Die Lücke in der Gesellschaft – Der Lebensstil -

Geschrieben von hedo holland am .

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Als ich oft in die DDR fuhr und mit Folkiefreunden durch die Straßen in Berlin, Halle, Schwerin ging, gingen wir durch Straßenzeilen, die verwahrlost, fast ruinenhaft aussahen. Und zwischendurch war manchmal ein Fenster, ein Balkon bunt, geschmückt mit Blumen, Farben, Postern, schönen, kleinen Details.

Ich fragte eumel, peter und ischi, was das zu sagen habe? Die lachten auf und sagte, das seien Folkies, die hier studieren und versuchen, sich ihre Umwelt lebenswert zu machen.  Wir gingen einfach hoch. Die Flurtür war beklebt mit Buttons und buntem Zierrat

Wir kamen darüber ins Gespräch, da ich das Gestalten und Schmücken der Wohnungen von unserem bunten Völkchen im Westen auch kenne. „Wir sind eben auch grün wie ihr und außerdem Sozialisten, auch wenn unsere DDR das Sozialistische und das Grüne nicht immer schafft.“ So ungefähr waren die Antworten.

Damals schon merkte ich, dass wir uns auch im Westen bunt absetzen vom „bundesrepublikanisch-kapitalistischen Massenstil“, nicht sehr viel, im etwas studentengerechtem Ikea und nicht mit den teuren, alten Möbeln, die von den Freunden im Osten günstig aufgegabelt werden konnten.-

Mit den Jahren wird das übliche BR-Konsumverhalten von vielen Freunden von mir im Wandervogel und bei den Folkies mehr und mehr abgelehnt. Zuerst waren es die das Singen, Musizieren und Tanzen, dann Wohngestaltungsformen und die Kleidung. Nun sind es auch mehr die Ess- und Trinkgewohnheiten. Geraucht wird von fast keinem mehr.

Sich so in Opposition zu Nachbarn, zu vielen Menschen, zur Gesellschaft zu setzen, erfordert etwas Mut und auch die Kraft über sich selbst zu lächeln, weil man das nicht arrogant als besser versteht, sondern eher als eine kreative, lieb gewordene Gewohnheit.

Gern bin ich auch in Geschäften, die alles aus Wohnungsauflösungen verkaufen und suche mir da meine Raritäten heraus. Gegen Tinnef war ich schon immer. Es gibt aber schöne alte Möbel und handwerkliche Arbeiten, die im Handel fast nicht oder nur enorm teuer zu finden sind.

Wer gern gestaltet, der kann solche Adressen ausspähen. Mit wenig Geld lassen sich hier wahre Schätze finden.

Massenkonsumenten haben ein anderes Kaufverhalten und selten ein Lebensstilbewusstsein. Sie geben schöne, alte gut gestaltete Sachen weg, die für mich und viele meiner Freunde wertvoll sind. Diese Lücke in der Gesellschaft gilt es für ein gutes Leben zu nutzen. Da findest Du die besten Weihnachtsgeschenke für Dich und Deine Lieben. h