Licht kommt auf die Erde - 24 Lieder, Geschichten und Gedichte zur Weihnachtszeit

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LICHT MUSS WIEDER WERDEN

Mit Julia Nachtmann, Robert Megcalf, Ulrich Maske, Bettina Göschl, Dieter Wien u.v.a.

Für die ganze Adventszeit, vom Nikolaus, von Sternensingern und dem heiligen  Martin bis zum Dreiköngistag. 

LIEDER: Adventskalender, Es ist für uns eine Zeit angekommen, Leise rieselt der Schnee, Hört das Lied der Sternensänger, Vier Kerzen leuchten, Maria durch ein Dornwald ging, Heiland sei willkommen, Hört Ihr Leute, was geschah, Es kommt ein Schiff geladen, Krippenlied, Kommet ihr Hirten

GESCHICHTEN: Die Zampona, Wann kommt Sinterklaas, Fischermärchen, Der Tannenbaum, Schnee, Die Christrose,  Das gestohlene Jesuskind

GEDICHTE: Weihnachten, Der Stern, am Fester, Knecht Ruprecht, Raureif vor Weihnachten, Die Zuabernuss.

Es ist eine CD zur zum Genießen, zum Mitsingen. Die CD schafft weihnachtliche Atmosphäre. Und es kommt die Freude, die Vorfreude auf eine schöne Zeit.

Welch ein Strahlen, welch ein Leuchten - 24 Lieder, Gedichte, Geschichten zur Weiohnachtszeit Jumbno-Verlag

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Die CD ist ein Hörerlebnis mit Geschichten,Liedern, Gedichten zur Weihnachtszeit von Hirten, Heiligen 3 Königen, Tannenbäumen, Jesu und Fest.

Es sind sowohl einige der schönsten alten Weihnachtslieder dabei, wie auch schöne Liedübersetzungen und neue Lieder, schöne Geschichten mit Atmosphäre einfach zum Genießen.

Wer einige der Titel schön findet zum Gestalten der eigenen Weihnachtsfeier, hat es etwas schwerer. Er muss sich Noten und Teste herauspuzzeln, denn eine Code-Downlowd fehlt noch. 

Autoren sind Heirnich Heine, Urilch Maske und Sarah Theel.

Die Namen großartiger Interpreten sprechen für sich: Marion Elskis, Ulrike Hübschmann, Karl Menrad, Julia Nachtmann, Rolf Nagel, Inga Reuters, Dieter Wien.

Musiker sind: Cantilene Kinderchor, Bettina Göschl, Matthias Meyer-Göllner.

Es ist eine beachtenswerte CD zur Vorweihnachtszeit und zum großen Fest.

Geld oder Lebkuchen - Fast ein Krimi - von Dora Held - Goya Lit-Verlag h

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Geld oder Lebkuchen - Heldt, Dora

5 Hör-CDs Gesprochen von Katja Danowski - www.goylit.de

Ernst's Frau kümmert sich um Weihnachten, die Weihnachtsmarkt, das Schmücken, das Herrichten, das Fest der Familie.

Ernst aber ist Sylt im Winter zu dunkel, zu leer, zu öde und so jagt er den Dieb der Spenden für bedürftige Kinder und wird so fast zu einem kleinen Robin Hood von Sylt. Und es wird ganz anders, als du vermutest und noch viel spannender. 

Ist das ein gutes Weihnachtsgeschenk für Weihnachtsmuffel?

Das große Weihnachtskonzert für die ganze Familie Marko Simsa und Gisela Dürr Jumbo-Verlag

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Das große Weihnachtskonzert für die ganze Familie ***** 5 Wandervogel-Sterne

Das große Weihnachtskonzert für die ganze Familie Marko Simsa und Gisela Dürr Jumbo Buch mit CD & Download. Es ist ein Buch zum Hören, zum Lesen, zu Vorlesen, zum Musizieren und Singen für alle.

Mit dabei die schöne Geschichte von Rudolf, dem Rentier mit der roten Nase und natürlich dem Lied. Und dann auch die Geschichte vom kleinen Trommler. Dann der Weihnachts-Rocknroll zum Tanzen und singen. Dann ein herrlich polnisches Weihnachtslied "Es kamen die Hirten nach Bethlehem", Leise rieselt der Schnee - Ach wenn es doch so wäre - so weiter dazu gehören. Die Geschichte zur heiligen Nacht gehört auf jeden Fall dazu. Maco Simsa legt sein Lied vom Weihnachtswundertraum als Extrablatt dazu. 

Es ist ein Buch für alle zum Mitmachen. Mitmachen fördern der Jumbo-Verlag und das Folkmagazin. Es ist der Grundgedanke für Mitmachkultur, die jede musikalische Familie gebrauchen kann und auch jeder Einzelne, der andere einladen möchte, jeder Folkclub, jedes Folkfest und Stadtteil- und Familienkultur.

Mitmachkultur ist das Sammeln und Präsentieren von Anregungen, Anstößen, Neubedenken, Neutexten und Neukomponieren von Liedern, Musiken, Tänzen, Geschichten, Brauchtum und Ritualien - auch im Zusammenwirken mit alten bewährten, überlieferten Bausteinen - für Jahreszeitenfeste, Geburtstage, sonstige Festanlässe, Morgensingen, Lieder zum Lagerfeuer und für die Festtafeln, den täglichen freudebringenden kulturellen Bedarf. h

MALEN MACHT GLÜCKLICH - TERRY RUNYAN - MIDAS-VERLAG

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Malen macht glücklich

Ein buch, das mich inspiriert, gleich zu malen.

Meine Hemmschwelle, ist durch dieses Buch wesentlich gesenkt worden. Ich hatte Bremsklötze und dachte, vieles könne ich nicht. Die Impulse von Terry Runyan helfen mir dabei.

Ganz einfach wird mit Stift und Wasserfarben gemacht.

Hintergründe, nass auf trocken, Teile malen ausschneiden und puzzeln, Farbharmonie - einfach locker und lustig. Ich glaube, ich kann meine Bremsklötze vergessen. Einfach toll.

Ganz einfach Haustiere, Blumen, Vögel, Schiffe, Häuser, Bäume und vieles mehr.

Eigentlich ein wie geschaffenes Buch für Wandervögel, für alle Kreativen, wohl auch für Folkies. Und wer, wie ich blockiert ist, findet einen Dreh, sich selbst zu überlisten.

Solche Bücher, die meine Kreativität beflügeln kann ich mehr gebrauchen. 

hedo

www.midas.ch

LIEDERMACHER diverse

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Hannes Wader

Noch hier

Was ich noch singen wollte

www.stockfisch-records.de

Schon seit vielen, vielen Jahre habe ich Lust über Hanns Waders CDs zu schreiben, weil ich seine Stimme liebe, weil er mich immer wieder überrascht, weil er mit seiner Volksliedliebe und seiner rebellischen Haltung viel mit mir gemeinsam hat. Hinzukommt die großartige Tonkunst von Stockfisch.

Mit dieser CD, die wie ein Abschied aussieht, bringt Hannes Wader dem Hörer eine Sammlung ganz unterschiedlicher Lieder, mit der er herausfordert. über das Leben, die Erlebnisse, Erinnerungen, Prägungen, Freundschaft und Liebe.  

Er wird philosophisch, wenn er von seinen Jugendträumen spricht und sein Leben wie eine Brücke von der Jugend zum Alter besingt. Kleine Verwirklichungen von Jugendträumen sind das Leben und damit mehr, als das Scheitern hehrer Träume und Illusionen.   

Wer “Herr Aage“ singt und “In stiller Nacht“ und Hölderlin vertont, der kennt Liederschätze und weiß um die die Kraft von Liedern, die sich in der Seele festsetzen und zum Selbstsingen beitragen. Statt des üblichen Mainstreams ist dies ein Weg zur persönlichen Musikalität.   

Diese CD ist eine Perlenkette von Meisterwerken, die ich Dir als Liederfreund gern nahebringe. Wenn Hannes von der Vergangenheit, der Welt, der Hoffnung und seinen Träumen singt, dann ist er bei sich, bei mir, bei Dir, dem Hörer seiner Lieder.

hedo holland.  Zukunftswandervogel & Herausgeber des Folkmagazins

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FREDRIK VAHLE

EINER DER UNS LIEBSTEN LIEDERMACHER (z. B. Anne Kaffeekanne,Weißer Winter Weihnachtsworte, Hänschen Klein in derSchule, Schlaflied für Anne,Cowboy Jim aus Texas, Rattenfänger von Hameln, Die Katze vonLucia, DerHase Augustin, ) ist nun 80. 

