KLIMA - BÖDEN - LUFGT - WASSER - Umwelt- und Landwirtschaft.

Geschrieben von hedo holland am .

AGRARPOLTIK 5.2.21

Heute steht in der SVZ, dass Umweltministerin Svenja Schulz von der SPD deutlich sagt: „Die Agrarpolitik der vergangenen Jahrzehnte ist gescheitert“. Der Wahlkampf beginnt. Sie hat einen umfassenden Katalog vorgelegt mit 2 eindrucksvollen Argumenten:

  • Die Landwirte sollen einen neuen Betriebszeit „Landschaftspflege“ aufbauen, der speziell vom Staat honoriert werden soll. Das fordere ich seit Jahren. Wenn wir durch England, Frankreich, Schweden fahren, dann sehen wir ganze Gegenden, die wie Parklandschaften aussehen. Bei uns dagegen dominieren Massentierhaltung und Glyphosat-Maisfelder.
  • Das gift- und düngungsbedingte Insektensterben soll aufhören. Da es bei uns hier auf dem Land fast keine Honigbienen und kaum mehr Mücken und Fliegen gibt, auch viel weniger Schmetterlinge, Libellen, Regenwürmer, gibt es auch weniger Schwalben und andere Vögel. Vor ein paar Jahren hatten wir am Rabenhof noch an die 200 Schwalben in vielen Nestern. In den letzten 3 Jahren waren mehr und mehr Nester leer.

NOT DER BAUERN

Dass die Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner, CSU, für die aktuelle Not der Bauern eintritt, ist ja richtig. Da sie aber großenteils gegen Veränderungen für die Zukunft ist und bremst, ist sie argumentativ im Nachteil, bremst aber die Umweltpolitik aus. Da die EU-Richtlinien und -Zuschüsse sich langsam in Richtung Umwelt ändern, gerät die deutsche Agrarpoltik, die auf große Grundstücke und Massentierhaltung setzte, in eine Zwickmühle. Umweltpolitik bekommt langsam etwas mehr Chancen.

NORDSTREAM 

Nordstream 2 setzt auf Russlandgas. Das Projekt wurde vor fast 10 Jahren beschlossen. Nun ist vieles überholt. Möglichst 2035 soll mit dem Gas Schluss sein.

Das Projekt, in das Milliarden von Russland und Deutschland verbaut wurden, hat also nur ca. 20 Jahre Nutzungschance, kann sich vielleicht nicht einmal amortisieren und wird ein Milliardenumweltgrab auf dem Boden der Ostsee. Das fast fertige Projekt wird aber wohl realisiert, um zumindest ein paar Milliarden zu retten. Für die entstehenden Umweltschäden in MV werden einige Maßnahmen vorgenommen, also etwas Augenwischerei mit 2 Stiftungen, die 35 Millionen bekommen für Renaturierung. In meinen Augen eine Augenwischerei, die nach Klagen der Umweltverbände durchgesetzt wurde. Als Vorsitzender des Nabu für den Landkreis Ludwigslust-Parchim hedo holland