer ununterbrochenen Beobachtung des gegnerischen Vorfeldes sowie zur Identifizierung von möglichen Tätern”. Im Protokoll des Treffens heißt es: „Zur wirksamen Bekämpfung und Ergreifung der Täter erscheint es zweckmäßig, die Bearbeitung des vermutlichen Täters Gartenschläger durch OSL Booth mit den Maßnahmen, die von der Arbeitsgruppe durchgeführt werden, eng zu koordinieren und weitestgehend unter Einhaltung der Konspiration abzustimmen. Beginnend mit dem 25.4.76, 21.00 Uhr bis 03.00 Uhr des nachfolgenden Tages nach Schaffung von 3 notwendigen Gassen in der Anlage 501, Einsatz von 2 Postenpaaren der Abteilung Äußere Abwehr unter Führung eines operativen Mitarbeiters feindwärts der Anlage 501 mit dem Ziel der Festnahme oder Vernichtung der Täter.” Zur Gewährleistung möglicherweise „notwendiger militärischer Unterstützung und Deckung der feindwärts eingesetzten Kräfte” sollten weitere zwei Postenpaare auf der DDR-Seite der Sperranlagen zum Einsatz kommen. Die im Hinterhalt liegenden Einzelkämpfer sollten mit speziellen Horch- und Nachtsichtgeräten ausgerüstet werden. Weitere „6–8 Kämpfer der Abt. Äußere Abwehr” würden zur „Erhöhung der Postendichte” bereitstehen. Zusätzlich werde ein „Einsatz von ausgebildeten Scharfschützen feindwärts als auch freundwärts der Sperranlagen während der Tages- und Nachtzeit” erfolgen. Insgesamt 21 MfS-Männer kamen schließlich in wechselnden Schichten rund um die Uhr zum Einsatz. Sie erwarteten Michael Gartenschläger.

Das Gesicht mit Schuhcreme geschwärzt und mit einem dunkelblauen Mantel bekleidet begab dieser sich am 30. April 1976 gegen 22.30 Uhr zum dritten Mal im Landkreis Lauenburg an die innerdeutsche Grenze, um eine weitere SM-70 abzubauen. Lothar Lienicke und Wolf-Dieter Uebe begleiteten ihn an diesem kühlen Frühlingsabend. Die drei Männer führten zwei Pistolen und eine abgesägte Schrotflinte mit sich. Sie nahmen irrtümlich an, dass durch die anstehenden Maifeierlichkeiten in der DDR eine verminderte Grenzsicherung bestünde. Ursprünglich hatten sie für die dritte Aktion einen anderen Grenzabschnitt in Betracht gezogen, doch dann entschieden sie sich für die „bewährte” Stelle. Sie ahnten nicht, dass sie dort bereits von Scharfschützen des DDR-Staatssicherheitsdienstes erwartet wurden. An der Grenze beschlich Lothar Lienicke und Wolf-Dieter Uebe ein mulmiges Gefühl. Sie versuchten, ihren Freund von der Aktion abzubringen. Ihnen war aufgefallen, dass der Metallgitterzaun im Dunkeln lag, obwohl dort nach der ersten Demontage einer SM-70 eine starke Lichtanlage installiert worden war. Die ungewöhnliche Situation muss auch Gartenschläger misstrauisch gemacht haben. Die drei kehrten um. Als sie sich bereits 150 Meter von der Grenze entfernt hatten, blieb Gartenschläger stehen. Er sagte zu seinen beiden Freunden, er wolle zurück, um wenigstens eine Mine am Zaun zu zünden. Er näherte sich wenig später in gebückter Haltung dem Grenzzaun. Bis auf zehn Meter kam er an den Zaun heran. Dann fielen Schüsse, Scheinwerfer blendeten auf und tauchten den Grenzabschnitt in gleißendes Licht.

Das metallische Klicken, das Lienicke und Uebe kurz zuvor vernommen hatten, stammte von einer MPi Kalaschnikow. Auch Gartenschläger muss das gehört haben, er soll nach späteren Aussagen der MfS-Einzelkämpfer seine Pistole gezogen und in ihre Richtung geschossen haben. Die MfS-Leute eröffneten das Feuer und schossen ihre Magazine leer. Zwischen 120 und 140 Schüsse feuerten sie auf Gartenschläger und seine beiden Helfer ab. Lothar Lienicke und Wolf-Dieter Uebe rannten um ihr Leben.