Fredrik, wir danken Dir herzlich für Deine Lieder. Da Du 1942 in Stendal in der Altmark geboren wurdest, hattest Du nicht die Chance, im Wandervogel groß zu werden. DerWandervogel war in DDR und auch bei Nazis nicht erlaubt und wurde verfolgt. Wenn Du magst, kannst Du Ehrenwandervogel werden. Du passt zu unserem Denken, Fühlen und Gestalten.JOANA

JOANA

CD von Joana zugesandt www.joana.de

Von 1960 bis 2006 war sie eine unserer Bühnenfrauen.

Mit dem Lied „Wir sind viele“ hat sie das herausragende Lied von Luis Llach aus Katalonien für uns neu auf Deutsch übersetzt und zu einem Hoffnungslied gemacht. Das schöne Lied, das wir von Hein & Oss Kröher als „Der Pfahl – Sonnig begann es zu tagen“ im Wandervogelgreifen haben. Und Joanas Übersetzung habe ich jetzt erst kennen gelernt. Die Melodie kennt Ihr ja. Der Text ist so zu uns passend, dass ich ihn Euch vorstellen möchte:

Feinschmecker - Empfehlung Kühlungsborn Mantra

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Wanderer, kommst du an die Ostsee und hast die Urlaubsorte abgegrast, dann bleibst Du hängen in Kühlungsborn-Ost, der Perle der Ostseebäder mit Strand, 2 Promenaden, Wäldern und der Strandstraße voller Angebote. Willst Du was Leckeres essen, so gibt es viele Angebote, die Krone ist allerdings das indische Mantra, etwas außerhalb und da die feurigheißen Pfannengerichte mild und scharf. 

Mindener Kreis - Heft 25 – Lebenswege 2. - hedo

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Mindener Kreis 25 – Lebenswege 2

Herbsttreffen des Mindener Kreises Petershagen 2021

 

Berichte von Eberhard Manfred Biniek – kaa, Karsten Stange, Hanno Botsch, Helmut Steckel, Eckard Holler, Günter Fieger-Kritter – Häring. Vorwort: Eberhard Schürmann

Wer auf der Tagung in Petershagen war, hat die Berichte live erlebt. Wer aktiv zur Jugendbewegung gehörte oder gehört, wird erfahren, dass er vieles ähnlich erlebt hat.

Das Gruppenerleben, das Lernen, Trainieren, Vorwärtsdenken Verantwortung übernehmen, Führen und Delegieren in Horten und Bünden im jungen Alter ist und war nicht nur ein Erlebnis, sondern Lebensform, die Leben prägte.

Für alle Berichterstatter war der Zeitraum ihres Wirkens in der Jugendbewegung prägend und darüber hinaus Schaffung eines Fundaments für Persönlichkeit, Soprungbrett und Wegweiser fürs weitere Leben.

Damit ist die Broschüre „Lebenswege 2“ nicht nur spannend zu lesen, sondern eine Berichtssammlung, die auch Jüngeren Impulse fürs eigene Leben geben kann. Deshalb empfehle ich die Lektüre.  hedo

HERZGEPANN - KLOSTER SCHÖNTAL H

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Herzgespann  31.5.22

Sie traten zu Fünft mit vielen Instrumenten auf, darunter Harfe, Nyckelharpas, kleine Oma Trommeln und irische Cister.  Verspielt und mit schönen Stimmen.

Der Auftritt war im Kloster Schöntal unweit Heilbronns zur Jahrestagung des beim Mindener Kreises, dem Älterenkreis der Jungenschaften.

Sie sangen alte Lieder on Freiheit und Frieden, von Armut und Schmerz aus dem Zupf, dem Steinitz und aus Erk-Böhme wie: Ich hab‘ die Nacht geträumet, Schwesterlein, Klein, wild Vögelein, Sah ein Knab‘ ein Röslein steh’n,  Mich brennt’s in meinen Reiseschuh’n, Zogen einst fünf wilde Schwäne, Wie schön blüht uns der Maien, Över stillen Straaten, Dat du mien Leevsten büst, And’re, die das Land so sehr nicht liebten, Es kann ja so immer nicht bleiben. Eine Auswahl schönster, deutscher Lieder.

Liederfreude brachte des Herzgespanns so rüber, dass es stehenden Applaus gab. Und als anschließend vom Kreis der Zuhörer zu gemeinsamem Singen geladen war, machten sie mit Freude und Begeisterung mit und brachten sich mit Stimmen und Instrumenten so ein, so dass es ein zweites Liedererlebnis voller Freude gab.

Die Herzgespann-CD ging reißend weg. Es lohnt sich, das Herzgespann einzuladen. Zwar muss längerfristig geplant werden und die Gage ist nicht gerade billig. Dafür aber ist ein wunderbarer Abend garantiert. Im Internet ist Musik von der Band zu hören unter herzgespann-musik.de h

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DAS DING 5 - KULTLIEDERBUCH 1. Textausgabe, 2. Notenausgabe DUX MUSIKVERLAG hh

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DAS DING 5 - KULTLIEDERBUCH 1. Textausgabe, 2. Notenausgabe DUX MUSIKVERLAG hh

Andreas Lutz, Berhard Bitzel, - Über 400 Songs Musikverlag Holzschuh, Edition Dux Hug Musikverlage3 - Edition Conbrio

www.ancora-verlagsservice.de

Vertrieb:Christian Buchner

Über alle Ausgaben von "DAS DING" haben wir im Folkmagazin berichtet. Wer als Musiker auf dem laufenden sein will, der braucht DAS DING. Er hat die Noten parat und braucht nicht extra zu suchen, zu schreiben, KKORDE, Riffs, Pausen, Übergänge und Varianten auszutüfteln. Er bekommt viele Anregungen fürs Texten, Komponieren, Spielen und Singen. Theorie, mit Notenaufbau, Tonleitern, Dreiklängen, Akkorden, Umsetzung auf der Gitarre und einer großen Liste mit Guitar-Chords sind dabei. Die Lieder sind meisterhaft gesetzt. Und DAS DING zeigt einmal wieder, dass das GEWUSST WO jedem Musikanten, jedem Kreativen viel bringen kann. Eben in DAS DING.   h

In den 5 Büchern sind über 2000 Songs gesammelt.

Das ist nach der Liederbuchsammlung Dietmar Kremer die uns bekannte umfangreichste Liedersammlung in Deutschland. 

DER SCHRÄGE SILBERSPRING - ZUGVOGEL h

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Schräger Silberspring

Zugvogel – Deutscher Fahrtenbund

www.zugvogel.de

Hdeft, CD / Stick

Lustige und makabre Lieder mit Akkordeon oder Band eingespielt, teils mitreißend. Schade, dass die Tete nicht immer gut zuv erstehen sind und nirgends abgedruckt sind.

Du musst also CD, Stick und Liederheft kaufen, wenn Du Dich näüher mit den Lieder beschäftigen möchtest.

Es lohnt sich.

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In den Bünden ist das Singen des Zugvogels bei seinen Festen und auf der Waldeck berühmt. Zugvogel, Nerother und Wandervögeln streiten um die Krone ab und zu, wenn sie sich mal treffen bei einem der Feste.

HAUKE & ALEXNDER 2 CDS. STERNENREITER h

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Hauke und Alexander

Sternenenreiter

CD:Und wenn wir träumen  unter Sternen

www.sternenreiter.com

CD: Reiten,reiten durch die Nacht

Die beiden Brüder aus dem Nerother Wandervogel singen zweistimmig und begleiten sich auf Klampfen. Ihr Singen und Spielen klingt sehr gut, und das Hören bringt Freude.

Die meisten der gut singbaren Gruppenlieder sind wohl von Hauke und Alexander oder alte Lieder nach ihrem Geschmack. Da ich Texte, Melodien und näheres dazu nicht gefunden habe, kann nur mein Hörgefühl dazu sagen: Ich höre träumerische Lieder, leicht melancholisch mit einer Menge alter Soldaten- und Reiterromantik mit Freiheit, Traum, Einsamkeit, Sehnsucht, Marschieren, Segeln, Heldenmut, Schicksal und Tod.

