Waldweihnacht & Wandervogel-Wintertreffen - 100 Jahre Wandervogel

Geschrieben von hh am .

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Gang in den Schnee

Wir begrüßten uns herzlich um 14 Uhr am Sonntag im Rabenhof in Lüttenmark zur Wandervogel-Waldweihnacht. Das Fest gut durchdacht mit dem Liederteil, der Wanderung und der Festtafel.

Gemeinsam schmückten wir die Festtafel, die Musikanten franky, thea, atti, alex, alexander, heinrich und hedo spielten locker und fetzig fröhliche Weihnachtslieder.

Das Singen begann. Liederhefte lagen aus, und es klang laut und leise, wunderschön, Lieder von der Natur, Krippen- und Marienlieder.  Die Zeit verflog wie im Flug und wenn Wandervögel im Nest singen. Wir fühlten uns wohl, waren über 20 aus Wittenburg, Büchen, Güster, Hamburg, Glinde, darunter sechs Kinder zumeist von den Büchenern.

Wir mummelten uns warm ein und gingen zum Wagen von heinrich, wo wir Kerzen in ‚Gläsern anzündeten. Dann ging es weiter zum von monija schon am Vormittag gekennzeichneten Tannenbaum im Wald zum Kreis. Wir schmückten den Baum mit Kerzen, Wurzeln und Äpfeln. Plötzlich kam der Weihnachtsmann aus dem Wald und schenkte den Kindern einen silbernen Stern. hedo sagte am Anfang ein paar Worte zur Wandervogelwaldweihnacht. Mehrere trugen Gedichte vor. monija sagte am Ende etwas über die Tiere im Wald, bevor wir unseren Baumtanz um den Baum schritten. Mit den Kerzen ging es heim.

Für die Festtafel waren noch einige Speisen zu wärmen. Die Kerzen wurden entzündet.

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Geschichte vom weißen Winter.

Als ich klein war, lag zu jedem Winter hoher Schnee. Ich war ein winziger Weihnachtsvogel, dünn und verfroren. Wenn unsere Familie am zweiten Weihnachtstag mit unserem Vorkriegsauto in den Wald fuhr, und wir dann im Schummern zu unserer Tanne durch den tierverschneiten stapften, war ein leises Frösteln und Schauern in mir. Wenn ich in die Fußstapfen meines Vaters stapfte, wurde es besser. Dann war plötzlich die strahlende Tanne da, besteckt mit einer Laterne und darüber tausend Sterne. Ich war verzaubert und konnte nicht sprechen. Als wir dann sangen - "O Tannenbaum, du trägst ein grünen Zweig", "Maria durch ein Dornwald ging" und "Es ist ein Roos entsprungen", hat sich in mir etwas aufgetan. Ich war klein und verliebt. Ich liebte dieses Singen. Seither sind Lieder für mich ein Teil von mir. Ein wundervoller Schatz mit Wurzeln und Trieben vom Tannenbaum im Wald. Die alten, schönsten Weihnachtslieder, die Lieder von stolzen Bäumen. Wohl deshalb singe ich so gern und sehne mich nach Schnee, nach Frieden, nach Weihnachten unter Sternen. Auch das ist ein Stück Heimat tief im Herzen. hedo 