Die Delegation der Bundesrepublik Deutschland in der deutsch-deutschen Grenzkommission sprach im Namen der Bundesregierung die Erschießung Gartenschlägers in der 27. Sitzung der Grenzkommission am 5. Mai 1976 in Bayreuth an. Regierungsdirektor Erich Kristof erklärte, der Tod Gartenschlägers sei die Folge einer Grenze, „die einmalig in der Welt ist. Die zuständige Staatsanwaltschaft hat die Aktion der Grenztruppen der DDR als Mord und Mordversuch qualifiziert.” Es handele sich „um einen Grenzzwischenfall von ungewöhnlicher Schärfe. Die Höhe und Entfernung der Einschüsse auf dem Gebiet der Bundesrepublik beweisen, daß bewußt auf Personen geschossen worden ist, die sich eindeutig auf dem Gebiet der Bundesrepublik befanden.” Der Leiter der DDR-Delegation wies die Erklärung zurück und behauptete, mit der Thematisierung dieser „Grenzprovokation” würde versucht „Fragen zum Gegenstand der Arbeit der Grenzkommission zu machen, die nicht zu ihren Aufgaben gehören”.

Das nächtliche Geschehen am Grenzknick Wendisch/Rietz wurde nach der Wiedervereinigung vor dem Landgericht Schwerin folgendermaßen rekonstruiert. Nachdem Gartenschläger getroffen zusammengebrochen war, „gab der Angeklagte L. den Befehl ‚Licht an!‘, woraufhin der Zeuge He., der den Scheinwerfer, der bis dahin auf die Ausleuchtung des Vorfeldes ausgerichtet war, nun auf den Handlungsort lenkte. Die Angeklagten und der Zeuge Li. sahen daraufhin eine verletzte Person am Boden auf dem Rücken in ca. 10 m Entfernung vor sich liegen. Der Angeklagte W. und der Zeuge Li., der ihn zuerst erreichte hob den Arm des Verletzten und rief sinngemäß ‚der lebt noch!‘ In diesem Augenblick nahm der Angeklagte L. westwärts Geräusche wahr, die von den Zeugen Lienicke und Uebe verursacht wurden, als diese wegen der Schießerei flüchteten. L. erteilte dann sinngemäß den Befehl: ‚Licht aus, weg da vorne, da sind noch welche!‘ Als der Angeklagte W. seine frühere Position fast erreicht hatte und der Zeuge Li. noch in der Zurückbewegung in Richtung seiner früheren Position war, schoß der Angeklagte L. selbst mit ein bis zwei kurzen Feuerstößen auf westliches Territorium, und zwar in Richtung Lienickes Fluchtweg und den Standort des Zeugen Uebe. Nach Beendigung der Schießerei brachten die Angeklagten R., W. und L. gemeinsam mit dem Zeugen He. den Verletzten durch die Öffnung im Metallgitterzaun und von dort zur Führungsstelle, wo sie ihn auf den Boden legten. Michael Gartenschläger lebte zu diesem Zeitpunkt noch; er gab röchelnde Geräusche von sich. Zeitgleich sammelte der Zeuge Li. vor dem Metallgitterzaun die liegengebliebenen Sachen ein.” Der Militärarzt Dr. Meinig diagnostizierte später als Todeszeitpunkt Gartenschlägers 23.45 Uhr. Das Schweriner Institut für Gerichtliche Medizin stellte neun Schusswunden an seinem Körper fest. Michael Gartenschläger wurde am 10. Mai 1976 um 15 Uhr auf dem Schweriner Waldfriedhof als unbekannte Wasserleiche beigesetzt. Seine Schwester erfuhr erst nach der Wiedervereinigung, wo sich das Grab ihres Bruders befand.

Ausriss „Nachweis über durchgeführte opertative Einsätze“ des Spezialkommandos der Hauptabteilung I des Staatssicherheitsdienstes. Die Erschießung Michael Gartenschlägers wurde mit „sehr gut“ bewertet, die Todesschützen belobigt und mit Orden ausgezeichnet.                    Bildquelle: BStU, MfS, Ast Frankfurt/O., AU122/61

