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Geschrieben von wv am .

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Wandervogelmaien 2021 zu Mittsommer & Wandervogelernste 2021.

In diesem Jahre wegen Corona erst zu Mittsommer bei herrlichem Wetter.

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Wir haben unsere Wandervogelmaien-Woche auf Mittsommer verschoben und uns auf 15 Teilnehmer geeinigt. Wir mussten Huub absagen und konnten längst nicht allen Interessierten zusagen. Trotz des weniger dichten Programms, wurde es ein Treffen, von dem ich mit Freude berichte. Die Dichte unter uns war besonders gut. Alle 15 haben sich für die Wandervogelernte vom 30.8. -5.9. angemeldet. Wir wissen noch nicht, auf welche Anzahl wir das Treffen begrenzen werden. Über 50 werden wir wohl nicht gehen. Um gleich mit auf die Liste zu kommen, ist eine frühe Meldung zu empfehlen. Wandervögel werden bevorzugt. Wir haben die Zwangspause durch die Pandemie gut überstanden.

Bei den Vorbereitungen vorher waren dabei:  franky, hedo, mat, monija, oki, Ulrike Kr.  /  Mit dabei waren: Beate, bob, Franky, gesa, hedo, Inge, ingo, Karin, mat, monija, oli, Suse, tina, Ulrike Ke, Ulrike Kr. 

Gelände und Feuerstelle waren herausgeputzt. Das Wetter war großartig und so günstig, dass alle Workshops, das Essen und die Abende draußen verbracht werden konnten. Demnächst besteht unser Bund 23 Jahre. Und nun tragen bei uns doch mehrere Kluft. Das grünrotgoldene Halsruch mit weißem Hemd sieht richtig schick aus.  

DSC_0608.jpeg.  Workshop: MittsommerliederWandervogelmaien

Freude beim Wandervogelmaien

Ich freue mich auf die Freunde, die mit ihren Taten und Gaben mit Freude kommen. Das Treffen ist ein Zusammenrücken des Bundes. Die Gespräche geben mir viel. Die lukullische, blumengeschmückte Festtafel stärkt und bringt Freude. Das Lernen von Liedern und Tänzen bringt Lockerheit und weitere Freude. Das gemeinsame Musizieren bereichert das Fest. Mittelpunkt ist unser wunderschöner Maibaum auf Wandervogelart. Was soll mich davon abhalten, zum Wandervogelmaien zu kommen? Für mich ist es mit Weihnachten und Waldweihnacht das schönste Fest des Jahres.  

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Ich freue mich, dass der Maibaum so wunderschön geworden ist, in der Sonne glitzert und im Wind flattert.

Unser Bund hat das Glück, dass wir auch unsere Freunde mitbringen können, die nicht im Wandervogel sind. Und wer dabei war, kommt meist immer wieder. Dadurch sind wir ein sowohl ausgewählter wie bunter Haufen, der der gern singt, musiziert und tanzt und andererseits die Natur liebt.

MITTSOMMERFEST

Als wir die Mittsommerliedr von Ulfina & Gulfina, vom Harlekin, von der Nachtsonne und vom Mittsommerfeuer sangen, fühlte ich mich so, wir mit der der Familie und den Großeltern am Feuerher in der Küche von alten Zeiten sprachen. Mein Opa  war noch Schuster im Keller und war als Findelkind in Thüringen in einem Dorf bei Altenburg als Baby von armen Webern aufgenommen worden, war dann Schulbester und ging auf die Schuster-Wanderschaft und kam nach Hamburg. Er konnte wunderbar erzählen. Von Gnomen und Trollen, von Elfen, Feen und Zauberfrauen., die am Feuer bruzzelten und zur Sonnenwende tanzten. Mit kleinen Steinchen, mit Haselruten und Heckpfennigen konnten sie Wünsche erfüllen. Ich stellte mir dann oft meine Oma jung vor. Und noch heute kommen mir zu Mittsommer diese alten, schönen Bilder wie wirklich vor. Das trägt dazu bei, dass mir die Sonnenwende im Sommer wie im Winter besonders lieb ist, wie ich sie so locker und fröhlich beim Wandervogel erleben kann.

