Trump, Biden, Deutschland, Europa und die Welt

Geschrieben von wv am .

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Ein politischer Schriftwechsel, angeregt von Axel

Liebe Leserin, Lieber Leser, an seinem letzten "Arbeitstag" hat Donald Trump eine nicht abgestimmte quasi "private" Anordnung unterschrieben, die Hilfslieferungen für die im Bürgerkrieg im Jemen Lebenden sofort einzustellen. Bitte nutzen Sie mit uns die Petition. Um diese gültig weitergeben zu können, werden mindestens 500.000 Unterschriften benötigt. In einigen Stunden nach bekanntwerden dieses Aufrufes haben bereits fast 300.000 unterzeichnet. Axel

Danke Axel für die Infos – auch zu Trump.

Trump ist Nationalist der Reps, Biden Kapitalist der sogenannten Demokraten. Das Zweiparteiensystem der USA zwingt Menschen anderer Richtungen zur Wahl zwischen den beiden.

Für Deutschland kann es nun zumindest Möglichkeiten einigen Aushandelns geben, da es taktische Gespräche geben wird. Für Dich und mich wird das ja vielleicht ein bisschen besser, und es gibt ein klein wenig Hoffnung, wenn er nicht, wie die US-Democrats bisher, wieder mit Kriegen anfängt. Zuerst hat er ja mit Innenpolitik viel zu tun und schickt außerdem seine Freunde für Goodwill in die Welt.

Das Zweiparteiensystem ist eben eine Schwarzweißmalerei, bei der Hintergründe schnell verdeckt werden können. Ich würde mich freuen, wenn mit Klima, Rassismus, Frieden, Sozialem und auch mit Corona sich unter Biden einiges zum Positiven wenden würde, sprechen wir uns in einem halben Jahr. Liebe Grüße, hedo

Hi Hedo, ich habe mir heute auf Phoenix die Biden-Zeremonie angesehen und -gehört. Die begleitenden Kommentatoren (sowohl Deutsche als auch Amerikaner) haben auch die von Dir (unten) erwähnte Widersprüchlichkeit und Schwarzweißmalerei dieses Zweiparteiensystems herausgestellt.  Axel

Ja, lieber Axel, es freut mich, dass wir kritisch soweit einer Meinung sind. Dennoch hat sich bis auf unselige Welt- und Sozialpolitik in den USA herausgestellt, dass sie über 200 Jahre bei der Demokratie geblieben sind. (Ich finde, Frankreich besser, auch nicht astrein.) Und dass wir allen Grund haben, uns nicht zu sehr selbst zu loben oder gar als die Besseren hinzustellen, auch wenn bei uns 20% latent rechts tendieren könnten und weitere 40% das machen, was die Medien sagen. Also auch ganz schön wackelig. Was dagegen stehen kann sind lebendige Basisgruppierungen, die Mitmenschlichkeit, Weltweitheit, Fairness, Gesundheit, Soziales, Wirken für Kinder, für NaturKultur für Notleidende vernünftig, gegen Kriege und Korruption würdevoll und solidarisch zusammen mit der Wirtschaft (und dem von mir ungeliebten Militär gegen Neid, Terror, Völkermord, Überheblichkeit) wirken. Dass die Grünen, die ich mitgründete, das mit Neinsagen und Kontra allein nicht schaffen können und selbst Fehler haben und machen, ist auch klar. Ich ja auch. Jeder hat seine Fehler, seine Macken und ist nicht immer rücksichtsvoll, solidarisch, sorgsam und helfend. Wer immer strebend sich bemüht, sagt meingeliebter Faust. Das bedeutet für mich 3 bis 4. Ich bin nicht besser, als der Durchschnitt der Menschen, manchmal vielleicht im Denken.

Aber was nutzt das Gesabbel, wenn die Gestaltungsfreiheit nicht da ist. Hier im Dorf habe ich wegen der Rechten aufgegeben, allgemein das Dorf und die Umgebung einzuladen. Bei den wenigen Grünen hier in MV haben die Ostler und Funktionäre das Sagen, das kann ich verstehen, es erschwert aber vieles. Und mit ewigen Zweifeln ist es auch schwer, regierungsfähig zu werden. monija ist sehr politisch und gehört dazu.  Sie ist erstmal hoffmungsvoll Feuer und Flamme für Biden wie damals für Obama. Für mich ist eine gestaltende Skepsis besser. Wer sich in USA auskennt, weiß, dass die Demokraten mehr als CDU von Kapital, Militär, Banken, Waffen-+Digitallobby, gesteuert werden.

