Meißnerformel, Wandervogelformel, Lebensbund

Geschrieben von hedo holland am .


 

 

 

 

       Meißnerformel + Wandervogelformel      

„Die Freideutsche Jugend will aus eigener Bestimmung, vor eigener Verantwortung, mit innerer Wahrhaftigkeit ihr Leben gestalten.

Für diese innere Freiheit tritt sie unter allen Umständen geschlossen ein.

Zur gegenseitigen Verständigung werden Freideutsche Jugendtage abgehalten.

Alle gemeinsamen Veranstaltungen der Freideutschen Jugend sind alkohol- und nikotinfrei.

(Quelle: Ziemer/Wolf, Wandervogel und Freideutsche Jugend, Voggenreiter 1961, S.457)

Der Meißnertag 1913 auf dem Hohen Meißner in Hessen, nahe dem Ludwigstein, wurde eine Protestversammlung gegen die kaiserliche  Verherrlichung der Völkerschlacht 1813 zu Leipzig mit dem Bau des Völkerschlachtdenkmals. Auf dem Meißner dagegen sollten Zukunft, Frieden, Freiheit, Kultur, Natur, Gesundheit im Mittelpunkt stehen. Die damals beschlossene Meißnerformel war das Zukunfts-Produkt der versammelten Wandervögel und Denker der damaligen Zeit, unter denen auch Gustav Wynneken und Knut Ahlborn waren. Die Meißnerformel verlangte von der Jugend sinngemäß "das eigene Leben und das Leben in den damaligen Bünden mit innerer Wahrhaftigkeit vor eigenem Gewissen selbst zu gestalten". Dieser Sinnspruch hat bis heute seinen Wert behalten.

1988 wurde zum 75. Jubiläum eine neue Meißnerformel von den beteiligten Bünden verabschiedet, die Till Ungefug (Freier Jugendbund Artaban) formuliert hatte:

„Mit Betroffenheit verfolgen wir den Weg, auf dem die heutige menschliche Zivilisation voranschreitet.

Die unverantwortliche Zerstörung der Natur, die Vereinsamung der Menschen und die Abkehr von den Qualitäten des Lebens gefährden die Existenz der Erde und ihrer Geschöpfe. In der Suche nach einem würdigen Weg der menschlichen Kultur sehen wir die Aufgabe eines jeden, der der heutigen Zeit gerecht werden will."

"Ihre gemeinsame Sache wollen die einzelnen Bünde, Gruppen und Persönlichkeiten im Sinne der Meißnerformel von 1913 nach eigener Bestimmung, vor eigener Verantwortung und in innerer Wahrhaftigkeit gestalten.“

Diese Formel gilt  für Bünde von Heute wie für ihre Mitglieder. Das tägliche an sich Arbeiten jedes Menschen in den Bünden an sich und für die Gemeinschaft auf Dauer Früchte trägt, ist naheliegend. Junge von den Bünden geprägte Menschen gewinnen Verantwortungsgefühl und Durchsetzungsvermögen, gewinnen auf die Dauer Voraussetzungen, voran zu gehen, voraus zu denken und Verantwortung zu übernehmen.
Teils sind Formen von Bünden noch nicht auf die Zukunft ausgerichtet, sondern seit über 50 Jahren traditionell. Vielfach fehlen Ältere. Lebensbünde, wie unser Bund, bieten Jung und Alt Chancen, im Nebeneinander und Miteinander Impulsen zu folgen und Projekte zu meistern. Da das in guter und freier Atmosphäre stattfindet, bieten wir eine Alternative, die andere Bünde so nicht haben. Wir schaffen ein Milieu, das junge und alte Menschen stärkt. Jüngere und Ältere, die oft vereinzelt leben, können Kreise bilden, Freundschaft und Geborgenheit finden.Durch Freude und Freundschaft entsteht Dynamik. Planungen für die Zukunft gewinnen dadurch an Kraft.

„Wandervogel-Formel“ fürs Morgen gefasst:

Der Artikel ist Gesprächsergebnis notiert von tina,  Stand: Februar 2009  
(Der Wichtigkeit wegen gingen diese Texte schon als eMail an wandervögel)

"Menschheit, Umweltprobleme und Kaptialanhäufungen wachsen,  Rohstoffe, Entfernungen und Löhne werden geringer. Menschen müssen die Jugend für die daraus folgenden riesigen Probleme stark machen." 

Als Wandervogelbund ist es für uns Aufgabe, unsere Kinder zu stärken und diese Gedanken weiter bekannt machen.

Dazu zählt ganz wichtig das gute Miteinander mit Musischem, Natur, Basiskultur und Gemeinschaft.  Hierbei sollten wir mit befreundeten Gruppierungen zusammen arbeiten.

wandervogel e.v., leisterförder str. 23, 19258 lüttenmark, Telefon: 038842 - 20623

Meißner 2013

Vertreter unseres Bundes haben an Meißnertagen 1963, 1988 und 2013 teilgenommen. Wir unterstützen die Ergebnisse.

 

   WANDERVOGEL - LEBENSBUND 

Wir haben uns  2005 zum Lebensbund entschieden. Bei uns sind Jung und Alt, Singles und Familien, Studenten und Rentner willkommen. So unterscheiden wir uns von den anderen Wandervogelbünden. Unsere Treffen sind einladend, offen, locker mit herzlicher Atmsophäre. Besonders nehmen wir Menschen aus der Jugendbewegung auf und sind auch offen für ältere und jüngere Interessierte, die das Wandervogelleben erst bei uns kennen lernen, die vorher keine Chance hatten, Wandervögel zu sein.

Wir sind offen für Wandervögel, die aus ihren Jugendbünden heraus gewachsen sind und bieten mehrere Treffen im Jahr mit viel Singen, Musizieren, Wanderungen und auch Tanzen, insbesondere mit Mitmachcharkater, so dass jeder besonders Interessierte mitmachen kann. Unsere Liederhefte und Tanzmappen mit vielen schönen, neuen Liedern und internationalen Tänzen bereichern unser Tanzen, Singen und Musiszieren.

Wir haben Arbeitstreffen wie die Bauwoche und themenwochenenden und machen Fahrten besonders zu Singetreffen mit anderen Bünden. Wir feiern drei mal im Jahr, wenn wir gemeinsam etwas geleistet haben, laden Freunde dazu ein.
Unsere Feste finden meist auf dem Rabenhof in Lüttenmark zwischen Boizenburg und Zarrentin statt, 50 km östlich Hamburgs.

Meißnerformel, Lieder, Jurte, Kohte, Greif und unsere Farben haben wir vom Wandervogel e. V. übernommen, der 1934 von Nazis verboten wurde. Eins der Vorbilder bei unseren Vorhaben ist uns der ehemalige bund deutscher jungenschaften. Einem jugendbewegten Bündnis gehören wir bisher nicht an. Enge Zusammenarbeit mit anderen Bündischen leben wir bei Fahrten, Zusammenarbeit und Festen.  

Es ist leicht, dazu zu gehören zu wollen. Wer eine Festnacht von Freitag bis Sonnabend mit Feuer und Tschai zusammen mit uns durchgesungen hat, kann dazu gehören. Jeder kann unseren Bund fördern.