Ich werde erinnert an meinen Liedgeschmack vor 60 – 70 Jahren als Jugendlicher. Da frage ich mich, wie kann ich heute so dichten, vertonen und singen? Wenn es historisch ist, ok, denn es war so. Wir haben heute auch romantische, träumerische und realistische, kämpferische, naturbezogene Lieder vieler Art in vielen Bünden. Mal rutscht hier und dort ein altes Lied rein, das einfach nicht mehr passt, weil die Kritik das übersehen hat oder mal ein Alter seine Träume seiner Jugend besingt, was ihm freiheitlich gesehen nicht verwehrt werden sollte. Aber unser Denken, uns Vorwärtsträumen, geht doch mit Freude in die Zukunft, in der die Menschheit sich rettet vor allem Engstirnigen, vor Verwüsten, Krieg und Umweltzerstörung. Auch wenn wir uns mit unserem Selbstsingen, mit dem heutigen Wandervogelliedgut, mit dem Musizieren, der eigenen Kultur von dem Massenkonsumieren selbstbewusst abheben. 

Mit der Stärke von passenden Traditionen Kräfte frei machen für den Weg zu Mitmenschlichkeit, Frieden, Völkern und Naturkultur. h

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Daniel Reisewitz
Am Friedrichstein 17
34537 Bad Wildungen

info[at]sternenreiter.com

WIR TRÄUMEN UNTER STERNEN

"Wandern muß ich – wandern will ich…"

Am nächtlichen Feuer, klein ist die Runde der Gebliebenen. Das laute Lied hat ausgedient, die Menge ruht. Sie wird am Morgen, der nur noch wenige Stunden entfernt ist, nichts vom Klang der Lieder wissen, die nun beseelt gesungen werden. Die Wenigen haben lange warten müssen. Es ist nun ihre Stunde der Sehnsucht, der stillen Leidenschaften und der Wegsuche. Um die Zelte wandert derweil Nebel durch die Wälder – und Gleichmut stillt des Tages Wunden. Sanft, innig, melodisch und seltsam klingen nun die Verse. Und die Zeit steht. Bereits Ende 2010 ist die zweite Liedersammlung der beiden jungen Nerother Wandervögel Hauke und Alexander erschienen. Auf die erste CD „Reiten, reiten durch die Nacht…“ aus dem Jahre 2009 folgte nun „Und wir träumen unter Sternen…“. Die Mischung aus altem Liedgut und solchem aus eigener Feder scheint bei dieser CD noch besser gelungen zu sein als bei der ersten. Mir gefallen, wie oben angedeutet, die melancholischen, mich „entschleunigenden“ Lieder in besonderem Maße. Wunderbar berührend ist die Melodie des „Wandern muß ich, wandern will ich“. Immer wieder schleicht sich mir die Melodie auch am hellichten Tage in den Sinn und schenkt mir eine Spitze bündischer Sinnlichkeit. Eingerahmt ist sie von den reduzierten und handwerklich sauberen Gitarren-klängen. Im Anschluss daran melden sich weitere Lieder ähnlicher Art in mir. „Von der Straße spring` ich in die Wiese“ beginnt eines – und das Bild vom Rasten am Wegesrande auf Fahrt leuchtet vor dem inneren Auge. Man möchte auf Fahrt gehen – sofort.  Die beiden Stimmen scheinen die 25 Melodien recht mühelos musizieren zu können. Keine Unruhe, kein bündisches Geschrei ist in ihnen. Stattdessen das Gefühl für Takt und Betonung. Einfach nur angenehm. Sicher lässt sich darüber streiten, ob es manchmal nicht doch eine Prise mehr „Pep“ hätte sein können, aber auf genau dieses Zugeständnis an die bündische „Hitverdächtigkeit“ scheinen sie gern zu verzichten                                                          

Ist das Wesen des Liedes die Melodie? Sie macht das verdichtete Wort zum Lied, erweckt Gefühl und Gedankenbild. Jene, die davon nur wenig verstehen, mögen sich auf den einen oder anderen Text und seine Herkunft sezierend stürzen und sie als verdächtig einstufen. In diesem Zusammenhang muß ich in letzter Zeit immer mal wieder daran denken, wie wir als Jungen auf dem Weg zum Heimabend in den Siebzigern in unserem Heimatörtchen laut „Mütterchen Russland“ gesungen haben, und so die „Verherrlichung“ des damaligen Feindes hinter der östlichen Mauer betrieben. So mancher schimpfte uns hinterher – Kommunist ist jedoch niemand aus unserer damaligen Horte geworden. Wie steril-sauber hat bündischer Gesang also zu sein?

Lust zu Aufbruch und Neubeginn verstrahlt das „Die dunklen Tage sind vergangen“. Ein Frühlingslied für die ersehnte erste Tippelei. Schnörkellos einfach und geradeaus hinaus, von aller Last befreit, draußen ist man zu Haus! Geraten auch dem, der vielleicht eine Krise abzuschütteln hat. Im „Zug nach dem Süden“ hört man den typischen nerothanen Gesangsrhythmus: lebensbejahend und optimistisch. Wem es gefällt, der bekommt es nicht mehr aus dem Sinn.

Bestellen kann man die CD, der ein aufwändig und schön gestaltetes Liederheft von 20 Seiten beigelegt ist, nur im Internet – sie ist als Liebhaber-Projekt nicht beim Großhandel gelistet, woraus sich auch der günstige Preis von nur 12 € inklusive Versand erklären läßt. All jene, denen die alten, fast vergessenen Lieder der Jungenschaften ebenso am Herzen liegen wie neu entstandene Wandervogel-Weisen, verweise ich daher gerne auf www.sternenreiter.com.

Bibo (DPB)

  

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"Bündisches Liedgut" – (Artikel in JF??? (Soll das „Junge Freiheit“ bedeuten? Dann gebt uns bitte, damit wir den Artikel löschen.) 31-32/11 (05.08.2011)
Die Jugendbewegung war einer der stärksten Impulse innerhalb der Lebensreformbewegung des Kaiserreichs. Ihr Glaube, dass Jugend nicht nur die Vorbereitung auf das Erwachsensein sei, sondern ein eigenes Recht beanspruchen müsse, ist mittlerweile zu einem Bumerang geworden, der als Jugendwahn auf uns zurückschlägt. Die Banalisierung des Selbstanspruchs ist dabei umfassend und wird auch innerhalb der noch heute existierenden Jugendbewegung nur von wenigen durchbrochen. Zu ihnen gehören ganz zweifellos Teile des Nerother Wandervogels. Ausdruck findet diese Haltung in der neuen (zweiten) CD von Sternenreiter, die sich unter dem Titel „Und wir träumen unter Sternen …“ dem bündischen Liedgut widmet.

In den 25 Liedern wird ein weiter Bogen aufgespannt. Darunter finden sich eigene Dichtungen von Hauke, dem Hauptverantwortlichen des Albums, der die CD gemeinsam mit Alexander eingesungen hat. Begleitet werden sie dabei immer von der Gitarre, manchmal von Violine und Violoncello. Die eigenen Liedtexte sind vor allem in Liedform gegossene Fahrtengedanken, die seit den Anfängen der Jugendbewegung ein unerschöpflicher Quell musikalischer Selbstvergewisserung sind. Dass Sternenreiter diese Tradition fortführt, ist ein wichtiges Verdienst und soll sicher nicht zu passivem Hörgenuß verleiten.

„Trinklied zur Nacht“ verbleibt textlich dabei etwas in den gewohnten Klischees vom „schweren roten Wein“ und „vergeßt all eure Sorgen“, zeigt aber in der Vertonung eine eingängige Melodie. Bei den Eigenkompositionen „Dem Frühling“ und „Lied eines Studenten“ verhält es sich ähnlich. Bei letzterem fällt auf, daß es offenbar schwierig ist, gleichzeitig die gegenwärtige Welt in Worte zu fassen und an die bündische Tradition anzuschließen, ohne das „Mägdelein“ zu bemühen. „Wandern muß ich, wandern will ich“ und „Fahrtenabschied“ wirken dagegen ursprünglicher und lassen noch den Schöpfungsprozeß erahnen. Bei „Neuruppiner Reiter“ hat sich Hauke von Oechelhaeusers Kriegsroman „Wir zogen in das Feld“ inspirieren lassen. Hier gelingt ihm der Brückenschlag zwischen den Generationen, formuliert als Klage über die Wucht des Krieges.