LIEDERWERKSTATT MITTSOMMERLIEDER

Als wir die Lieder von den kleinen hutzeligen Waldmännlein, von den Erdbeergaben, von bekränzten Haare, krabbeligen Käfern und Kindern sangen, da wusste ich, dass wir mit dem Mittsommer-Liederheft einen Schatz angehäuft haben, der vielen Menschen Freude bereiten kann und Menschen mit einem weiten Herz und großer Phantasie, anziehen wird, die sich Träume und Kräfte der Kindheit bewahrt haben.

TÄNZE MUSIZIEREN DER ELBRABEN UND TANZEN DER MEISTEN

Gesa hat dri großartige Tanzhefte mit zumeist europäischen Folktanz-Melodien für die "Notenspieler" bei Hannover zusammengetragen. Da wir nur 15 sein konnten und dann in der Woche mal 14 mal 15 waren, kamen nur 8 Musikanten. 5 Klampfen, ein Cello und 2 Flöten. Das war ungewohnt dünn für fetzige Elbrabenmusik. Marianne, Jutta, Atti, Uwe, Ecki, Jörg und Jochen fehlten uns.  Aber wir übten zusammen und spielten dann Mitmachtänze, die es in sich hatten.

Wir spielten den tollen griechischen Dreher, den Sonnentanz, den deutschen Baumtanz. Der Carolans Welcome brachte alle Tanzenden schnell in Freude. Da es sehr heiß war, tanzten wir draußen im Schatten, begannen wie immer mit der Polonaise - dem Lüttenmarker Einzug - und dann mit dem "Hoida", dem Gründungstanz der Elbraben, der bis heute, seit über 40 Jahren bei unseren Festen als erster Mitmachtanz nach dem Einzug gespielt wird.

Der "Hoida" ist der Tanz, den hedo von Christa Wiegand von den Fahrenden Gesellen in Hamburg lernte. Sie hatte ihn von einem holländischen Lehrer gelernt, der ihn aus einem Kibbuz in Israel mitgebracht hatte. Er verpasste dem Tanz einen holländischen Text, der von Tanzenden und Zuschauern sofort mitgesungen werden kann, auf Holländisch. Nach Isarael war der Tanz von rumänischen Jugend mitgebracht worden, ganz am zu Anfang des neuen Israel zur Begründung einer neuen europanahen Tanzkultur. Es wurde nach einem leicht tanzbaren palästinesischen Mitmachtanz gefragt. Nur keiner hatte solche Noten. Hat ein Leser Noten und Tanzbeschreibung zu so einem Tanz?

Auch zu anderen Tänzen und Tanzmusiken wurden Geschichten erzählt, zu den Autoren O'Carolan und Theodorakis, zum Sonnentanz und zum deutschen Baumtanz. Es sind Geschichten, die bei uns herumgehen, tief in die Tanzkultur eintauchen und für die Lernenden die Tänze greifbarer, erlebnisreicher und intensiver machen können.

Wer musiziert und die Hefte mit Tanznoten von Gesa aus Hannover und von den Elbraben aus Hamburg nicht hat, kann sie ja bekommen. Manche Tanzleiter und Tanzkreise hätten so die Chance mit 3,4 Musikanten öfter mal zum Tanz aufzuspielen oder gar eine Folkband zu gründen. Besonders hilft dabei die auszuleihende Bigbandmappe der Elbraben für die, die bei uns mitmachen.

FESTTAFEL ZU MITTSOMMER

Wir essen im Bund bei unseren Treffen immer gemeinsam, vorher mit einem Lied und einen Spruch, der oft frei erfunden oder manchmal zitiert wird. Ein Kinderspruch, den wir schon zu DDR-Zeiten in Mecklenburg hörten, kennen wir alle und nutzen ihn im Chor, wenn keiner spontan einen Spruch einbringt: Piep, pipe, piep, wir haben uns alle lieb.Ein jeder esse, was er kann, nur nicht seinen Nebenmann, weil das nicht Liebe ist, wenn man seinen Nachbarn frisst.

Jeder bringt für die Festtafel lukullische, möglichst selbst gemachte Leckereien mit (weniger die süßen). In diesem Jahre war der Wandervogelmaien coronabedingt erst zu Mittsommer und drum ein Erdbeerfest. Renner waren ein Erdbeerzauber von Suse und scharf gewürzte Schnitzel vom Rinderbraten von monija.