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DIE FREUNDE KOMMEN

Die Freunde kommen ins Gitarrenklingen, in den Tschaiduft und in den Raum, erleuchtet mit vielen Kerzen. Die ersten Lieder klingen. Umarmungen, Begrüßungen. Schön, dass Du da bist. Zur Waldweihnacht war dann die ganz Crew da. Am liebsten würde ich Euch alle aufzählen, besonders die Weitgereisten. Wir hatten so viel wie möglich Platz geschaffen und sangen uns ein. Die Gäste trudelten gegen Drei Uhr Stück für Stück ein, wenn auch nur für ein paar Stunden. Herrliche Stimmen waren dabei. uweI nahm einen Teil der Lieder auf, ohne dass wir es merkten. Und dann rief uns die gute Wandervogeltradition zu unserem Baum. Mit Kerzen wanderten wir in den Wald, schmückten die Tanne mit Äpfeln und Möhren für die Waldtiere und steckten heinrichs Kerzenhalter an den Baum. Dann sangen wir, sagten Worte zur Weihnacht, zur Zeit und zum Bund, trugen Gedichte vor und auch die alte Friedens-Verkündigung von Lukas. Hedo trug sein erstes Waldweihnachtserlebnis 1939 vor. Zum Schluss sangen und schritten wir unseren Baumtanz und wanderten heim. Die schönen Waldweihnachtslieder, die wir haben, bewähren sich jedes Jahr. Festtafel, Tschai und hundert Kerzen warteten. Und als die Wanderer heimkamen, wurden sie von einem heimeligen Raum erwartet. Es ging noch lange hoch her mit wunderbaren Stimmen und Liedern. schorni, unser Schornsteinfeger, kam mit seiner Geige vorbei. günther holte sein Xylophon heraus. M.   brachte uns das alte Lied nahe von der Lucia, der schwedischen Lichtfrau. Den Goldgreifen erhielten viele.  Es wurde eine bunte Nacht. Besonders schön war, dass Ewu, fast unbemerkt, einige der Lieder aufnahm und eine CD mit einem Zusammenschnitt schickte.Weihnachten ist für manche ein melancholisches Fest, für manche Einsamkeit, für viele Nostalgie, Konsum oder Kurzurlaub. Für viele ist es noch ein Familientreffen, bei dem mit Klönen gut zusammen gesessen wird, und es ein besonderes Festessen gibt, ansonsten sind Kultur, gemeinsames Singen und Musizieren bei jeden verloren gegangen. Recht viele gehen auch Weihnachten in die Kirche, selbst, wenn sie sonst selten zur Kirche gehen. Dort, wo die alten, formmen Lieder gesungen werden und Kinder ein Krippenspiel aufführen.Für manche, besonders für Folkies und für Familien mit guter Tradition ist Weihnachten noch das größte und schönste Fest des Jahres, für viele nicht mehr bibelgeprägt, mit Gedanken an die Zukunft, auch mit neuen Liedern und Geschichten.Und doch waren und sind es seit den Jahrhunderten unserer Ahnen die geweihten Nächte. Verschönert durch das Christentum und vertieft durch die Gedanken von Frieden, von ZukunftUnd für die manche waren und sind die heiligen Nächte die Hoffnung auf Frühjahr, Sonne, Blüte, Liebe, reiche Ernte gutes, gesundes Essen und Trinken.Für die Kinder die langerwarteten zauberhaften Tage mit Tannenbaum, lebendigen Kerzen  und schönen Geschenken.Und dabei ist für jeden Menschen die Aufgabe gestellt, fürs Erfüllen der Hoffnungen, für echten Frieden, für gute Ernte zu sorgen. Und diese Sorge ist zu krönen mit einem gutgestalteten mehrtägigen Fest voller Freude und Freundschaft, voller Taten und Geschenke. Wer gestaltet nun seine Weihnacht auch im Andenken an Eltern und Ureltern in Verantwortung für Kinder und Zukunft?

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Wie gestaltest Du das Fest?

Mit schönen, treffenden Liedern, mit Geschichten aus Vergangenheit für die Kommenden? Mit Gedichten, mit Ritualen, mit echten Kerzen und Tannenbaum, mit Grün und auch mit Einladungen für die, die allein sind?Oder hast Du dazu nicht die Ideen, nicht die Kraft, nicht den Willen? Lebst Du lieber frei nach Schnauze, was Dir gerade so einfällt, und was bequem ist? Schenkst Du Dir ein Auto und andern nix? Fährst Du mit einem Luxusliner zu vielen Sehenswürdigkeiten in der Welt? Oder vertagst Du Weihnachten auf Alkohol und Knallerei mit Saufkollegen zu Silvester? Fährst Du zu einem Singetreffen und Winterlager mit Freunden und Wandervögeln? Oder bist Du vor dem Weihnachtsfest bei unserer Singewoche und Waldweihnacht auf dem Rabenhof in Lüttenmark mit 100 Kerzen, in schöner Gegend, guter Atmosphäre und bei alkoholfreiem Tschai?   hedo

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Weißer Winter

1.Weißer Winter, und wir wandern Wer weiß wohl wie weit ?