Viele der weiteren Lieder auf der CD sind Neuaufnahmen von bekannten und weniger bekannten Liedern, die so vor dem Vergessen bewahrt werden sollen; die Vertonungen eignen sich durch das schlichte Arrangement gut zum Nach- oder Mitsingen. Andere Lieder sind Vertonungen von Gedichten („Zwei Vöglein“ von Walter Flex“) und auch Lieddichtungen jüngeren Datums, wie „Namenlos sind“, das unter dem Eindruck eines grasüberwachsenen Soldatenfriedhofs auf einer Großfahrt durch Siebenbürgen entstanden ist.

Insgesamt bilden die Lieder einen möglichen Querschnitt durch das bündische Liedgut?????????, das ja nicht nur aus den üblichen „Gassenhauern“ besteht, sondern darauf achten muß, die Vielfalt zu bewahren und möglichst zu ergänzen. Die Liedfolge der CD ist wohlbedacht, hebt mit Marsch in den Tag an, verzweigt sich dann in verschiedene Erlebnisse und Gedanken, um dann in der Abendruhe zu enden. Schließlich ist das beiliegende, zwanzigseitige Liederheft überaus schön gestaltet. Wer sich für bündisches Liedgut interessiert, wird daran seine Freude haben.

Die Lieder sind kein Querschnitt der Bünde von Heute, da gobt es mehr Freude, Freiheit, Weltweitheit, Lachen und auch für Frieden und Natur. Den Krieg besingen wir nie romantisch, sondern höchstens als Abscheu und Schrecken und Feind des Friedens. Deshalb sind beide CD historisch zu sehen. So dachte und träumte man früher. Wer träumt heute noch so? Nerother? Das hört sich gefährlich an. h

MANFRED HAUSIN - DASS WIR SO LANG LEBEN westpark-music.de. h

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DASS WIR SO LANG LEBEN DÜRFFEN *****

Die Lieder des Erzpoeten & Eulenspiegel Manfred Hausin

Westpark-music.de

Box mit 2 CDs - Poster mit Manfred Hausin und Hannes Wader.

HANNES WADER, JOANA, LIEDERJAN, LINOIENTHLE, LYDIE AUVRAY, DER BLACK, OTTO GROOTE, JOCHEN WIEGAND, HELMUT DEBUS, BÖMMES, ANNETT KUHR & SUE SHEEHAN, KAI DEGENHARDT, BERNHARD LASSAHN – Lieblingsbarden und Musikanten des FOLKMAGAZINS. Sie und viele andere haben die Lieder teils schon vor langer eingesungen.

Dass der Black und der Bömmes dabei sind, hat mich als Wandervogel besonders gefreut.

Die CDs sind mehr als eine Anthologie von Manfred Hausins Liedern. Sie sind ein grandioser Rundumschlag vieler poesiebegeisteter Sänger unseres Landes zu einem Liederfest deutscher Folkmeister.

Manches Lied der CD lässt mich zurückdenken. Am stärksten erinnere ich das Spätsommerlied, das ich live in Bremen bei einem Folkfest erlebte, als LILIENTHAL und wir Elbraben (Gründerband des Folkmagazins) dort auch auf der Bühne waren. Von den Gedichten bringe ich am Schluss einiges

Das Booklet mit vielen Fotos der Künstler und Texten zu den Interpreten ist besonders eindrucksvoll. Am liebsten hätten wir es abgedruckt. Aber es ist doch viel besser, diese großartigen CDs mit dem Booklet und dem Poster mit allen Liedtexten auf der Rückseite zu kaufen.

Ulrich Hetscher von Westpark-Music hat mit dieser CD ein Kunstwerk geschaffen, zusammen mit Bernhard Hausin, den großartigen Sängern und Musikanten. Herzlichen Dank und Chapeau!

Dass Manfred Hausin nun auch über 80 ist, wer hätte das gedacht? Seine Lieder - seine Gedichte sind jung wie heute.

Die CDs gehören in alle Folkbüchereien. Sie sind deutsche Folk- und Poesiegeschichte.     FOLKMAGSZIN hedo holland

DEN SOMMER, DEN HAB‘ ICH ERFAHREN

4. Den Frieden, den hab‘ ich erfahren.

Der Frieden roch freundlich und scharf.

Mein Mut ist noch ungebrochen,

wenn auch viele zu Kreuze krochen,

denn es ist ja an Frieden Bedarf.

LIEBE FÜR IMMER

Liebe für immer, Wein von besten, von Kummer keinen Schimmer, Freude an Festen.

Frieden für alle, Streit nicht mit vielen, in keinem Falle Liebe verspielen.

Freude fürs Leben und vom Besitze, gerne abgeben, schwenken die Mütze.

Leben recht lange, ohne zu leiden. Form Tod keine Bange, gelassen hinscheiden.

Wein nur vom Besten, Frühstück aufs Zimmer, niemals mehr testen – Liebe für immer.

DASS WIR SO LANG LEBEN DÜRFEN

Dass wir so lang leben dürfen, Schnäpse kippen, Rotwein schlürfen
Feurig würzen, Biere stürzen
Prassend unser Leben kürzen, prassend unser Leben kürzen

Dass wir so sehr lieben können
Looser sind die gern gewönnen, blind von Tränen, krank vor Sehnen
Fallen weil wir uns anlehnen, fallen weil wir uns anlehnen

Dass wir so sehr lieben können

Dass wir soviel kämpfen müssen, meist vergebens oft verbissen
Nichts von Dauer, nur die Trauer
Kennen wir jetzt viel genauer, kennen wir jetzt viel genauer

Dass wir unsre Lieder singen, sie durch laute Zeiten bringen
Manchmal nur ganz leise summen, aber niemals ganz verstummen
Aber niemals ganz verstummen

Dass wir unsre Lieder singen

Dass wir noch Gedichte schreiben und zwar solche die einst bleiben
stark wie Eichen die nicht weichen,
Zart wie Seerosen auf Teichen, zart wie Seerosen auf Teichen

Dass wir grüne Gärten bauen, wo die Elfen in den lauen
Nächten zwischen Pflanzen tanzen
Sorgen uns ums Wohl des Ganzen, sorgen uns ums Wohl des Ganzen

Dass wir grüne Gärten bauen

Dass wir tiefe Brunnen bohren, unbeirrbar, unverfroren
Hart uns schinden, Quellen finden
Seher sind unter den Blinden, Seher sind unter den Blinden

Dass wir euch als Freunde nennen
Und durch euch erst Freundschaft kennen mit euch lachen, Pläne machen
Glut im kalten Haus entfachen, Glut im kalten Haus entfachen

Dass wir euch als Freunde nennen

Dass wir so lang leben dürfen
Schnäpse kippen, Rotwein schlürfen
Feurig würzen, Biere stürzen
Prassend unser Leben kürzen, prassend unser Leben kürzen

Dass wir so lang leben dürfen

Dass wir so lang leben dürfen: Die Lieder des Erzpoeten und Eulenspiegel Manfred Hausin – Eine Hommage Ende Januar 2022 bei Westpark Music

Publiziert am7. Dezember 2021 von Uta Bretsch

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Manfre Hausin 

Vor siebzig Jahren „urkundlich erstmals erzählt der Dichter, Schriftsteller und Satiriker Manfred Hausin sicherlich zu den bemerkenswertesten Dichtern dieses Landes. Über dreißig Bücher hat der „Erzpoet“ in fünf Jahrzehnten veröffentlicht, seine Texte erschienen in Schulbüchern, in über 400 Anthologien, auf LPs, CDs, als Konzertfilm und vielem mehr – und doch: Mit der am 28.01.2022 erscheinenden 2-CD-Box Dass wir so lang leben dürfen kommt bei Westpark Music eine echte Premiere der „Stimme Niedersachsens“, denn erstmalig sind auf einer CD Künstlerinnen und Künstler der „Langen Nacht der Poesie“ vereint zu hören.