Habeck und ich denken in der Doppelstrategie: mit heißen Herzen für die Ziele: Das Machbare zuerst, das Eingemachte dann, wenn es Zeit ist. Das hat Frau Merkel auf ihre Weise gut gemacht, nur leider viel zu wenig für Kinder, Zukunft, gegen Unfairness der USA. Weshalb? Da verlässt mich mein Latein. Dass wir für Befreiung von Nazis 1945 und für die Wiedervereinigung einen stillschweigenden Tribut zu zahlen haben, hindert einerseits. Und stillschweigende Forderungen von Banken, Wirtschaft und Kapital-Machtgruppierungen andererseits. Das das nicht offen gesagt wird, lässt das „Volk“ und auch Abgeordnete nicht lernen und souverän werden. Romantikgeschwafel vom souveränen Volk stellt sich so selbst ins Abseits.

So ungern ich es sage: Frankreich und Deutschland sollten eine vermittelnde, solidarische Vorreiterrolle übernehmen, da die EU gelähmt ist bis auf weniges. Dann würden peu á peu andere mitziehen, so dass wir eine Dreiteilung hätten, 1. Klar für Europa und die Regionen, 2. Vorsichtiges Lawieren der Skeptiker, 3. USA-abgängiges und egoistisches Regieren. Und selbst das bedarf einer stetes Überprüfung, da besondere regionale Situationen bis heute viel zu wenig beachtet werden, obwohl sie digital schon gut ermittelt und genutzt werden könnten. 

Europa hat die große kulturelle Stärke der Vielfältigkeit. Durch einen Mischmasch ginge die größte Stärke verloren. Völker, die in ihrer Eigenart sich gefährdet fühlen, sind zu berücksichtigen. Beispielsweise: Wer schon 30% Fremdsprachige hat, muss mit (oft durch USA bewirkte) Flüchtlingssteuerungen, mit denen Europa zu tun hat, viel vorsichtiger mit Zuzug von Fremden sein.  Und wenn hierzulande jahrzehntelang von Integration geredet wird, die nur pro forma stattfindet (indem man Arbeit gibt), dann ist auch Deutschland und der deutschen Sprache damit nicht geholfen, und die Ablehnung des Fremden wird besonders bei Benachteiligten Deutschen stark gefördert. Deshalb ist gute Bildung, Förderung der deutschen Sprache (auch gegen Anglizismen) und Digitalisierung pädagogisch gut überlegt wichtig.

Das müssen auch wir Grüne lernen. Das ist nicht national überheblich, sondern notwendig. Wir müssen in diesem Sinne noch besser für die Kinder und Europa handeln, als Frau Merkel, die AfD im Auge behalten und ihr so auch das Wasser von der Mühle nehmen. Nicht wie der geschickte und kluge Herr Söder gegenwärtig mit dem Holzhammer. Wenn die Grünen so geschlossen und mit heißem Herzen bleiben, wie zur Zeit, dann haben sie auf Dauer gute Chance. Annalena Baerbock kann das vielleicht mental wuppen, wenn sie dann nicht zu alt ist oder eingewickelt wird wie viele, bevor oder nachdem das Durchlawieren klappt. Wo ist sonst bei Parteien das innere Feuer von Abgeordneten für die Zukunft? Selbst bei Grünen ist die Feinfühligkeit der Hierarchie für die Basis oft nicht stark genug. Beispiel: Sonst wären sie im Osten besser, selbst, wenn die Medien ihre Impulse hier oft noch wegdrücken können.

Heute habe ich wieder einmal einige politische Gedanken aufgeschrieben, für Dich, für meine Familie, für den Wandervogel - einfach, um zum Nachdenken und zur Bildung beizutragen. Falsche Sperren vermeiden und neue, gute Gedanken hinzufügen. Darum geht es. Mit hat es heute Morgen Freude bereitet, das mal aufzuschreiben und Ordnung in meinem Denken zu schaffen. Liebe Grüße  hedo

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