LIEDERGESCHICHTEN -Jahreszeiten, Länder, Fahrten... 8.4.21

Geschrieben von wv am .

Für viele Menschen machen Lieder gesund. Für viele sind sie wichtig fürs Leben. Für manche haben Lieder einen kaum erklärbaren Wert aus alten Zeiten, als Lieder noch magisch genutzt wurden, eine tiefe, verbindende, rettende Kraft. In einigen Weihnachtsliedern klingt das durch.  

Wenn Du einen grünen Zweig im Herzen trägst, wird sich der Singvogel darauf niederlassen . (China)

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WEIHNACHTSLIEDER

Schade für mich, dass die Weihnachtszeit so kurz ist, denn ich singe gern Weihnachtslieder. Nicht diese süßlichen, frömmelnden, pathetischen. Lieber die mit Natur, Hoffnung, Kindern, Menschlichkeit und Frieden. Um von denen genug zu finden, mussman schon suchen. Schön, dass seit vielen Jahren viele Wandervögel nach solchen Liedern suchen,sie sammeln, selbst Lieder machen.Dadurch entstand die schöne, neue Weihnachtsliedersammlung des Wandervogels,nachdem es um 1920, vor hundert Jahren schon einmal ein Wandervogel-Weihnachtsheft gegeben hat. 

 JBlunschli neu Kopie.jpeg. Wir bringen ein paar Geschichten zu Nationalhymnen, die kritisch zu sehen sind und teils abstruse Nationalismen als Hintergrund haben.

Niederlande

Mit ihrem alten Geusen- und Freiheitslied „Wilhelmus von Oranien“ gegen die damalige Besetzung der Niederlande durch die Spanier haben die Niederländer ein besonders altes Nationallied. (Geuse = Bettler)

Die deutsche Übersetzung „Wenn alle untreu werden, so bleiben wir doch treu“ von Viktor Emanuel Scheffel? ist für mich ein überhöhter Nationalismus. Wem bleibt man treu?

Eine spätere Übersetzung wurde lange Zeit häufig verboten, weil sie zum Kampflied der Sozialdemokraten wurde.

Frankreich

Die Marseilleise „Allons enfant de la patrie“ ist als Kriegslied gegen die Deutsche Gebiete am Rhein gedichtet worden. Die Soldaten aus Marseille sangen das Lied besonders gern, so dass es schließlich seinen Namen bekam.

Es wurde zigmal ins Deutsche übersetzt. Gruselig die Übersetzung: „Auf rüstet. Euch, verbundene Heere Germaniens“.

England

Das „God save the Queen“ hat eine besondere Geschichte besonders dadurch, dass Melodie und Textteile in vielen Ländern Nationalhymne wurden. So in Preußen als Kaiserhymne „Heil Dir im Siegerkranz, Heil Kaiser Dir!“ Viel wurde es gesungen als „Heil Dir im Siegerkranz, Pellkartoffeln mit Heringsschwanz“. In Dänemark, in der Schweiz, in Mecklenburg wurde auch Kleinstaaten Nationalhymne, nur der Herrschername wurde ausgetauscht. In England und Liechtenstein ist es heute noch Nationalhymne.

Deutschland

Die Melodie von Haydn der alten österreichische Nationalhymne „Gott erhalte Franz den Kaiser“ bekam einen neuen Text durch Hoffmann von Fallersleben, der auf dem damals englischen oder dänischen Helgoland das Großdeutschlandlied „Deutschland, Deutschland über alles“ dichtete, von dem wir heute die 3. Strofe als Nationalhymne haben.

Europa

„Freude, schöner Götterfunken“ wird heute meist ohne den Text „An die Freude“ von Schiller gespielt mit der Melodie von Beethoven.