Die imposante Namensliste aus den Reihen der „Compagnie Poesie“ liest sich wie das Who-Is-Who der deutschsprachigen Liedermacher-, Chanson- und Kleinkunstszene: langjährige Kollegen und Kolleginnen wie Hannes Wader, Joana, Helmut Debus, Bömmes und Kai Degenhardt sind ebenso zu hören wie die legendären Folk-Gruppen Liederjan und Lilienthal und selbst ausgezeichnete Schriftsteller wie Bernhard Lassahn sind mit von der Partie – jeder Beitrag nimmt sich der Lyrik Manfred Hausins mit der ureigenen künstlerischen Handschrift an, spürt auf, was in den Worten klingt, und bringt dies spielend, singend oder auch lesend zum Ausdruck.

„Es gibt Verse von Manfred Hausin, und gar nicht so wenige, bei denen die Grenzen verschwimmen, bei denen sich die Poesie vom Boden der Tatsachen erhebt und in der flirrenden Luft anfängt zu zaubern. Verse, die zeigen, was für eine zarte Seele hinter den Augen dieses Mannes wohnt…“ – Vielleicht drücken die berührenden Worte des Schauspieles Siegfried W. Kernen in besonderer Weise aus, was jedem einzelnen Beitrag der 2-CD-Box Dass wir so lang leben dürfen – Die Lieder des Erzpoeten & Eulenspiegel Manfred Hausin deutlich anzumerken ist: aufrichtige Wertschätzung.

So ist jeder Beitrag von Leidenschaft getragen, ganz gleich ob groovend wie Heiko Ahrends Vertonung der skurrilen Hausin-Ballade „Endloser Trip“ oder feinsinnig wie die Interpretation des Gedichts „Viele Lieben“ des Otto Groote Ensembles. Das titelgebende Stück des Doppel-Albums kann in gewisser Weise als dichterische DNA Manfred Hausins gedeutet werden und ist – was rückblickend kaum verwundert – zu einem wahren Klassiker im Repertoire Hannes Waders geworden: „Dass wir so lang leben dürfen“.

Zum 70. Geburtstag schenkte Manfred Hausin seinem Freund das gleichermaßen resümierende wie vorausweisende Gedicht „Noch hier“, das Hannes Wader nun – endlich, möchte man ihm dankend zurufen! – vertont hat und hier – quasi „unplugged“ – erstmals veröffentlicht wird. Mit jedem Durchlauf des Doppel-Albums entdeckt man als Hörerin oder Hörer neue sprachliche und musikalische Details, sei es die „Pfefferminzteelyrik“ im Lied „Der alte Dichter“, gesungen von Paul Bartsch, Lydie Auvrays mitreißendes Akkordeonspiel und charmanter Akzent im Lied „Der Dinge Lauf“ (sie singt hier erstmals auf Deutsch!), das wunderbare Saxophon-Intro von Stellmäcke & Band in „Es fängt schon an zu frieren“, die berührende Harmonie der Stimmen von Annett Kuhr und Sue Sheehan in „Endlich“, oder auch Jochen Wiegandts intensive Interpretation der Ballade „Schiffbruchers Lied“. „Jahrzehnte schweigen die Toten schon laut“, singt Lothar „Black“ Lechleiter wiederum in „Das Heidelied“, den vielleicht bedrückendsten, intensivsten Hausin-Versen auf diesem Doppel-Album.

„Bis zum tiefen Fall ins Loch will ich noch Gedichte schreiben“, singt Kai Degenhardt aus Hausins Text „Zwei Gedichte“ – eine schöne Zielsetzung des Dichters, der am Ende des Doppel-Albums selbst zu Wort kommt: „Dass sich die Menschen erheben, dafür müssen die Worte sitzen“.

Text: Marc Liese // Abdruck – auch auszugsweise – honorarfrei

Various Artists
Dass wir so lang leben dürfen
Die Lieder des Erzpoeten und Eulenspiegel Manfred Hausin – Eine Hommage

2-CD Box inkl. ausführlichem Booklet u. Poster
VÖ:. 28.01.2022
Label: Westpark Music
Vertrieb: Indigo
Katnr: 87415
EAN CD: 4015698607611
LC: 07535

BORIS MEYN HAMBURG-KRIMINALROMANE. Rowohlt. h

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Boris Meyn schreibt Hamburgensien. Als pensionierter Städteplaner ist er Fachmann und Historiker.

Mit seinen Krimis um Kommissar Bischof vervollkommnet der noch die historische Sicht Hamburgs, die Petra Oelkers so treffend in ihren Romanen schildert.

Boris Meyn schafft, was nur wenig schaffen: Seine Romane sind gute Literatur, sind ausgezeichnet recherchierte Hamburggeschichte und sie sind spannende Kriminalromane. 

Eine Serie, die überzeugt, bildet und ausgezeichnete Lektüre ist. 

Sehr zu empfehlen.  h

Rowohlt

Tilman P. Fichter/Siegward Lönnendonker, „Genossen! Wir haben Fehler gemacht“. Der Deutsche Sozialistische Studentenbund 1946–1970: Der Motor der 68er Revolte. Schüren-Verlag, Marburg 2021. Preis: 34.- Euro. zeko

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zekos Buchtipp

Tilman P. Fichter/Siegward Lönnendonker, „Genossen! Wir haben Fehler gemacht“. Der Deutsche Sozialistische Studentenbund 1946–1970: Der Motor der 68er Revolte. Schüren-Verlag, Marburg 2021. Preis: 34.- Euro

Die 68er Bewegung wurde von der Mehrheit der Bündischen Jugend abgelehnt. (Nicht in Hamburgs RbJ! - Red.)

Man hatte nach 1945 mit viel Energie und Hingabe die bereits totgesagte „Jugendbewegung“ neu aufgebaut, nun drohte ihr das unwiderrufliche Ende. Denn Rudi Dutschke war aktueller als tusk, die Lapplandfahrt geriet als „Weltflucht“ in Verruf. Überhaupt galt die Jugendbewegung als ziemlich „veraltet“. Die Freiheit,  die von ihr gesucht wurde, war nicht „jenseits des Tales“ und auch nicht auf einer fernen Insel zu finden, sondern musste - das war klar - hier und jetzt gegen die alten Nazis erkämpft werden. Die Suche nach der Blauen Blume war mega out. Wer an der Zeit sein wollte, hatte die „blaue Blume“ gegen die „Rote Nelke“ oder zumindest gegen die „Weiße Rose“ auszutauschen. Für die Bündische Jugend begann eine schwierige, desaströse Zeit. Die Gruppen verloren ihre Mitglieder, nur wenige überlebten. Ihre Tage schienen gezählt.