Lothar Lienicke und ein weiterer Freund Michael Gartenschlägers errichteten sechs Monate nach der Todesnacht an der Grenzsäule 231 ein Gedenkkreuz, dessen Inschrift nach Osten zeigte. Im November 1976 weihten seine Freunde dort auch eine kleine Gedenkstätte ein. Die strafrechtlichen Ermittlungen gegen die Todesschützen und ihre Befehlsgeber begannen erst 1999. Nach widerstreitenden Zeugenaussagen sprach das Schweriner Landgericht drei der beteiligten Schützen aus der MfS-Einsatzkompanie vom Vorwurf des versuchten Mordes frei. Ihnen wurde eine Notwehrhandlung zugebilligt, da sie übereinstimmend aussagten Michael Gartenschläger habe zuerst mit seiner Pistole auf sie geschossen. Demgegenüber erklärten seine damaligen Begleiter Lothar Lienicke und Wolf-Dieter Uebe, dass es keine Warnrufe gab und die ersten Schüsse von der anderen Seite fielen. (Recherchen: jk, MP, TP, ES, jos.; Autoren: MP, jos.)

Ausgewählte Literatur: Der Spiegel, 12. April 1976 unter: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-41238170.html. Lienicke, Lothar; Bludau, Franz: Todesautomatik. Frankfurt/Main 2003, überarbeitete Neuauflage. Frost, Andreas: Michael Gartenschläger: Der Prozess. Mutmaßliches DDR-Unrecht vor einem bundesdeutschen Gericht. Schwerin 2002. Klier, Freya: Michael Gartenschläger: Kampf gegen Mauer und Stacheldraht. Berlin 2009. Kowalczuk, Ilko-Sascha: Für ein freies Land mit freien Menschen: Opposition und Widerstand in Biographien und Fotos. Berlin 2006. Marxen, Klaus; Werle, Gerhard: MfS-Straftaten. Strafjustiz und DDR-Unrecht. Dokumentation. Band 6, Berlin 2006. Thoß, Hendrik: Gesichert in den Untergang. Die Geschichte der DDR-Westgrenze. Berlin 2004. Bundeszentrale für politische Bildung und Robert-Havemann-Gesellschaft: http://www.jugendopposition.de/index.php?id=2879

DSC_0343_Kopie.JPG.    WANDERVOGELFESTSPIELE IN LÜTTENMARK.  Rabenhof_7.JPG.jpg DIES IST DAS TRAUMBILD DES RABENHOFES VOR DEM KAUF

Zu den Jahreszeiten WANDERVOGELFESTSPIELE: Wandervogelmaien, Wandervogelernte und Waldweihnacht gibt es Wandervogelwochen für Mitmenschlichkeit, Freude, Singen, Musizieren, Tanzen, NaturKultur, Wandern, Festtafel, Vorführungen.

Die Festspiele sollen aus der oft gefeierten WANDRVOGEL-OLYMPIADE entstehen, einer spaßigen Satire auf das kommerzielle Olympia. 

RABENHOFGESCHICHTE & WANDERVOGELHEIM

DER RABENHOF IST EIN KRAFTORT, DER MENSCHEN STÄRKT. DIE MITMACH - WOCHEN AUF DEM RABENHOF SIND WOCHEN DER FREUDE UND GELASSENHEIT, DES FREUNDSCHAFT FINDENS.

Das Haus wurde 1890 von Hamburg auf Elbe und Boize mit dem Schff transportiert. Die letzten Kilometer dann mit dem Pferdewagen. Der alte Brunnen, der alte Lehmbackofen standen damals noch, nachdem die alte Büdnerei abgebrannt war. 

Die neue Büdnerei hatte einen alten Kohleherd und einen alten Hamburger Kamin und einen riesigen Heuboden. Als ich das Haus 1994 für 250.000 alte D-Mark kaufte, war schon fast der ganze untere Teil ausgebaut

Der Anbau war zerfallen. die 500 qm Grundstück waren mit neun Zäunen und Betonmauern zerschnitten. Es entstanden eine Garage, ein riesiger Holzschuppen und 2 Hühnerställe baufällig hinter dem Haus. Die ließ ich wegreißen. Am schwierigsten war die Betonmauer wegzubekommen. Ein Bagger zog den Beton aus der Erde und mit den Betonteilen und mit Erde durch die ein Ökoteich entstand, wurden Zufahrten zum tief gelegenen Garten gebaut.

Die tiefe Grube erstreckte sich über viele Grundstücke. Für den Aufbau 1890 hatte man viel Sand verkauft, um den Neubau über die Erstattung durch die Versicherung hinaus bezahlen zu können.  Nachdem die Schuppen, Zäune und Betonmauer weg waren, waren die Blumen und Bäume im Garten besser zu sehen.