Die Festtafel ist bei unseren Wochenendtreffen im Jahr am Sonnabendabend der Auftakt zum Mittelpunkt der Treffen. Einer hat sich eine Rede überlegt wie auch in diesem Jahr.

Festtafel-Rede

 Lieder: Sing, Sing, Sing / Kuckuck ruft / Wir wollen zu Land ausfahren/ Unser Wandervogelbund ist in erster Linie für Freude, Miteinander und Zukunft da.Für gute Traditionen und Freundschaft mit Völkern, Freunden und Neuen. Wir sind hier auf dem Rabenhof, um Kraft zu schöpfen. An einem Kraftort, um zu bewahren, was wertvoll ist,zu bedenken, was künftig zu tun ist für uns, Menschen und Naturkultur. Mit Mut zur Veränderung, mit tollen Ideen auch Neues zu wagen, Kraft zu schöpfen für einen Aufbruch zum Wohle aller. Das ist unser Wandervogel-Kompass. Unsere Festtafel zu Mittsommer ist ein Erdbeerfest. Wir danken, dass wir das Glück haben, trotz allem, in einem Land zu leben, in dem wir von Weither zusammenkommen können mit guten Speisen und klarem Wasser. Es  möge allen Wandervögeln und Menschen gutgehen.  Panta Rei.

Festabend

Der Festabend am Sonnabend gehört zum Wandervogel-Wochenendkonzept. Er beginnt mit dem „Lüttenmarker Einzug“, der von den Musikanten gespielt wird, während die Tänzerinnen und Tänzer ihre Polonaise schreiten. Zur Eröffnung sagte hedo: Wir sind diesmal nur wenige.Weniger Musikanten und weniger TänzerInnen. Lasst uns bei an unserem Festabend auch an die denken, die es schwer haben. Das sind Kleo, Anne, Jutta, Leo, Heinrich und Dietmar. Wegen der Hitze wird weniger getanzt und wegen Corona mit Tüchern. Nach dem Tanzen und den Vorträgen der Feuersänger gehen gibt es ein Singen und Musizieren am Feuer. Nach ein paar Eröffnungsworten und dem Lied „Goden Abend Speelmann“ beginnt das Mitmachtanzen mit einigen Singtänzen, zu denen man nicht unbedingt Musikanten haben muss. Klampfe, Flöten, Trommel oder nur Singen genügen. Hauptsache Livemusik. Das ist zuerst der „Hoida“ und dann Tänze wie der Große Atlantik, der Baumtanz, der Sonnentanz, der Fuchstanz, Pippi Langstrumpf, Waltzing Mathilda oder Zauberkreis. Wir tanzten die Tänze coronasorgsam mit bunten Tüchern. Und das war so schön, dass wir künftig wohl nicht auf Tücher verzichten wollen. Dann kommen die „Feuersänger“, Wandervögel, die etwas vortragen möchten. Ein Lied, ein Gedicht, ein Märchen, einen Sketch, eine Parodie… Das waren Suse, Ulrike, bob, Inge, Gesa mat und Ingo.  Und zum Schluss das Wandervogellied meist mit den Klampfen in der Mitte. Die Festabende sind der Höhepunkt, zu dem alle, die sich früh melden, etwas vortragen können.

Mittsommerfeuer

Wer feiert im Land noch Mittsommer oder Sonnenwende? Wir Wandervögel sind seit über 100 Jahren dabeigeblieben. Trotz Verboten und Diskriminierung von vielen Seiten, trotz Übertreibung der Bräuche durch die Nazis, die selbst das Wort „Sonnenwende“ belasteten. Wir sind weiterhin entschieden für Freiheit und für unterzerstörte Natur und  für Jahreszeitenbräuche. Das Verbinden von Kultur und Natur, von Fest und Lukullischem, von Zeremonie und Erinnern bewahren wir für uns und unsere Kinder mit Liedern und Tänzen, mit dem Mittsommerfeuer und unserer Tschaizeremonie. Alle Menschen, die das mögen und wollen, dass Wandervögel am Himmel wie auf Erden frei leben können, sind herzlich bei uns willkommen. Wir haben in Lüttenmark den Rabenhof, wo bei Bundesjurte, Tanzplatz und Insektenhotel der Steinkreis ums Feuer gelegt ist, drumherum die Baumstammbänke, die Oswald uns mal zimmerte.