Um so überraschender sind die Erkenntnisse der beiden SDS-Forscher.  Es handelt sich um eine völlige Neubewertung des SDS bzw.  der 68er Bewegung und um eine Wiederentdeckung der vielfach als tot erklärt bzw. als „veraltet“ geschmähten Jugendbewegung des Wandervogels. Die marxistische Ideologie dieser Revolte hat sich inzwischen als bloße Maskerade herausgestellt, von der allenfalls etwas grüne Farbe geblieben ist. Dagegen wird immer deutlicher, dass die erstaunliche Schlagkraft dieses Studentenbundes, der in seiner besten Zeit gerade ca. 2.000 Mitglieder hatte, auf seiner elitären „bündischen“ Struktur beruhte. Vergleiche mit der zahlenmäßig gleichgroßen dj.1.11 vor 1933 drängen sich auf. Auch bei ihr konnte man Mitglied nur durch Aufnahme in der vor Ort bestehenden Gruppe werden, und dafür galten strenge Anforderungen. Der „bündische“ Charakter des SDS bestätigte sich interessanterweise auch bei der Untersuchung der Herkunft der maßgebenden Funktionäre. Während ursprünglich „Falken“ und „Naturfreundejugend“ das Hauptkontingent der studentischen Mitglieder stellten, verstärkte sich nach dem Unvereinbarkeitsbeschluss der SPD der Einfluss von ehemaligen Jugendführern aus den Bünden der freien Jugendbewegung. Diese unterstützten tatkräftig die Unabhängigkeit des SDS, da sie aus der eigenen Jugendbunderfahrung in der Autonomie - im Gegensatz zu den parteipolitisch gebundenen Mitgliedern - eine einmalige Möglichkeit, politisch tätig zu werden, erkannten. Es überrascht, welche Fülle von ehemaligen Angehörigen von bündischen Gruppierungen sich im SDS zusammen fanden,  meist allerdings ohne sich zu outen. Aus den freien Jungenschaften kamen z. B. die Abendroth-Schüler Arno Klönne (zuerst katholische Jungenschaft Paderborn, später Mitglied der Deutschen Freischar), Jürgen Seifert  (aus der freien Jungenschaft „Pentagon“ in Osnabrück, später Mitglied im „Mindener Kreis“), und Kay Tjaden (aus einer freien Jungenschaft in Ostfriesland). Sie setzten mit der Fortsetzung der „Pläne“ -Zeitschrift, die von Eberhard Koebel (tusk)  zur politischen Aussprache der älteren dj.1.11-Mitglieder 1932 gegründet worden war, ab 1957 einen eigenen politischen Akzen und  propagierten u. a. den Ostermarsch.  Eine außerordentliche Bedeutung für die eigenständige Entwicklung des SDS hatte nach Meinung der beiden Autoren vor allem Jürgen Seifert, der spätere prominente Professor für Verfassungsrecht. In Berlin entstand aus der Bewegung gegen die Atomwaffen der einflussreiche „Argument“-Verlag um W F. Haug. Sein wichtigster Mitarbeiter der ersten Stunde war Dieter Rave, der zuvor  einer evangelischen Jungenschaft in Heidelberg angehörte. Ekkehard Krippendorf und Urs Müller-Plantenberg waren vor ihrer Aktivität im Republikanischen Club Berlin bzw. im SDS nacheinander Bundesführer im „Wandervogel Deutscher Bund“. SDS-Vorsitzender in München um 1960 war Manfred Vosz, der aus der Deutschen Freischar kam. Er beteiligte sich später an der Gründung der Kulturzeitschrift „Kürbiskern“ und wurde Professor für Film und Fernsehen an der Kunsthochschule Kassel. Wer in der dickleibigen SOS-Geschichte nach Namen forscht, wird auf eine Fülle von weiteren Personen aus der Jugendbundszene stoßen.

Ergänzend lässt sich auf eine Fülle von Personen verweisen, die nicht namentlich erwähnt werden, jedoch ebenfalls  aus den freien Bünden kamen und  in der 68er-Bewegung aktiv wurden..  Zu nennen  ist   Hansmartin Kuhn, aus der dj.e.v.  Mannheim-Heidelberg, der für die Einladung  von Herbert Marcuse aus den USA zum Vietnam-Kongress  des SDS 1966  zuständig war.  Er war in seinen späteren Jahren aktives Mitglied der ABW Burg Waldeck und des  „Zugvogel“.  Hartmut Zinser, später Prof. für Religionswissenschaft, war in der 68er Zeit in Berlin im SDS  aktiv und sprach einmal vom fließenden Übergang von der Jungenschaft zum SDS in der damaligen Zeit.

Erdmann Linde, der 1969 im Wahlkontor von Günther Grass als Geschäftsführer tätig war,  kam,  wie sein Bruder Carsten, der 1968 verantwortlicher Organisator des Waldeck-Song-Festivals war,   aus dem dj.1.11-Hortenring. Im Umkreis des Waldeck-Festivals sammelte sich ein respektabler Kreis linker Intelligenz, der Wandervogel- und tusksche Jungenschaftstradition zu neuer kreativer Aktivität verband. Ihr führender Kopf war der spätere Professor für Kunstpädagogik Diethart Kerbs aus Berlin, der mit seiner originellen Theorie einer hedonistischen Linken 1971 die verhärteten Fronten zu versöhnen versuchte.

Es würde zu weit führen, hier alle Namen und Verdienste der „Bündischen“ im SDS und der 68er-Bewegung aufzulisten. Der Leser kann somit selbst noch fündig werden. Sicher ist jedoch, dass die „Bündischen“ am SDS und an der 68er-Bewegung einen größeren Anteil hatten, als bislang bekannt ist. Die bündische Szene könnte die vorliegende Untersuchung deshalb zum Anlass nehmen, ihr Geschichtsbild zu überprüfen und sich mit der historischen Dialektik anzufreunden, die den 1968 erlittenen Verlust inzwischen in einen Gewinn verwandelt und zu einer gründlichen Modernisierung verholfen hat, man denke nur an die gleichberechtigte Einbeziehung von Mädchen und Frauen in die bündische Welt als positivste Veränderung.

Marvara – High on Life - GO Danish GO2121. mc

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Marvara – High on Life - GO Danish GO2121

Großartige Musik! Dieses Album ist pure Energie! Ganz still beginnt der erste Titel „Underground Schottisch“, um sich dann mit vollem Instrumentarium zu entfalten. Doch wenn es nur das wäre: Marieke Van Ransbeeck (B, flämische und schwedische Bagpipes, Musette) und ihre MitmusikerInnen Villads Hoffmann(DK, Cittern, Gitarre, Violine), Frederik Mensink (DK, double bass), Mårtin Hillbom (S, Percussion) und Hilke Baueraerts (BE, Diatonisches Akkordeon), Alle: Vocals, entfalten ein regelrechtes Feuerwerk von Melodien, alle aus der Feder von Marieke Van Ransbeeck. Ganz sanfte Töne sind da zu hören, besonders aber Musik gewordene Lebensfreude, Ausgelassenheit, fast schon Übermut. Man hört regelrecht, dass sich Marieke in der Folkparty-Szene gut aufgehoben fühlt. Sonderhøninger klingen da durch, Walzer von Fanø, Schwedisch klingende Polskas, eine regelrechte „Polka Battle“, alle wundervoll tanzbar. Und ganz zum Schluss, quasi zum Herunterkommen, eine „hyggeliger“ „Slow Tune“. Das alles mit großer Perfektion und musikalischem Können eingespielt. Ein perfektes Album. Und wieder eine großartige Produktion vom GoDanish-Label.www.marvaramusic.com (MC)

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HANS SCHOLL Noch nie in meinem Leben war ich so Patriot. spurbuchverlag. hedo

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HANS SCHOLL

Noch nie in meinem Leben war ich so Patriot

Fritz Schmidt / Jürgen Reulecke

Schriftenreihe des Mindener Kreises Nr. 24

Spurbuchverlag.de

Hans Scholl im Umfeld von dj.1.11 und sein verschlungener Weg zum Widerstand.

Es ist viel über Hans Scholl geschrieben worden. Es ist aber immer noch unklar gewesen, wann, wieso und durch welche Impulse sich Hans Scholl zum Widerstand entschloss.

Fritz Schmidt beschäftigt sich seit 30 Jahren mit dem Thema. Er konnte mit Inger Aicher-Scholl, Autorin des Buches „Die weiße Rose“ vor 80 Jahren und mit Max von Neubeck sprechen, die beide eine Rolle in Hans Scholls Leben spielten. Jürgen Reulecke schrieb das Geleitwort zu „Die weiße Rose“ und mit mit Blick auf sie bis heute.   

Die meisten Veröffentlichungen über die Weiße Rose betrachten die Widerstandszeit von Sophie und Hans Scholl, ohne auf die Vorgeschichte einzugehen. So blieben Enttäuschungen, Irrungen und Suchen im Dunkeln. Fritz Schmidt geht auf die Entwicklung ein und versucht die Entwicklung des Widerstands zu deuten.

Hans Scholl war HJ-Führer und gründete nebenbei eine Horte als autonomen Freiraum, um das Feuer weiter zu tragen. „Flamme sein“ war sein jugendbewegtes Motto, das ihn trug und zum Widerstand brachte, für Mitmenschlichkeit, für Wahrhaftigkeit, für Jugendbewegung, für Freiheit und für Vaterland.

Er hatte Kontakt zu einer Reihe von bündisch-treuen Denkern, die trotz Naziherrschaft sich einen Teil ihrer Wahrhaftigkeit und ihrer Träume bewahren wollten.

Öffentlichkeit und Medien waren einseitig vom Gedanken beherrscht, dass fremde Mächte Deutschland in die Enge, die Ohnmacht, die Kapitalabhängigkeit treiben wollten.

