Tschai-Kultur - Yoghi-Chai-Rezept & Tschaizeremonie & Tschailieder 100 Jahre Tschai, Zeremonien des Wandervogel

Geschrieben von h am .

Teestube 002.jpg Tschaizeremonie in der Zauberjurte.  "Dufte Kunden" & "Rundgesang" im Miteinander, 100 Jahre Tschai, Zeremonien des Wandervogel, Teestubengespräche

Die Tschaizeremonie hat bei uns im Wandervogel seit fast 100 Jahren einen hohen Stellenwert. Sie wird bei fast jedem Fest gefeiert, auch wenn der Tschai - wegen Kindern, Autofahrern und teils auch aus Prinzip ohne Alkohol gebraut wird. Die Hexenmeisterinnen haben die Tschaiweisheit mit Rührlöffeln gefressen. Jedes Mal ist was anderes drin, eben ein Tschaieintopf. Aber Mandeln müssen viele dabei sein ob geschält oder ungeschält. 

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Warum die Zeremonie?: Sie bringt uns nahe, die Tschaikanons klingen. Es gibt Lachen und Dichten. Der Duft, die Mandeln und der rausgekochte Alkohol zaubern eine Atmosphäre, die das Singen, Vortragen und Erzählen einläutet, und die ich, die die meisten, nicht missen möchten. Nur: Es gilt sie gekonnt zu zelebrieren. 

Feuerkreis2-neg.jpg. Grafik unseres verstorbenen Freundes schrat 2 (Dieter Bretz)

Yoghi - Tschairezept.    14.10.2020. bob

Hier kommt meine gesammelte Expertise zum Thema Chai.

Masala Chai ist in Indien ein Getränk, an dem man nicht ewig schlürft, sondern das man zwischendurch immer mal wieder als kleinen Kraftmacher oder "Kick" zu sich nimmt. Getrunken wird traditionell aus kleinen Gläsern oder Tassen (0,1l), mehr möchte man meist auch gar nicht. Daran orientiert sich auch mein Rezept. Der Chai schmeckt sehr viel intensiver, als man es hierzulande kennt. Süß-scharf-würzig-sahnig.

Zutaten für 4 Portionen: 1TL grüne Kardamomkapseln 1TL Nelken 1TL schwarzer Pfeffer (lasse ich oft weg, weil der Ingwer genug Schärfe hat)

1 Stück (ca. 3cm) Zimt 1 Stück (ca. 4cm) Ingwer 0,5 l Milch 4TL schwarzer Tee 4TL Zucker mindestens (indische Chaiwalas nehmen 2 bis 3 Mal so viel)

Die Gewürze im Morser zerstoßen. Den Ingwer klein schneiden oder raspeln. Ein wenig Wasser zum Kochen bringen, Gewürze und Ingwer darin ein paar Minuten köcheln lassen. Die Milch zugießen und wieder zum Kochen bringen. Den schwarzen Tee zugeben.

Das Ganze wird nun auf relativ hoher Temperatur gekocht, so dass die Milch immer wieder aufschäumt. Dann entweder den Topf anheben oder den Herd (je nach Sorte) kurz runterschalten. Dieses mehrfache Hochkochen ist wichtig, dass die Milch sahniger und dicker wird.

Nach ca. 5 Minuten den Zucker in den Topf geben, umrühren.Den Chai nun durch ein Sieb oder Nesseltuch in ein anderes Gefäß abgießen. Heiß genießen.

Chaiwalas benutzen meist kein Wasser, nur reine Milch. Manche fangen mit dem schwarzen Tee an und werfen die Gewürze erst viel später in den Topf. Ich bilde mir aber ein, dass es sinnvoll ist, wenn die Gewürze etwas länger mitköcheln. Für Inder wahrscheinlich eine Frage weltanschaulicher Dimension...

Prost, liebe Grüße und Namaste.  bob

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Tschailieder sind bei Wandervogeltreffen am Feuer wichtig zur Umrahmung der Tschi-Zeremonie.

Ähnlich wie bei den Festen bei einer Festtafel festlich gespeist wird, wird der Tschai von Auserwählten gebraut, dann kredenzt und zeremoniell getrunken, indem jeder vor dem Trinken für alle hörbar einen (möglichst selbstverfassten) Spruch sagt. Diese ca. 1920 im Wandervogel aufgekommene Teezeremonie mit dem oft alkohollosen Tschai wurde von vielen anderen Gruppen übernommen und im Wandervogel weiter stets variabel verfeinert. In unserer zeremonie-armen Zeit ist die Tschaizeremonie für viele Teilnehmer einer der Höhepunkte der Wandervogeltreffen am Feuersteinkreis heute.

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Tschai - Zeremonie

Der Tschai ein Kommunikationsgetränk. Tee stimuliert Wachheit ubnd lange Gespräche, Alkohol Fröhlichkeit und Lieder. Hexexenmeisterin und Hexenlehrlinge brauen und kredenzen den Tschai, defantentschai mit und den Babytschai ohne, gut abgemessen und mit rausgekochtem Alkohol......

