Wie ich den Wandervogel erlebe und sehe

Geschrieben von wv am .

21014_1576759419318265_5476775981774575691_n 2 Kopie.jpg    971930DE-C7F8-4FA4-BDFD-D9FE90141439_1_105_c.jpeg Rabenhof

Um 1892 entstand die erste Wandervogelgruppe am Steglitzer Gymnasium. Eine Gemeinschaft, die raus in die Natur wollte, und leben, was echt, natürlich, ungekünstelt, ehrlich ist, möglichst frei von der Enge der Stadt und Freiheit vom preußischen Gehabe. Bei diesem Rausfahreni ist der Wandervogel bis heute geblieben. Mein Großvater und Vater waren schon Wandervögel, so dass ich von Kind an schon Wandervogel sein darf.

1913 gab es bereits mehrere Wandervogel-Bünde und einge tausend Wandervögel, die sich großenteils in unserem „Wandervogel e.V.“ zu einem Bund zusammenschlossen. Auf dem Hohen Meißner bei Kassel trafen sich viele Wandervögel und Lebensreformer als Protest gegen die vom Kaiser Wilhelm 2 inszenierte Feier zu 100 Jahre Völkerschlacht bei Leipzig. Wandervögel entschieden sich gegen diese Siegesfeier für Lebensreform und Frieden. Sie beschlossen mit befreundeten Gruppen die für uns bis heute geltende Meißnerformel: Ich will mein Leben mit innerer Wahrhaftigkeit und vor eigener Verantwortung und eigenem Gewissen selbst gestalten (für mich selbst und in Gemeinschaft).

Dann kam der 1. Weltkrieg. Viele Wandervögel sind gefallen. Mädchen und Frauen übernahmen Führungsaufgaben. Der unfähige Kaiser Wilhelm 2 wurde abgesetzt. Demokratie zog in Deutschland ein.  Unser Wandervogelbund hatte nun Bundesmitglieder von Kindern bis zu Erwachsenen. Kurzfristig gab es einen Zusammenschluss mit Pfadfinder, u.a. als Gegenpol zu den aufkommenden Nazieinflüssen.        

1933 wurden die freien Bünde der Jugendbewegung, Pfadfinder, Jungenschaften und Wandervogelbünde, von Nazis verboten. Viele Wandervögel wurden wegen Ablehnung des Naziregimes und wegen ihres Protestes und Freiheitswillens verfolgt. Wandervögel sind gegen eine Staatsjugend. Viele Wandervögel waren im Widerstand. Nach dem Krieg wurden die Wandervogelgruppen auch in der DDR verboten.  Dadurch gab es im Westen 12 Jahre, im Osten Deutschlands  56 Jahre Wandervogelverbote.

In Westdeutschland wurden 1946 Wandervogelgruppen wieder gegründet. Unser Bund war als  "Wandervogel e.V." im Vereinsregister Braunschweig eingetragen. In Braunschweig lebten einige Wandervögel, die den Namen für sich beanspruchten. Mehr ist uns dazu nicht bekannt. Wahrscheinlich hat es auch wieder einige Gruppen des Wandervogel e. V. gegeben. Als ich den Rabenhof gekauft hatte und nach Mecklenburg zog, war der Name vereinsrechtlich wieder frei. Ich konnte mit Freunden den Wandervogel e. V. 1998 in Lüttenmark wieder gründen. Unser Bund hat sich langsam entwickelt und hat nun an die 80 Mitglieder, die aus vielen Bundesländern und auch aus dem Ausland bei unseren Treffen dabei sind. Mehrere kommen aus anderen Bünden.Es ist ein Freundeskreis entstanden, der den Bund trägt.

Alle, die für Mitmenschlichkeit, Mitmenschlichkeit, Freundlichkeit miteinander und für Naturkultur sind, können mitmachen, sich einbringen und dazugehören. Mit unseren Liedern und besonderen Treffen, lädt unser Bund Interessierte ein. Wer mitmachen will, ist herzlich eingeladen, auf dem Rabenhof in Lüttenmark mitzumachen und sich einzubringen.                     

Mit unserer Elbrabenbigband und dem Bigbandtrainin für Musikanten - den Elbraben, mit unseren Liedern, gemeinsamem Singen und dem Wandervogelchor und den Feuersängern, mit dem Wandervogeltanzkreis - den Rabentänzern, mit unserem Teestubenkreis und Gesprächen, der Festtafel und dem Nachtdurchsingen am Bundesfeuer oder in der großen Bundesjurte haben wir für Bündische und Naturfreunde einiges zu bieten.  hedo

Dalarna Jahrelang fuhr ich mit monija einen Sommermonat im Juli nach Dalarna.
-Da, wo die Menschen das Geigenspiel lieben und die herrlichen Dalarna-Musikstücke und -Lieder spielen.
-Da, wo die Menschen den besten Geschmack der Welt haben (Nach meiner Meinung). Wo vielfach ein Zusammenklang von Kunst, Kultur und Natur gefördert und gelebt wird.
-Da, wo meine Freunde Björn und Anja auf ihrem Waldbauernhof im Vogelsang bei Leksand auf Björn Olasgarden leben.

Dalarna, Du fehlst mir. Wegen Alter und Beschwerden ist der Weg mit dem Aufo zu weit. 
Wir hatten in der Blütezeit zur Hochzeit des Jahres um Mittsommer eine Stuga nahe des Siljansess und waren glücklich zwischen Blumen, bunten Häusern, Seen und verwunschenen Wanderwegen in der Bingsjöwoche und den Tagen drumrum. Wir tanzten Polskas, Hambo, Walzer und Schottisch und sind Schwedenfreunde geworden. Björn und Anja, wir wünschen Euch alles Liebe, Schöne und Gute. Und in schönen Sommernächten bin ich im Traum und in Gedanken oft bei Euch in Dalarna.  hedo

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