WANDERVOGELSCHULE

Geschrieben von hedo holland am .

Lehrer_Lempel__busch_040.pngWandervogelschule zur Persönlichkeit mit Freude, Lernen und Humor

Die Wandervogelschule ist für Dich und für interessierte Wandervögel geschrieben. Um zusätzliche Lernchancen auf wichtigen Gebieten zu eröffnen und somit auch das Miteinander in unserem Wandervogelbund zu stärken.

Es gibt einige Gebiete, die in Familien, Schulen und Ausbildung wenig angesprochen und damit leicht vernachlässigt werden. Das wird dann von vielen als gegeben betrachtet, obwohl eine wohlwollend kritische Einstellung dazu oft leicht lernbar und veränderbar ist. Und dadurch kann für jeden Einzelnen schon viel gewonnen werden an Glück, Durchsetzungsfähigkeit, Einkommen…

Persönlichkeit kommt von „personare“, d.h. hindurchtönen. Wenn das Erfahrene, Bewährte durch einen Menschen hindurchtönt, sein Denken und Handeln bestimmt, gewinnt er an Persönlichkeit. Die Wandervogelschule soll ein Ratgeber zur Persönlichkeitsstärkung werden. Vielleicht bist Du auf einigen Gebieten recht souverän, kannst aber auf anderen Anregungen, Antrieb und Lernen gebrauchen. Oft sind es nur ein Impuls oder eine Ahnung, durch die Erkenntnis- und Lernsperren gelöst werden können. Ich selbst, habe viele Jahre gebraucht, mein heutiges Selbstbewusstsein zu erarbeiten. Da ich gern vom Erlernten einige Impulse an Dich, an Wandervögel weitergeben möchte. Jahrzehnte war ich mit Gerhard Neudorf halb befreundet, mehr ging leider nicht. Mit ihm war ich einer Meinung, dass wir für den Wandervogel arbeiten und fündig werden müssen, um ihn mit seinen großartigen Grundgedanken zum Aufschwung zu verhelfen. Die Meißnerformel mit „Dein Leben selbst gestalten, und das möglichst für Dich und in Gemeinschaft“ allein ist es ja nicht. Natur und Kultur stecken dahinter, Friedenswünsche und Freiheit, Mitmenschlichkeit, Einsamkeit, Freude, Glücks- und Entfaltungsmöglichkeiten, und vor allem eine Ahnung für alles Lebenswerte und Glücksbringende. Und nun geht’s los:

GESUNDHEIT

Jeder Mensch hat seine Macken an Körper und Seele. Deshalb ist fast jeder Mensch nicht völlig gesund, hat seine Wehwehchen. Vielleicht weiß er nicht einmal von verborgenen Krankheiten an Körper und Seele. Deshalb ist es notwendig, sein eigener Arzt zu werden, um zu heilen, zu stärken, zu gesunden. Mediziner und chemische Mittel helfen oft nicht weiter, bewirken teils sogar das Gegenteil. Ärzte erkennen Krankheiten nicht und sagen Dir nicht, dass sie es nicht wissen. Wenn es gut läuft, schicken sie Dich zu einem passenden Facharzt. Wenn der den Mangel nicht findet, sagt er es Dir oft nicht. Und Du läufst weiter mit Deinem Mangel, Deinen Mängeln herum. Schwierigkeiten werden größer und Du bist rat- und hilflos. Manchmal sind es mangelnde Bewegung, mangelndes Training, mangelnde Achtsamkeit, mangelnder Schlaf, mangelnde Vitamine oder andere Nahrungsstoffe. Das sind Mängel, die auch ein guter Arzt nur schwer erkennen kann, wenn Du sie nicht selbst erkennst. Drum lerne, Dein eigener Denker, Planer, Wanderer, Koch, Trainer zu werden. Oft sind Schonkost und Wandern schon hilfreich.

KLUGHEIT

Wer eine schnelle Auffassungsgabe hat, wer entschieden handelt, wer scharf auf Gewinn aus ist, wer meist vorgibt, recht zu haben, braucht noch lange nicht klug zu sein. Eine besondere Begabung schnellen Lernens ist noch lange nicht Klugheit. Oft helfen dabei eine klare, deutliche Sprache, gutes Zuhören und Begreifen. Wer das kann, ist einseitigen Spezialisten, Aufschneidern und selbst Fach-Routiniers oft überlegen. Manche Menschen sind besonders genau, forschen Mängeln nach, sind vielleicht pingelig, achten gut auf ihr Eigentum, ihren Gewinnen, können gut reagieren, 1 + 1 zusammenzählen. Aber sind sie deshalb klug? So klug, dass ich mich vor ihnen verneigen müsste? Nein, vielleicht sind sie lebensklug oder haben eine persönliche Autorität, die ganz natürlich Achtung einfordert. Klugheit aber ist eine Synthese aus Denken, Ahnung und Einschätzung von Sachlagen. Klugsein heißt, in besonderen Lebenslagen schnell oder besonnen, richtig, glaubwürdig denken, sprechen, entscheiden und handeln zu können.

