Brief der Hoffnung

Geschrieben von wv am . Veröffentlicht in Artikel

Ich habe Lust Dir zu schreiben. Heute ist unser herrliches Herbstfest und Wandervogelmaien mit vielen Liedern und Fahrtenerzählungen am Feuer vorbei. Und die Freundschaften sind dabei das Beste.

Du schreibst von Deinen Studien in Landschaften, Sprachen und Zukunftsmodellen. Das zählt wohl zu den spannendsten Themen heute. Und doch.

Vor der Frage, zu studieren, was so gedacht, geschrieben, probiert wird stand ich auch einmal, wurde dann aber im 2. Beruf, nachdem mir Manager nicht mehr gefiel, lieber Lehrer, obwohl mit das am Ende zu schwer wurde, da ich mit vollem Engagement dabei war und nebenbei ein Stadtteilzentrum, das „Miteinander“ in Hamburg  für junge Erwachsene in der Großstadt, u.a. gegen Einsamkeit, aufbaute.

Zur Rente habe ich mich dann vorrangig mit der Frage des persönlichen Glücks für mich und andere beschäftigt. Für mich ist das die Hauptfrage des Lebens.

Das Spannende ist für mich, dass ein Großteil davon selbst machbar und teils sogar selbst suggerierbar ist. Wenn ich mehrere Freuden am Tag produziert habe, fühle ich mich schon glücklich. Und wenn monija und ich den Tag mit einem Lied anfangen, dann bei Kerzenlicht und Blumen frühstücken und dann politisieren, kontrovers und doch gemeinsam, ist das für mich ein wunderbarer Tagesanfang, ein guter Start in einen vielversprechenden Tag.

Wer wie viele Wandervögel gedanklich ein Doppelleben führt zwischen „harter, realer Wirklichkeit einerseits und einer Gedankenwelt mit Träumen, Vorwärtsdenken, Ausprobieren, Romantik, (ohne sich darin zu verlieren), hat es besser, als Menschen, die sich in der Hamster-Mühle der Alltage verlieren, festrennen, blockieren, werden oft von Konsum, Alltagszwängen, Geldfragen, engem Denken eingeengt und werden zu Gefangenen ihrer selbst, zu Hörigen und Manipulationsmasse von Medien und Manipulatoren, teils mit Blindheit, Angst und Wut belastet.

Um die beiden Welten mit Freude durchzuhalten, bediene ich mich der ironischen Romantik. Vieles, was sogenannte Mächtige, Schreibmeister, Denker behaupten, sehe ich dann distanziert, praktisch und teils wie das Spiel einer Marionettenbühne und kann die nächsten (und oft gruseligen vielfach vorgegaukelten Schachzüge und Ablenkungsmanöver) voraussehen und belächeln.

Die Frage des Glücks am Tag ist immer da. Und die großen Fragen der künftigen Erde und Welt, der jetzt wieder neu notwendig erscheinenden Globalpolitik Europas und Deutschland auch. Mit neuem Wirtschaftssystem, mit gänzlich anderer Klimapolitik, mit neuem Umgang mit Rohstoffen, Pflanzen, Tieren, Luft, Erde und Wasser.

Die Systeme streiten miteinander und sind in ihrem alten Denken festgefahren und können nur Minischritte machen. Grundsätzlich wird wenig geändert, vieles ist noch wie vor 100, 200 Jahren, das längst eine Änderung braucht. Es geht noch immer um Macht, statt um die Erde, die Elemente, Leben von Mensch, Pflanze, Tier…. - um NaturKultur, Mitmenschlichkeit und Miteinander.

Hohe und heilige Ziele können wir vertreten, monija, ich, Du, Wandervögel, Reformer…. Das ändert noch wenig. Der Weg zum eigenen „Glück und Miteinander“ ist der Ausgangspunkt für Kreativität, Impulse, Anfänge, Nachhaltigkeit, NaturKultur-Projekte und die Gewinnung von Menschen dafür.

Ideologien, Glaubensrichtungen, Parteien haben ihre Zwänge, ihre Machbarkeit. Auch wenn wir glauben können, alle 4 Jahre mal ein Kreuzchen machen, halten wir uns frei von Ideologiezwängen, bewahren wir uns Hoffnung und möglichst freies Denken und Handeln.

Ich hoffe, es geht Dir gut, Du bist glücklich und eroberst Dir Deinen Platz, der Dir gebührt.

Liebe Grüße und gute Fahrten!

hedo

www.spurbuch.de

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