Zuerst bauten wir den Anbau aus, verlegten Rohre für eine neue Heizung. Dann baute Lothar den ehemaligen Pferdestall zum Gästewaschraum um. Jochen setzte in den Anbau statt der winzigen Fenster richtige Fenster ein. Lothar beseitigte die Schweinekoben. Und einige Räume ließ ich fliesen. 

Später dann wurde das Dach des Haupthauses neu gedeckt und das obere Stockwerk total von schmitti und Ralf ausgebaut. Ein Schwingfußboden für den Rabensaal kam hinein. Und zum Schluss wurden unten neue Fenster eingesetzt, monijas Zimmer ausbaut, ein Bad umgelegt und ausgebaut, der Wintergarten neugestaltet, die Küche mit dem Wohnzimmer zusammengelegt und eine Veranda geschaffen, schließlich nach einem Brand das Büro neu gestaltet. Auf dem Gelände gestaltete Oswald das Gewächshaus und die Bänke für den Feuerplatz. Norbert und Ralf bauten die Bundesjurte und Ralf baute den Bienenwagen aus. Ein Vorbau n dem Vorbild von Björns Haus in Leks Schweden verschönert nun auch die Außenansicht, die vorher aus Not in DDR-Zeiten teils betoniert wurde.

Der Rabenhof wurde nach unserer Folk"Elbraben" benannt und für den Wandervogel ausgebaut mit einer schönen Wohnung. Er ist schuldenfrei, und der Wandervogel e.V. soll ihn erben. monija hat über das gesamte Gelände lebenslanges Verfügungsrecht.

Die Gemeinde Lüttenmark mit dem Rabenhof liegt am Rande von Endmoränen, dem eiszeitlichen Elbeufer im alten, flachen Elbeurstromtal nördlich von Boizenburg und südlich von Zarrentin.

Lage: Mitten durch Lüttenmark fließt die Boize. Rings um Lüttenmark liegen Wälder, Etwa 8 km westlich liegt die Heide mit 29 urzeitlichen, slawischen Hünengrabhügeln, am westlichen Rand des Dorfes mit ca. 200 Einwohner liegt der gestaute Wallmoorgraben, früher "Wendengraben", der ein Moor entwässert und Jahrhunderte lang die Grenze zwischen Slawen und Germanen war. Namenlose Anhöhen in der Umgebung sind zwischen 30 und 40 m hoch.  In Schwartow, ca. 9 km ist ein Naturbad, in Zarrentin am Schaalsee eine schöne Gratis-Badestelle, eine Fischerei mit Verkauf, schöne Restaurants und bei der Badeanstalt ein schöner Restaurantgarten am Strand. 

Durch Lüttenmark verläuft die Bundesstraße 195. Bis Boizenburg sind es 12 Kilometer, bis Zarrentin 15 km, bis zur Autobahnabfahrt Zarrentin 12 km, bis zur Bahnstation Boizenburg-Bahnhof 12 km, Bahnstrecke Hamburg-Berlin. Von dort fährt ein Bus.

Lüttenmark gehört zur Gemeinde Greven, 3 km.

Der Rabenhof wurde 1892 als Flachdach-Büdnerei gebaut. Er war ursprünglich ein Bauernhaus aus Hamburg, das die Elbe und dann die Boize herauf getreidelt wurde.  Das urspüngliche Baunhaus war abgebrannt. Das Geld zum Neubau zahlte teils die Versicherung, teils wurde es durch den Verkauf von Bausand gewonnen, das aus dem heute tieferen Teil des Grundstücks gewonnen wurde, in dem heute der Blumengarten liegt, von außen kaum sichtbar. 

Der hat einen Blumengarten und Ökogarten mit Ökoteich, der für Gäste sehenswert ist, außerdem eine Zeltwiese im Streuobstgarten, eine große Holzliederjurte, einen Tanzsaal und weitere Gästeräume, Gästebetten und Gästeküche. An der Straße vor dem Hof stehen viele Parkplätze zur Verfügung. Für Wohnmobile gibt es Plätze und Elektroanschlüsse.

Europatanzen: Auf dem Hof findet donnerstags ein Europatanzen statt. Außerdem gibt es drei Festwochenenden im Frühjahr Ende Mai/Anfang Juni, im Sommer Ende August/Anfang September und Anfang Dezember. Es wird viel gesungen und musiziert, getanzt und gesprochen. 