Mit dieser Sicht rüsteten die Nazis auf und stülpten ihre martialisch-mörderische Denke zu einer gemeinschaftlichen Sicht über Deutschland und seine Bürger. Wer sich dagegen auflehnte, wurde verurteilt oder gar ermordet.

Solche Art unpersönlicher Gemeinschaft und Gefolgschaft führte zu Verbrechen, wie in der Geschichte häufig beobachtet werden kann, wie zum Beispiel bei den Nazis, bei Stalin und jetzt bei der Katholischen Kirche.

Vielen der Bündischen erschien gegen die Verblendung durch die Nazis damals der Sozialismus Russlands die einzige Alternative zu sein. Zwischen diesen Fronten erhoffte sich Hans Scholl einen dritten patriotischen Weg.

tusks war ein mit vielen Talenten begnadeter Impulsgeber, Vorreiter, Führer und Künstler. Sein wirrer, ehrgeiziger Weg zwischen den Fronten der Gesellschaft jedoch und sein Buch „Heldenfibel“ überlagerten tusks großartige „Impulsverstärker“ von Feuer, Horte, Fahrt, Kreis, Zen, Bund und Jugendbewegung.

Die jungen Widerständler standen nun einerseits zwischen den meinungsdominanten Nazis und den schwankenden Ideen und Äußerungen von tusk und seinen Mitstreitern. Unter diesen Voraussetzungen war es schwer, sich persönlich Ziele zu setzen, zu studieren, ein öffentliches Amt zu übernehmen, vorwärts zu kommen.

Im Gegensatz zum Widerstand aus der Wehrmacht, in dem auch Bündische mitwirkten, gehörten die Studenten zu den „ehrlichen Wehrlosen“, die den Verbrechen der Nazis nicht weiter nur zuschauen konnten.

Wer in hinter den Problemen die Konflikte der Widerständler der Weißen Rose zu erkennen versucht, der hat mit diesem Heft viel an Material, das Einblick verschafft und den Entscheidungen nahekommt, für die Hans Scholl sein Leben opferte.  Hh

WOLFGANG HEMPEL ZUM 90. GEBURTSTAG spurbuchverlag. hedo

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WOLFGANG HEMPEL

zum 90.ten Geburtstag

Die Jugendbewegung in Minden in Westfalen von 1909 bis 1962

Nr. 23 Schriftenreihe des Mindener Kreises

Spurbuchverlag.de

Die Gestaltung ist von Fritz Schmidt

Die Artikel sind außer von Wolfgang Hempel selbst von Petra Weckel, Gerhard Zabel, Juiius H. Schoeps, Helmut Knüppel, Jürgen Jekewitz, Hartmut Alphei, Gero von Schönfeldt,

mit Nachrufen zu Rainer-Horst Mahlke, Prof Romin Koebel

Mit Themen: Mindens Wandervogel- und Jungenschafts-Geschichte, Ender der Jungenschaft in Minden, Fraenger und seine Freunde, Das System Hempel, Jungenhorst Essen, stefan george, Hans Bohnenkamp, Erbe der Jugendbewegung, Interview mit Hans Kuhn,

Das Heft umspannt eine breite Spanne. An der Autorenzahl und an den Themen ist das zu sehen

Wer der Geschichte der Jugendbewegung verbunden ist, wird viele Anregungen finden, die berühren – Impulse, die auch für heutige Jugend wichtig sein könnten. Besonders sind die Beziehungen untereinander. Wer solche Beziehungen aufbaut und zu nutzen weiß, wird viele Vorteile haben und direkt oder indirekt Unterstützung bekommen.   hedo   

68er Tilman P. Fichter/ Siegward Lönnendonker. „Genossen! Wir haben Fehler gemacht“. Schüren-Verlag. zeko

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Tilman P. Fichter/ Siegward Lönnendonker, „Genossen! Wir haben Fehler gemacht“

Der Deutsche Sozialistische Studentenbund 1946 -1970: Der Motor der 68er Revolte. Schüren-Verlag, Marburg 2021.  Preis: 34.- Euro

Das dickleibige Buch enthält die These, dass ehemalige Mitglieder der Bündischen Jugend am SDS und an der 68er-Bewegung einen weit größeren  Anteil hatten, als bislang bekannt ist. Belegt wird sie mit dem Hinweis auf die Vielzahl von Personen, die mit bündisch-jungenschaftlicher  Vergangenheit im SDS aktiv waren.

Für sie bestand die Attraktivität des SDS gerade in der Unabhängigkeit von der SPD. Durch ihre Jugendbunderfahrung waren sie mit der Autonomie eines Bundes vertraut und begrüßten die Unabhängigkeit, die durch die Trennung von der SPD gewonnen worden war.

Eine wichtige Rolle spielte insbesondere Jürgen Seifert,  Abendroth-Schüler und Mitherausgeber der „pläne“-Zeitschrift, der selbst als Schüler aktives  Mitglied einer Jungenschaft in der dj.1.11-Tradition gewesen war und seine Jungenschaftsvergangenheit nicht verleugnete.

Seifert war Wortführer der „undogmatischen Mittelgruppe“ des  SDS, die entscheidenden Einfluss  auf seinen unabhängigen,  linkssozialistischen Kurs nach der Trennung von der SPD hatte.  

SDS und 68er Bewegung sind inzwischen Geschichte. 

#Die Bündische Jugend hat sich von dem Aderlass der 60er Jahre längst wieder erholt und durch den Zustrom von weiblichen Mitgliedern sowohl an Zahl wie an Qualität gewonnen.

Es könnte an der Zeit sein, das negative Bild der 68er Zeit zu  korrigieren, das noch immer bei ihr verbreitet ist. Die vorliegende  Studie lädt dazu ein.

Eckard Holler (zeko), Kastellaun

Viele andere Bündische und 68er, so auch wir,  haben uns seinerzeit nicht dem SSB zugewandt, trotz seiner damaligen radikaleren Attraktivität, sondern blieben pragmatisch etwas länger in der SPD, haben. dann aber erst die BUNTEN und dann die GRÜNEN mit gegründet und sind heute noch mit jung und alt dabei für Frieden und nicht nur gegen Atomkraftwerke und Massenvernichtungsmittel u.a. in Hamburg gekämpft, Jugend- und Stadtteilklubs gegründet und 20 Jahre lang geführt. Bekannt wurde dieses ursprünglich nur bündische Engagement unter der Bezeichnung "NaturKultur" für Freiheit, Mitmenschlichkeit, Völker und Frieden. Darüber ist erst wenig geschrieben worden. hedo holland (hedo) Greven-Lüttenmark (MV)

HANS SCHOLL. Noch nie in meinem Leben war ich so Patriot. spurbuch. hedo

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HANS_SCHOLLFM_358_-_24.11.21.jpg.  29. 11. 2021 HEDO

HANS SCHOLL

Noch nie in meinem Leben war ich so Patriot

Fritz Schmidt / Jürgen Reulecke

Schriftenreihe des Mindener Kreises Nr. 24

Spurbuchverlag.de

Hans Scholl im Umfeld von dj.1.11 und sein verschlungener Weg zum Widerstand.

Es ist viel über Hans Scholl geschrieben worden. Es ist aber immer noch unklar gewesen, wann, wieso und durch welche Impulse sich Hans Scholl zum Widerstand entschloss.

Fritz Schmidt beschäftigt sich seit 30 Jahren mit dem Thema. Er kontne mit Inger Aicher-Scholl, Autorin des Buches „Die weiße Rose“ vor 80 Jahren und mit Max von Neubeck sprechen, die beide eine Rolle in Hans Scholls Leben spielten. Jürgen Reulecke schrieb das Geleitwort zu „Die weiße Rose“ und mit mit Blick auf sie bis heute.   

Die meisten Veröffentlichungen über die Weiße Rose betrachten die Widerstandszeit von Sophie und Hans Scholl, ohne auf die Vorgeschichte einzugehen. So blieben Enttäuschungen, Irrungen und Suchen im Dunkeln. Fritz Schmidt geht auf die Entwicklung ein und versucht die Entwicklung des Widerstands zu deuten.

Hans Scholl war HJ-Führer und gründete nebenbei eine Horte als autonomen Freiraum, um das Feuer weiter zu tragen. „Flamme sein“ war sein jugendbewegtes Motto, das ihn trug und zum Widerstand brachte, für Mitmenschlichkeit, für Wahrhaftigkeit, für Jugendbewegung, für Freiheit und für Vaterland.