Welt

Eine Welthymne ist mir noch nichtbekannt. Sie liegt in der Luft. Es wird langsam Zeit. Sie müsste ja auch über dem oft eng gesehenen Nationalismus stehen. Wohl eine Hymne die von Freude und Freiheit sprüht, und die von China, Afrika, der Arktis und Antarktis bis Deutschland reicht. „Die Welt aus Krieg und Giftmüll zu erheben, den Kindern volles Recht und Bildung überall“

HAMMER REWÜ

Hammer=Rehwü – Haus der jungen Talente. "Diese gedankliche Schärfe haben..." KARLS ENKEL - Folkoper

eumel hatte mich in die DDR eingeladen. Es sollte in Halle in der Moritzburg die Aufführung der folkoper "Karls Enkel" geben. Ich aus dem Westen hatte keine FDJ-Kleidung an, hatte kein Eintrittsbillett und wurde von einiges Auserwählten stark beobachtet. Die Oper wurde von namhaften Folksängern der DDR gestaltet, die in einer Liedertheatergruppe kritischer Liedkultur 1976 -1986 zusammenwirkten. Es war eine tolle Zusammensetzung. Das Publikum war aus der ganzen DDR angereist. Und alles war total ausgebucht im alte Gewölbe-Saal auf Holzbänken im Keller.Viele FDJler waren Folkies. Sie waren am Einlass und an der Kasse und wechselten laufend. Und als ein Freund am Eingang war, gelang es Eumel, mich in den Saal zu schmuggeln. Ich war sein Gast und extra für das Konzert aus Hamburg gekommen. Und in der Szene kannten viele das Folkmagazin und mich als Macher.

Mit dabei waren Hans-Eckardt Wenzel, Steffen Mensching, Stefan Körbel (Nebelhorn), Rolf Fischer (Boleschwistische Kurkapelle), Matthias Kießling, Dieter Beckert, Jörg Kokott (Wacholder), Matthias Kießling (Kies) (Wacholder), Matthias Wegner (Einstein), Almut Walther, Scarlett Seebold (Wacholder) u.a. mit wechelnden Besetzungen in den 11 Jahren des Bestehens.

Das Konzert, die Freundschaft und Verbundenheit der Folkies untereinander, das Milieu des besonders kritischen Teils der Folkies begeisterte mich. Und von den Kirchentagen, den Elbraben, von den jungenschaften, vom Wandervogel, und den kritischen Fahrenden Gesellen her kannte ich die Brisanz, die aufkommt, wenn Neues entstanden ist und präsentiert wird. Für mich wurde dieser Besuch in Halle bei Eumel zum wichtigsten musikalischen Erlebnis in der DDR.

Die Internationale und ihr Bedeutung | Die Freiheitsliebe.  DIE INTERNATIONALE

Die Internationale ist nicht unser Lied, obwohl wir weltweit denken und planen. Die Internationale setzt auf Kampf und Gefecht, auf Gegeneinander, auf Links gegen Rechts auf die Spaltung. Das ist nicht unser Ding, kann es nicht sein. Wir setzen auf Miteinander, auf Frieden, auf Parlamentarismus, auf Versöhnung, auf Natur und besonders auf Bildung. Und auf Freisetzung von Intelligenzen und Bildung von Persönlichkeiten. Da war Deutschland schon mal weiter. Das ist weitsichtiger und klüger und die Zukunft. Viel zu lange wurden in Schulen, in der Pädagogik, in Lehrbetrieben und von despotischen Patriarchen ein Untertanenverhalten, mit Verzicht auf Eigenständigkeit,   mit Denkverzicht, Gedankenunfreiheit und Maulhalten eingeübt, vom Stille-Machen der Babys an. Das bildet nicht den freien, selbstbewussten Menschen. Für mich, für uns gilt: Das Leben selbst zu gestalten allein und miteinander und nicht fremd gestalten zu lassen. Und Milieus zu schaffen, in denen Persönlichkeiten  heran wachsen. Das haben wir alle zu fördern. Wenn Lebenskultur dazu kommt mit Singen, Musizieren, Tanzen, Spielen, guten Gesprächen und Fahrten in die Welt, ist es der richtige, lange Weg mit Selbstbewusstsein und Miteinander. Dieser Weg schafft Kraft zum selbständigen Denken, zur Berufs- und Partnerfindung, zu Freundschaften und zu selbstbewusstem, politischem Handeln und Leben. Und da ist es doch keine Frage mehr: Die Internationale brauchen wir nicht, sondern ein besseres Lied. Vielleicht „O lio lio la“! Das ist auch international, aber richtig gut. Da frage ich mich noch: Gibt denn jemanden, der diesen Weg nicht einschlagen möchte? Es müsste doch ein egoistischer Mensch sein, der auf Kosten anderer leben will oder ein Eigenbrötler. Oder beides?

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