Lüttenmarker Geschichten

Geschrieben von hedo holland am .

Werner: Einer der Dorfältesten ist ab und zu auf dem Rabenhof zu Besuch. Er ist hier geboren, hat einen eigenen Hof, ist hier groß geworden, hat Nazizeit und DDR-Zeit hier erlebt und weiß durch seine Familie viel aus der Geschichte. Heute war er auch hier in seinem Rollwagen. monija holte ihn herein.

Alte Salzstraße: Zwar gab es die treidelbare Schale und den Wasserweg über Zarrentiner See und die Schwentine nach Lübeck. Nach der anderen Seite über die Elbe und dann über die Ilmenau nach Lüneburg für den Salztransport von Pferden oder Menschen getreidelt, ab ca. 1350 dann über den Elbe Lübeck Kanal. Aber das war nur für die großen Transporte. Es gab auch andere Salzstätten und Kalkseen und kleinere Unternehmen. die transportierten die Waren auf verschiedenen Wegen oft über Lauenburg, Boizenburg und Mölln. Zwischendurch gab es alle paar Meilen einen "Krug" zum Tränken der Pferde und verpflegen der Mannschaften und zum Schutz gegen Buschräuber und marodeure Brüder. (Lied von Gerwig aus dem WV: "Jetzt wollen wir uns wenden ins Lauenburger Land..") Diese Krüge gibt es teils bis heute. Und die Ortsnamen sind Fortkrug, Wasserkrug, Heidekrug und der abgerissene Poggenkrug bei Nostorf.

DDR-Grenze: Die Grenze ging knapp am Dorf von Lüttenmark vorbei. Jahrelang war Lüttenmark auch abgeriegeltes Sperrgebiet. Viele Häuser von Westflüchtlingen und nicht angepassten Bürgern wurden abgerissen. Die Dörfer Leisterförde und Bürgerhof gibt es kaum noch. Die Dörfer Wendisch Lieps und Fünfkaten

 Eichen: Ringsum gibt es bis heute breite Eichenalleen. Sie sind so breit, dass einleerer und ein voller Heuwagen aneinander vorbei kommen. Auf dem armen Sandboden des Urstromtales der Elbe wachsen Eichen besonders gut. Früher waren die Eicheln ein gutes Futter für die Schweine der armen Landbewohner.

Alte Grenze: Die Grenze ist an die 2000 Jahre alt. Ursprünglich war es der Wendengraben, später dann die Boize und dazwischen Lüttenmark, die kleine Festung. Die Dörfer östlich der Boize haben slawische Namen, die westlichen germanische.

Kirche: Die Kapelle Lüttenmarks ist über 800 Jahre alt. Das Haus der Feuerwehr war 100 Jahre ursprünglich die kirchliche Dorfschule.

Offene Abende: Mit Tschai und Festtafel geht es öfter auf dem Rabenhof hoch her.

Wanderung: Lautenschläger Denkmal, Erinnerungsstein Wendisch-Lieps, Grenzmuseum

Jurtenabende: Unser Erdjurte ist eine kleine Sehenswürdigkeit. Und es lässt sich herrlich drin mit einer bis zu 30 Leutchen Gruppe singen. Dafür könnt Ihr Euch anmelden.

Eiszeitkante: Die Boize fließt entlang der Eiszeitkante, dem alten Ufer der Elbe, als Elbe und Schaalsee noch miteinander verbunden waren. Hier geht es plötzlich von der Ebene 30 m hoch auf furchtbaren Lösboden. Oben gab es stolze Bäume mit alten Wohnsitzen.

29 Hünengräber: Nicht weit von Lüttenmark, ca. 9 km, gibt es bei Badekow und Pretzin die Pretziner Heide mit 29 slawischen Hügelgräbern. Es ist eine verwunschene, wunderschöne Heidelandschaft, mehrere Quadratkilomoeter groß, abgelegen und ein herrliches Urlaubs- und Fahrtenziel.