Vermietung nur für befreundete Gäste und Gästegruppen für Wandervögel, Ökos und Pfadfinder.... 038842-21888

Rabenhof und Grünes Band 

Ganz in der Nähe gibt es das „Grenzmuseum“ im Freien mit Wachtturm und Stacheldraht. Von dort geht ein Wanderweg in beide Rivhtungen entlang der ehemaligen Grenze.  Dabei ist die „Elfenwiese“ im verschwundenen Dorf. Und es gibt weitere verschwundene Dörfer, die zu DDR-zeiten im Grenzgebiet abgerissen wurden. 

In Lüttenmark gibt es dann noch den Wendengraben, der 200 Jahre lang die Grenze zwischen Slawen und Germanen war. Jenseits der Boize gibt es die Eiszeitkante, an der man auch wandern kann. Und etwa 8 km entfernt gibt es die Bretziner Heide mit 29 Hünengräbern aus der Bronzezeit in einer urigen Kraftgegend.

Wir haben die Rubrik „Rabenhof‘ auf unserer Webseite. Da ist einiges mehr zu finden. Auch Unterkunfts- und Lagermöglichkeiten für Freunde des Bundes, für Wandervögel und Bündische.

100 Jahre wandervogel ev.        2013

Es ist kaum zu glauben, denn wir haben gefeiert und wie wir gefeiert haben. hedo lud am 21. September 2013 Freunde und Bekannte zu seinem Geburtstag und zu 100 Jahre Wandervogel ein. Einige kamen schon einen Tag vorher am Freitag und wir erlebten die ersten Wiedersehens-freuden. Er hat sich etwas einfallen lassen und mit monijas Organisation im Hintergrund wurde es ein sehr gelungenes, ihm würdiges Fest. Nach dem Frühstück starteten einige die lustige Hofolympiade. In verschiedenen Variationen wurden große und kleine Kugeln und Bälle geworfen. Es ging um Zielsicherheit, Kraft und Geschicklichkeit. Von den Männern machte unser hedo den zweiten Platz und hatte damit absolut die Nase vorn. Er lachte und freute sich, wurde beklatscht und ich staunte über seine absolute tiefe Fröhlichkeit. Ich kenne ihn ja schon fast 20 Jahre und irgendwie ist er nicht wirklich gealtert. Auf dem Hof stand ein Zelt, wo später das leckere Buffet aufgebaut wurde. Im Kreis befanden sich geschmückte Tische und Bänke in einem Halbkreis und davor die Wiesenfestbühne für die Beiträge. Ich habe nicht gezählt, aber es waren viele, sehr viele Menschen, die sich Zeit nahmen  und mit ihm feiern wollten. Hedo eröffnete in einem für ihn üblichen Kreis. Wir lauschten seinen Worten, hielten inne und sangen gemeinsam sehr stimmungsvoll. Der/ die eine und andere ging auf die Bühne und erfreute die Gäste mit tollen Beiträgen. Wir haben gelacht, gelauscht und geklatscht. Es hat riesen Spaß gemacht. Die Leckereien waren mit Liebe zubereitet und der Dank gilt allen, die für das wundervolle Essen beigetragen haben. Am Abend fanden sich alle zum Tanze ein und die Geburtstags-band, die sich spontan formierte, spielte auf zum Tanz. Es gab noch etwas ganz besonderes an diesem Abend, ja etwas ganz kostbares, dass keiner hätte besser machen können. Anne Temme hielt eine Laudatio für Hedo. Sie erzählte von den Anfängen der Mitmachfeste- und Tänze, den Elbraben, eine Band für das Mitmachtanzen, die hedo gegründet hatte. Sie zählte Stationen auf, erzählte Geschichten und auch ihre und wie hedo sie bereicherte, ihren Weg als Tanzmeisterin zu gehen. Es gelang ihr, all seine Facetten aufzugreifen und wir schmunzelten, hielten unsere Bäuche und staunten über all sein Engagement über all die Jahre mit seiner Zeitschrift, dem FM und seinem Zutun für die Folkszene in Deutschland. Das Feuer zur guten  Nacht in der Jurte wärmte unsere Herzen erneut und wir sangen bekannte Lieder, hörten neue und Brigitta erzählte uns wieder ein Märchen. Es war ein schönes Fest und hedo hat beschlossen, es jetzt jedes Jahr weiter zu feiern. Ich empfinde tiefe Freundschaft und freue mich auf die nächsten Jahre. Wer nicht dabei war, hat jetzt einen Eindruck und trotzdem wirklich etwas verpasst.                                                                                        

 Bis bald, Eure Tina