Hedo hielt die Feuer-Rede in etwa so auf Platt: Eine Feuerrede für den Wandervogel zu halten, ist für mich eine große Freude. Wenn das Feuer die Nacht erhellt und der Rauch den Weg zu den Sternen weist, dann ist Zeit um inne zu halten. Wir haben Mittsommer. Die Zeit der Sonnenwende. Die Tage werden kürzer, die Nächte länger. Der Frühling ist vorbei. Die Erntezeit kommt. Wir paar, die wir hier sind können jetzt daran denken, was wir aus der Pandemie an Lernen mitnehmen können, und was wir durch die Virologie besser haben, als Menschen in früheren Zeiten, alsPest und Cholera wüteten. Meine Großeltern hatten in Hamburg 1892 noch die Cholera, und ein Onkel von mir starb daran. Dann wurden erst die großen Wasserleitungen und Abwasserkanäle gebaut. Und die Virologie begann ihren Siegeszug mit Robert Kochs Tasten in Hamburg.Es war diesmal so heiß gewesen, dass wir einen kalten, alkoholfreien Tschai besonderer Qualität vorzogen und mit einem Liederkranz umrahmten.

Suse, Ulrike, bob, ingo und hedo hatten ihre Klampfen dabei, olli und Ulrike 2 sorgten für das Mittsommerfeuer und wir sangen. Unsere Lieder sind fast immer auf Deutsch, schon, damit wir die Feinheiten besser fühlen und verstehen können. Und viele von uns kennen die schönsten deutschen Lieder, Wandervogellieder und auch gute Übersetzungen., Drei Zigeuner, Winde weh’n, Kornblumen blühen im Sommerwind, Schilf bleicht, Nun Freunde lasst es mich einmal sagen, Wenn der Abend naht, Im Fiedelers Grün, Dat du mien Leewsten büst, Kuckuck ruft im Tannenwald, Eines Morgens ging ich so für mich hin, Du bindest von Blüten de Mittsommerkranz, Um das Feuer von Ol Perssons, Hans Spielmann, Die Schauer der Liebe, Abends treten Elche aus den Dünen, Dämmerung fällt, Wenn ich ein Vöglein wär, Ich bin ein klein wild Vögelein, Kein Feuer keine Kohle, Abendstille überall, hedo noch nen Becher Tschai…. Viele weitere Lieder verzauberten uns die Nacht. Der Mond warf Mondschattenlicht und in der Nacht sangen die Nachtigallen und ließen uns schweigen zur Hochzeit des Jahres. Die Königskerzen am Steinkreis bewachten das Feuer. In Gedanken haben wir mehrmals die einbezogen, die nicht dabei sein konnten oder coronabedingt nicht durften. Besonders dachten wir an unsere kranken Freunde: Kleo, Anne, Heinrich, Leo und Dietmar.

MITEINANDER – SCHLUSSRUNDE

Wir standen im Kreis um den großen Kastanienbaum wegen der Hitze im Schatten und nicht wie üblich um den schönen Maibaum.

Kanon: Wann und wo? Wir waren hier, um Freude zu haben, Freunde zu finden, zu singen, musizieren, tanzen, sprechen und die Landschaft und den Bund zu genießen. Das, was wir für unseren inneren Reichtum erlebt, gelernt und gespeichert haben, nehmen wir mit nach Hause zurück.

Wir sehen uns wieder vom 30.8. - 5.9.21 bei der Wandervogelernte, beim Berichten von den Sommerfahrten und zu meinem 88.ten. hier auf dem Rabenhof in Lüttenmark. Jeder von uns hat sich schon angemeldet und bekommt den Mitmachbogen. Wir werden wohl recht viel mehr sein können. Vielleicht wird die Zahl aber doch begrenzt. Interessierte Mitmachgäste sind herzlich willkommen. Wandervögel haben den Vorzug. Ich freue mich schon jetzt auf Euch und auf das Treffen. 

Ich wünsche Euch, die Ihr dabei sein durftet und allen lieben Freunden und Wandervögeln eine gute Zeit, Gesundheit, gute Fahrt, horrido und viel Freude.

Zum Schluss sangen wir das Wandervogellied

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