Wir singen die Tschaikanons. Uner inseinem Tschai eine oder mehrere Mandeln findet, kann sich etwas wünschen. Vielleicht ein Baby, vielleicht andere geistige Rosinen. Die Sage geht, dass beides schon öfter in Erfüllung gegen ist. Es gilt abe nur, wenn jeder vor dem Trinken einen Spruch gedichtet und aufgesagt hat. Es gelten auch Sprüche von weisen Dichtern. Und wer nun gar dichten kann, aber mitmachen will im Wandervogel, für den dichten wir. Sie brauchen sich nicht einmal zu reimen. 

Sprüche

1.Frühstück am Morgen vertreibt die Sorgen
2. -Den Hunger auch und füllt den Bauch
Ostinato: Auch den Bauch auch den Bauch.           h

„Neues entwickeln - Bewährtes kultivieren – Altes wiederentdecken“
“Tradition ist nicht, Asche aufheben, sondern den Funken weitertragen“ (Richarda Huch)
„Lass los, was nichtig, bewahre, was wichtig, gib weiter, was richtig!“
„Unser Kennwort will die Weite, in der Weite wächst das Leben, Leben gibt uns das Geleite, sich zu finden, sich zu geben.“
„Heimat geht in die Tiefe!“
„Gemeinschaft ist nicht Summe von Interessen, sondern Summe von Hingabe.“ (Saint Exupéry).
„Es ist nicht Altes zu erstreben – Was immer gilt, das ist zu leben!“
„Leben + Gestalten, nicht nur Geld + Konsum!“
„Auge gegen Auge heißt blind machen“ (Gandhi)
Ein Tag, an dem nicht gelacht wird, ist kein Leben. Wenn dir’s im Kopf und Herzen schwirrt, was willst du bessres haben?

Wer nicht mehr liebt und nicht mehr irrt, der lasse sich begraben (Goethe).
Es lohnt sich, darüber nachzudenken, wem die Rüstung, und wem die Abrüstung nützt. (Erika Runge)
Es gibt nichts gutes, außer man tut es! Der Narr tut, was er nicht lassen kann, der Weise lässt, was er nicht tun kann (China),
Lächle, und die Welt lächelt zurück (China),
Das nächste Projekt ist das schwerste! (wv),
Bedenke Mensch, dass das Leben zu kurz ist, um immer das selbe zu tun (Francis Bacon)
Die Gesellschaft honoriert meist den Stillstand, das Bekannte, und nicht die notwendige Weiterentwicklung. Das ist eine doppelte Gefahr der Menschheit (hh)
Jeder dient dem anderen, und indem wir dienen, werden wir frei. (Artus)
Nie darfst Du so tief sinken, und den Kakao, durch den man Dich zieht, auch noch zu trinken. (Erich Kästner)

Ohrelappi, Ohrelappi . Obendruff n Zottelkappi
Unter der Nase wird gegessen. Nur das Schlucken nicht vergessen Und nachdem ein Lied gesungen Wird der ganze Fraß verschlungen.
Es trinkt der Mensch, es säuft das Pferd Doch heute ist es umgekehrt.
Attila der Hunnenkönig Aß zuviel und trank zu wenig Drum starb er nicht im Kampfe Sondern an einem Magenkrampfe
Frieden ist besser als Krieg Das sagen alle Weisen. Wir haben es heute gut. Lasst Euch schmecken die Speisen.
Mir juckt es schon lange im Bauch. Und es läuft das Wasser im Mund zusammen. Und Hunger habe ich zusätzlich auch. Lasst es euch schmecken zusammen.
Der ......... hat Geburtstag. Wir wollen gratulieren. Und beim Essen fröhlich reinhaun. Was übrig bleibt schenken wir den Tieren.
Alle Leute sollen leben, die uns was zu essen geben, alle Leute sollen sterben, die das Essen uns verdrben, alle Leute wer’n verhaun, die uns was vom Essen klaun.
So stecket den eure Löffel zusamm und schwörte in drei Teufels Namen, dass der, der’s schelcht und recht erwischt, nicht auf den Andern neidisch ist. Bescheidenheit, Bescheidenheit, verlass mich nicht bei Tisch, und gib dass ich zur rechten zeit das größte Stück erwische.
Es säuft der Mensch, es frisst das Pferd, heut ist es gerad mal ungekehrt..

Mach’s Maul breit, dass viel rein geht. Wer gut tut beißen, kann gut verdauen.