AUTORITÄT

Neben der persönlichen Autorität gibt es die Autorität kraft des Amtes. Bürgermeister, Lehrer, Arzt, Pastor, Fachmann verdienen Akzeptanz aber nicht unbedingt Respekt. Den verdienen eher ehrenamtlich oder freiwillig Tätige wie Referenten, Dozenten, Gruppenleiter, Feuerwehrleute, Dorfbürgermeister, die sich für Menschen und Natur freiwillig einsetzen und mir oft Achtung abverlangen. Vom Elternhaus her lernte ich die Differenzierungen von Autoritäten nicht und brauchte viele Jahre, die Unterschiede erkennen zu lernen, zu kapieren. Vor Arzt, Polizist, Professor, war ich gehemmt. Darüber kann ich heute schmunzeln. Und vorm Friseur bekam ich Abneigung, weil er an mir rumfummelte. Fast wäre ich wohl auch wegen dieses übertriebenen Autoritätenrespekts selbst Professor geworden, als ich dafür eine Anfrage bekam, so ging ich lieber nicht den kurzen Weg, sondern wurde Studienrat für Kinder auf dem langen Weg durch die Instanzen. Das hat mich dazu bewogen, lebenslang weiter zu lernen.

PSYCHOLOGIE

Ich lernte einen Psychologen kennen, der mich beeindruckte und mir Sachen beibrachte, die mir halfen. Er hatte sehr kurze Finger und sah wie ein Gnom aus, aber er strahlte vor Freude, meisterte sein Leben großartig und war ein überzeugender Lehrer. Für einige Jahre war er mir Freund, bis er höhere Ämter bekam, von Hamburg nach Bonn ging, und ich ihn aus den Augenverlor. Trotz seines Aussehens hatte er sein Leben gemeistert. Und der zeigte mir auch, dass Menschen, die an ihren Mängeln arbeiten wollen, oft Psychologen werden. Er zeigte mir auch, dass Barrieren und Lernschranken mit Freude, Leistung und Zähigkeit überwunden werden können. Mir gelang es während der Schulzeit nicht genug Selbstbewusstsein zu gewinnen. Ich war in vielem gehemmt und lerngebremst. Ich hatte einiges nachzuholen. Deshalb besuchte ich die Abendschule, nahm mir später, als ich schon Chef war, eine Auszeit und studierte Pädagogik.

LEHRER

Ich wurde Lehrer, um das Kindern und Jugendliche weiter zu geben, was mir wichtig ist, was ich in der Schule hätte lernen können. Für mich ist es wichtig, die Schüler zu beobachten, sie wahrzunehmen und zu erkennen, was ihnen besonders liegt und was sie am liebsten tun. Wenn ich Talente und Lerneifern fördern kann, dann tu ich das gern. Dabei wurde ich recht erfolgreich, obwohl ich feststellen musste, dass verantwortliche Vorgesetzte, wenig wichtig fanden. Als ich dann sechs Jahre lang eine Vietnamesenklasse  mit Schülern unterschiedlichen Alters leitete und empfahl, einen deutsch-vietnamesischen Verein zu gründen, war einigen Vorgesetzten das auch nicht wichtig, doch der damalige Bürgermeister Hamburgs setzte sich dafür ein.

MUSIKLEHRER

Da ich einen kleinen Hörfehler habe, sang ich kaum solo, auch nicht mit unserer Band „Elbraben“ und schob mein lautes Singen und Klampfen auf den Hörfehler, bis ich lernte, dass ich trotzdem besser singen und spielen lernen konnte. Ich singe und klampfe gern. Also singe und klampfe ich sorgsam. Siehe da, ich wurde besser. Und anderen gefiel es. Mit meiner Freude, meiner Begeisterung kann ich auch einiges bewirken. Ebenso war es in den vielen Jahren, als wir mit unserer Lehrerband Elbraben durch die Länder zogen und große Auftritte hatten. Da gelang es mir, Massen von Tänzern aus dem Stegreif zum Tanzen zu bringen. Zar kann ich nicht so genau hören, dafür aber Freude bringen. Das ist doch auch schön und mir besonders. Gern mit auch Lachen und Humor.