Drei Wellen des Wandervogels und die Zukunft

Geschrieben von hedo holland am .

Drei Wellen und die Zukunft .          10.7.18

Der Wandervogel hat in Wellen die Folkszene belebt. Die erste Welle begann, als Wandervögel ab 1900 auf Feldforschung gingen, um Lieder und Tänze zu sammeln, aufzuschreiben und herauszugeben. Mit dem „Zupfgeigenhansel‘“ entstand 1908 das bedeutendste Liederbuch der Jugendbewegung durch Hans Breuer und die Heidelberger Pachantey, das mit einer Auflage von 500 begann und auf eine Gesamtauflage von über 100.000 geschätzt wird. Es entstand das Lied „Wir wollen zu Land ausfahren“ von Horant (Hjalmar Kutzleb)

In der 2. Welle nach dem 1. Weltkrieg gab es eine Neubesinnung gegen den Krieg. Es wurden in fast allen deutschen Ländern Volksliedsammlungen der Wandervögel herausgebracht, die großenteils in der damaligen Zentrale des Wandervogel in Rudolstadt erschienen. Und es entstanden viele neue Wandervogellieder und Tanzbücher, darunter auch viele selbstkritische Lieder. Diese Lieder füllten die Schulliederbücher. Das „Offene Singen“ in Städten entstand mit der Singebewegung. Gruppen reisten mit Liedern durchs Land und traten im In- und Ausland auf.

Die 3. Welle nach dem 2. Weltkrieg warf das alte Verkrustete und das Überhöhte der Hitlernazis ab. Bei den Festen „Chanson International“ auf Burg Waldeck wurde das deutlich. Viele Bands und Solosänger wurden damals bekannt. Die neue deutsche Folkszene entstand mit Folkclubs und Folkmagazin. jungenschaft und Wandervögel stellten sich der Zeit, riskierten ihr Weiterbestehen in einer Zeit der Vereinzelung und Überforderung von Kindern und Jugendlichen. Nach den Verboten durch Nazis und DDR hat nun bei Resten der Wandervögel und Bündischen wieder eine Neubesinnung begonnen, die Chance für eine 4. Welle der Wandervögel und für Folklore und mehr Singen in Deutschland bietet. Der Wandervogel wächst jetzt als Lebensbund mit jung und alt zu einer Avantgarde für eine spannende Zukunft mit Weltfahrten, Festen und Familienstärkung zu einer gediegenen Brücke von Natur und Kultur mit Hoffnung und Freude. Der wandervogel e. v. mit seiner Leichtigkeit und Freude, Freiheit und Freundschaft stellt sich offen der Aufgabe, auch erwachsene „bundesrepublikanisch-verwöhnte“ Menschen zu integrieren. Besonders aber sammelt er Persönlichkeiten, jung und alt, die geborene Wandervögel sind, Menschen, die ihr Leben selbst gestalten wollen in Gemeinschaft für Natur und Kultur ohne Moden und falschen Konsum. Unser „innerer Kreis“ stärkt sich. Wenn auch der Rabenhof in Lüttenmark dem Bund erhalten bleibt, gibt es eine hoffnungsvolle Chance für die Zukunft. Warum war es immer wiederWandervögel, die der Folkszene Anstöße gaben? Vielleicht weil der WV dauerhafte Schaffenskraft und Kreativität fördert? h