Wer nicht will, der hat, und wer nicht isst ist satt.
Der Magen einer Sau, das Herz einer Frau, der Inhalt einer Wurscht, die bleiben ewig unerfurscht.
Habet Dank, ihr lieben Köche, habet Dank für Supp und Brot, denn mit, denn mit diesem schönen Essen rettet ihr uns vor dem Tod
Rolle, rolle, rolle, der Topf, der ist so volle. Der Magen ist so leer, ich hab Hunger wie ein Bär.
Wer nicht liebt Essen, Wein, Weib / Mann und Gesang, der bleibt ein Narr sein Leben lang
Unter der Nase wird gegessen, nur das Schlucken nicht vergessen. Und nachdem ein Lied gesungen, wird die Mahlzeit voll verschlungen.
Was gibt es zu essen? Hat Adam gefragt. Hier ist ein Apfel, hat Eva gesagt.
Heiß war der Tag, der Tag war schwül. Esst und trinkt, die Nacht wird kühl
Melodie: Himmel und Erde………
1. Hans isst den Schweizerkäs ohne Gebiss, ob er aber mit dem Oberkiefer kaut, oder aber mit dem Unterkiefer kauf, oder aber überhaupt nicht kaut, ist nicht gewiss. 2. Hans trinkt den schwarzen Tschai ohne Gebiss, ob er aber auf Rosinen kaut, oder aber Mandeln halb verdaut, oder aber schon nach Innen schaut, ist nicht gewiss.

Odins Tschailied:                Odin, der Kluge, durchbohrte den Fels. den Weg zum Met, zum Zaubertrank der Göttern und Menschen Dichtkunst beschert Dafür gebührt ihm ewig Dank. Gunnlöd gab ihm auf goldenem Stuhl Vom Zaubertrank und ihrer GunstDas hat er vergolten mit heiligem Herzen Und mit glühender Brunst. Drei Nächte, dann wandelt er sich zur Schlange und floh mit dem Met aus dem Steinals ein freier Adler über der Erde Und flog bis zu Asgard heim. Er dacht’ noch an Gunnlöds innige Arme Doch musste der eilig nach Haus. Er teilte mit freudigem Herzen den Met  unter Göttern und Menschen aus. Odin, der Kluge, durchbohrte den Fels. den Weg zum Met, zum Zaubertrank, der Göttern und Menschen Dichtkunst beschert  Dafür gebührt ihm ewig Dank. (Frei nach der Edda)

Erde, die uns dies gebracht, Sonne, die es reif gemacht, liebe Sonne, liebe Erde, euer nicht vergessen werde

Wer das nicht liebt - Lieb, Essen, Wein und Gesang, der bleibt ein Narr, sein Leben lang!
Heiß war der Tag, der Tag war schwül, Esst + trinkt liebe Leute, die Nacht wird kühl
Ohrelappi, Ohrelappi - Obendruff n Zottelkappi
Unter der Nase wird gegessen. Nur das Schlucken nicht vergessen
Und nachdem ein Lied gesungen Wird der ganze Fraß verschlungen.
Es trinkt der Mensch, es säuft das Pferd Doch heute ist es umgekehrt.
Attila der Hunnenkönig aß zu viel und trank zu wenig Drum starb er nicht im Kampfe Sondern an einem Magenkrampfe
Frieden ist besser als Krieg Das sagen alle Weisen. Wir haben es heute gut. Lasst Euch schmecken die Speisen.
Mir juckt es schon lange im Bauch. Und es läuft das Wasser im Mund zusammen.
Und Hunger habe ich zusätzlich auch. Lasst es euch schmecken zusammen.
Der ......... hat Geburtstag. Wir wollen gratulieren. Und beim Essen fröhlich reinhau’n. Was übrig bleibt schenken wir den Tieren.
Wer das nicht liebt - Lieb, Essen, Wein und Gesang, der bleibt ein Narr, sein Leben lang!
Heiß war der Tag, der Tag war schwül, Esst + trinkt liebe Leute, die Nacht wird kühl

Was gibt es zu essen? hat Adam gefragt. Hier ist ein Apfel, hat Eva gesagt. Was gibt es zu trinken? er dann gefragt. Hier ist der Tschai, hat Eva gesagt. Er aß und trank, denn er tat Eva lieben, drum wurden sie vom Paradies vertrieben. Adam hat gleich zwei Äpfelessen gegessen und dabei seine Nacktheit vergessen. Und er hat gleich Eva zum Weibe genommen. Und im Nu  schon der Kain gekommen. Der wurde mächtig durch ständiges Morden. Doch im Alter ist er Philosoph geworden. Er machte Sprüche, meist diese fiesen. Und ich erzähle Euch einige von diesen: "Zuerst war das Wandervogelei, doch das Ei schwamm schon im Tschai." Und seine beste Philosophie wurde schließlich die Tschai-Zeremonie. 

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Es fehlen die Tschailieder: Frau und Mann zu diesem Feste, Ist die Jurte festlich zur Nacht geschmückt, Nun gibt es eine bunten Nacht. Wer möchte sie haben? In Capella?

Wer erinnert noch weitere Tschailieder?

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Wer mehr zu Zeremonien des Wandervogel wissen möchte, mache am besten bei einem unserer Bundestreffe mit. Da geht es nicht um die Sachen, sondern ums Mitmachen, ums Tun, um den Menschen. h