Weißer Winter, und wir wandern durch die kalte Zeit

 2.Freude wartet hier im Dunkeln wie ein schöner Traum.

Sterne weisen uns im Wald den grünen Tannenbaum.

 3.Und wir kommen mit Laternen, Liedern und Gedicht.

Eine spricht die alten Worte beim Laternenlicht.

 4.Nacht ist um uns, schweigend gehen wir dem Hause zu.

In der Ferne Glocken läuten. Bajuschki Baju.                              Deutsch: wv      Melodie Bajuschki

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Wintertreffen und Waldweihnacht und unser Feiern

 Unser Wintertreffen mit der Waldweihnacht vom 1.-6.12. 2020 ist auf 25 Teilnehmer begrenzt und ausgebucht. Es ist möglich, sich auf die Nachrückliste setzen zu lassen, da wohl einige ausfallen werden, wenn es stattfinden kann.  

Wer zurück blättert wird eine Menge von Meldungen wie Teilnehmer, Programm, Kosten etc. erfahren.

 Weihnachten ist beim Wandervogel in jedem Jahr ein Schwerpunkt, deshalb, weil wir es mit Hoffnung auf Frühling und Grün verbinden, wie auch in diesem Jahr. Wir feiern am Sonnabend, den 5.12. unsere Waldweihnacht nicht mit Brimborium mit vielen Kerzen, Liedern, Geschichten im großen Rabensaal und unserer kleinen Feier um einen Tannenbaum im Wald.erbandelt.-

Es gibt Yoghi-Tschai und Überraschungen. Viele Musikanten sind dabei.

 An den Tagen vorher wird vorbereitet. Es werden auch Lieder aus dem neuen Liederbuch „hedos lieder“ (spurbuch-verlag) auf Tonträger eingesungen. Und es wird gesprochen über Fragen der Welt, des Landes, des Bundes.

 Wenn das Treffen nicht stattfinden darf, sagen wir hier auf unserer Webseite www.wandervogel.info ab und bieten Alternativen. 

Du kannst mitmachen und auf die Nachrückliste kommen, ruf an. 0152 2198 3817.

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Einige Liedtexte. hedo hat die Noten.

Tal und Hügel sind verschneit

Tal und Hügel sind verschneit, und die Nächte schweigen.
|: Da wir uns zu dieser Zeit :| vor der Stille neigen :|
Grünt ein Tännlein irgendwo, tief im Wald verborgen
|: das macht unsre Herzen froh :| wie ein lichter Morgen :|
Auf den Zweigen werden bald helle Lichter glänzen,
|: und die Nacht im dunklen Wald :| feierlich bekränzen :|

Heut' ist ein Sternlein vom Himmel gefallen

Heut' ist ein Sternlein vom Himmel gefallen, hat‘s keiner gesehen, es
leuchtet uns allen. Es leuchtet das Sternlein mit helllichtem Schein ins
Herz uns hinein.
2. Heut ist der Himmel zur Erde gekommen, hat‘s keiner gefühlt, hats
keiner vernommen? Es leuchtet der Himmel mit helllichtem Schein ins
herz uns hinein.
3. Heut ist ein Leuchten ins Herz uns getragen, hat‘s keiner gefühlt, kann‘s
keiner denn sagen? Es leuchtet die Weihnacht mit helllichtem Schein ins
Herz uns hinein.
es weihnachtet schon. Am Kranze die
Lichter, die leuchten so fein, sie geben der Heimat einen helllichten Schein.

Guten Abend, schön Abend
1.Guten Abend, schön Abend, es weihnachtet schon. Der Schnee fällt
in Flocken, und weiß steht der Wald. Nun freut euch, ihr Kinder, die
Weihnacht kommt bald.
2.Guten Abend, schön Abend, es weihnachtet schon. Nun singt es und
klingt es so lieblich und fein. Wir singen die fröhliche Weihnachtszeit ein.

Lasst uns zu der Tanne geh'n
Lasst uns zu der Tanne geh’n Uns’re Hände lasst uns fassen, alle Not zu
Hause lassen und den hohen, und den hohen und den hohen Himmel seh’n.
2.Hier im Wald zur Weihnachtsstund’ Woll’n mit Kindern Liebe
leben,Fröhlichkeit und Freude geben.Reichen uns die Hand reichen uns
die Hand reichen uns die Hand zum Bund
3.Lasst uns zu der Tanne geh’n Unsr’e Hände lasst uns fassen, alle Not
zu Hause lassen
und den hohen, und den hohen und den hohen Himmel seh’n.
4. Strahlt der Sterne heller Schein über weißem Winterwalde, Freunde,
freuet euch, den balde wird das Tal.... voll Lichter sein.

Als mein gelber Wellensittich aus dem Fenster flog, hackte eine Schar von Spatzen auf ihn ein, denn er sang wohl etwas anders und war nicht so grau wie sie, und das passt in Spatzenhirne nicht hinein.

1.Auf dem Weihnachtsmarkt läuft einer, nach dem sich die Leute umdreh‘n. Etwas Grünes hat er sich ins Haar geschmiert. Er trägt eine Glitzerhose und am linken Ohr Geschmeide, etwas Wangenrouge, der Hals ist tätowiert. Träge Menschen werden munter. Stille Bürger sind entrüstet. Dreckparolen wirft man, wo er geht und steht. Einer sagt: Das ist der Abschaum! So‘was müsste man erschießen! Wenn das mein Sohn wär', ich wüsste, was ich tät. Jemand sagt: Der ist entlaufen! Jemand sagt: Hau ab. Zieh Leine! Irgendwo ruft einer halblaut: Schwules Schwein. Jemand spuckt ihm vor die Füße. Jemand wirft nach ihm ein Brötchen. Ein Besoff‘ner packt ihn und schlägt auf ihn ein.

2.Fünf Soldaten auf der Bude. Vier sind sofort dicke Freunde, nur der Fünfte ist 'ne Pfeife, das steht fest! Alle war‘n schon blau, nur er nicht, hat von Fußball keine Ahnung, abends liegt er mit ‘nem Buch in seinem Nest. Täglich schreibt die Pfeife Briefe und kriegt Post aus ander‘n Ländern. Alle prahl‘n mit ihren Weibern, nur er schweigt. Er versaut die ganze Stimmung, wenn sie Witze sich erzählen, es wird Zeit, dass man ihm mal die Meinung geigt! Sonntagnacht, die Pfeife schläft schon. Uns‘re Vier sind stockbesoffen. In der Dunkelheit zerr‘n sie ihn aus dem Bett. Eine Flasche braunen Fusel flößen sie ihm ein und lachen. Und sein Buch wird eingeschmiert mit Stiefelfett.

3.Im Lokal ist Kinderfasching. An der Tür gibt es Getuschel. Eine Mutter bringt ihr Sternentalerkind. Das ist geistig schwer behindert, kann nicht sprechen, nur so brummeln, doch es strahlt, weil hier so viele Kinder sind. Und die Mutter setzt sich mit ihm an die lange Kaffeetafel, ihr kleiner Sternentaler klatscht zu der Musik. Keiner schenkt ihnen Kakao ein, niemand setzt sich in die Nähe, ab und zu nur trifft sie ein verstohlener Blick. Als die Kinder tanzen, schwingt sie auch ihr Kind herum im Kreise. Manche tanzen weiter, and‘re bleiben steh‘n. Jemand sagt: Das ist geschmacklos, schließlich sind wir keine Anstalt. Unsere Kinder sollen so etwas nicht seh’n. T+M: Gerhard Schöne

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