Er hatte Kontakt zu einer Reihe von bündisch-treuen Denkern, die trotz Naziherrschaft sich einen Teil ihrer Wahrhaftigkeit und ihrer Träume bewahren wollten.

Öffentlichkeit und Medien waren einseitig vom Gedanken beherrscht, dass fremde Mächte Deutschland in die Enge, die Ohnmacht, die Kapitalabhängigkeit treiben wollten.

Mit dieser Sicht rüsteten die Nazis auf und stülpten ihre martialisch-mörderische Denke zu einer gemeinschaftlichen Sicht über Deutschland und seine Bürger. Wer sich dagegen auflehnte, wurde verurteilt oder gar ermordet.

Solche Art unpersönlicher Gemeinschaft und Gefolgschaft führte zu Verbrechen, wie in der Geschichte häufig beobachtet werden kann, wie zum Beispiel bei den Nazis, bei Stalin und jetzt bei der Katholischen Kirche.

Vielen der Bündischen erschien gegen die Verblendung durch die Nazis damals der Sozialismus Russlands die einzige Alternative zu sein. Zwischen diesen Fronten erhoffte sich Hans Scholl einen dritten patriotischen Weg.

tusks war ein mit vielen Talenten begnadeter Impulsgeber, Vorreiter, Führer und Künstler. Sein wirrer, ehrgeiziger Weg zwischen den Fronten der Gesellschaft jedoch und sein Buch „Heldenfibel“ überlagerten tusks großartige „Impulsverstärker“ von Feuer, Horte, Fahrt, Kreis, Zen, Bund und Jugendbewegung.

Die jungen Widerständler standen nun einerseits zwischen den meinungsdominanten Nazis und den schwankenden Ideen und Äußerungen von tusk und seinen Mitstreitern. Unter diesen Voraussetzungen war es schwer, sich persönlich Ziele zu setzen, zu studieren, ein öffentliches Amt zu übernehmen, vorwärtszukommen.

Im Gegensatz zum Widerstand aus der Wehrmacht, in dem auch Bündische mitwirkten, gehörten die Studenten zu den „ehrlichen Wehrlosen“, die den Verbrechen der Nazis nicht weiter nur zuschauen konnten.

Wer in hinter den Problemen die Konflikte der Widerständler der Weißen Rose zu erkennen versucht, der hat mit diesem Heft viel an Material, das Einblick verschafft und den Entscheidungen nahekommt, für die Hans Scholl sein Leben opferte.  hh

HANNES WADER Poetenweg. stockfisch. hedo

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HANNES WADER

Poetenweg

Geschichten und Lieder an einem Spätsommerabend

Stockfisch-records.de

Wir kennen Hannes Wader. Wohl alle CDs von ihm wurden im FOLKMAGAZIN rezensiert und gelobt. Mit seiner Stimme, seiner Kreativität, seiner Dichtkunst gehört Hannes seit vielen Jahren zur Spitze unserer Folkkünstler. Er ist beliebt, wird gefeiert und ist doch Einzelgänger,

Auf dieser CDs sind neben Volksliedern mehrere seiner beliebtesten Lieder dabei: Gut wieder hier zu sein, Wahre Freundschaft, Brüder, zur Sonne und Freiheit, Drei Zigeuner, Schwestern, Brüder, Heute hier, morgen dort.

Außerdem: Krebsgang, Alle Hügel und Täler, Der Zimmermann, Damals. Und auch das bündische Lied von Werner Helwig „Und am Abend ziehen Gaukler“ ist dabei.

Hannes hat in langen Jahren seit Burg Waldeck immer viel Verwandtschaft mit seinen Liedern und Themen zu den Bünden gezeigt. Es gibt viele wunderschöne Lieder aus den Bünden, denen er sich widmen könnte. Nicht nur Lieder von Werner Helwig, auch einige von mac, pitter, turi, helm stehen ihm gut zu Gesicht.     hedo

LYDIE AUVRAY. Air de Décembre. westpark

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LYDIE AUVRAY

Air de Décembre - Wintermelodie

Westpark Music

 Diese Winter-CD der großen Akkordeon- und Musette-Meisterin ist ein Erlebnis. Mit ihrer Band entschloss sie sich, jetzt in düsteren Pandemiezeiten zu winterlichen Musiken. Teils etwas melancholisch, teils fröhlich, immer freudebringend.

Themen 13 Stücke sind: Sibirien-Expres, Schlittenfaht, A la Clairefontaine, Valse d`hiver, Blumen im Sturm, Wintr Solstice, aber auch Scarborough Fair, Satisfaction und andere.

Lydie hat ihre Freunde Eckes Malz, Markus Tiedemann und Jörg Fuhrländer dabei, die großartige Musikanten sind. So entstand dieses Album mit leisen und lauten, mit fröhlichen und winterlich ruhigeren Melodien, das den Winter verschönt und erträglicher macht.

TROUBADOURS Martin WEinsor + Jeannie Steel. mosaik. hh

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Martin Winsor + Jeannie Steel.    2 CDs = 1 live, 1 Studio

mosaik-promotion.de

Wenn Du Folkie bist, dann gibt es nur eins: Diese CD zu holen, denn sie ist „folkissimo!“ Es ist viele Jahre her, dass ich eine so tolle CD gehört habe.

Auf der Live-CD singen die beiden, oft á capella, teils sparsam von einer Gitarre begleitet. Lieder zum Dahinschmelzen. Lieder mit Lachen und Traurigkeit. Lieder fürs Folkieherz, für die Martin Winsor und Jeannie Steel mit ihrem Folkomnibus Jahre unterwegs waren.

Die Songs wurden 1972 aufgenommen, teils mit  Drei Mitgliedern der Band GURNEMANZ im berühmten TROUBADOUR         in der Old Brompton Toad in London. Zumeist wurden die Aufnahmen durch Umstrukturierung von SONGBIRD / EMI nicht bis heute veröffentlicht. John Cremer bewahrte die Bänder, so dass sie nun nach Meister-Remastering durch Thomas Ölscher endlich auf die CD kommen konnten. Wie ein Wunder nach fast 50 Jahren. Tolles Publikum!

 Die Lieder sind traditionell, von Alex Campbell, Peter Nalder, Brownie McGhee, Joseph B. Geoghegan, Alex Glasgow, Tom Paxton und der Memphis Jug Band.

Wenn Du auftreten willst, dann ist die CD eine Orientierung für sagenhaften á capella – Gesang im Duett. Da kannst Du üben, Dich dran messen und vor dem Publikum bewähren. Auch das sparsame, klare, überzeugende Entertainment ist beispielhaft. hh

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Dornröschen. Jumbo. hh

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Dornröschen

Ballett von Peter Iljitsch Tschaikowski, präsentiert von Marko Simsa

Jumboverlag.de

Das Märchen, das die Brüder Grimm aufschrieben, kennt Lande. Die Oper von Peter Tschaikowsky ist nicht so vielen bekannt. Marko Simsa erklärt die schönen Musikpassagen, so dass das großartige Ballett musikalisch zu einem Erlebnis wird. Das Märchen-Ballett kann interessierte Kinder der Musik näherbringen. Schon wie die Musik den Auszug der bösen Fee mit ihren Ratten darstellt, ist spannend und überraschend.

Es war, als hätt' der Himmel die Erde still geküsst - BUCH Gedichte + Lieder. Goya

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ES WAR, ALS HÄTT‘ DER HIMMEL DIE ERDE STILL GEKÜSST.  Ulrich Maske und Franziska Harvey

Gedichte aus fünf Jahrhunderten in denen der Mond erscheint. Goya-Verlag www.jumboverlag.de. Buch 223 Stein + 3 CDs

Wer den Mond liebt, findet hier das Beste an Buch und Hörbuch mit Lesungen und Liedern, was es in deutscher Sprache gibt. Buch und CDs sind liebevoll wunderbar gestaltet. Ein wahrer Hausschatz für Familien, Poesie- und Liederfreunde.

Mit dabei sind Gedichte von Rilke, Droste-Hülshoff, Kaleko, Reiser, Eichendorff, Wolfgang Borchert, Brecht, Maske, Morgenstern, Ringelnacht, Heine, Goethe, Lasker-Schüler,  Strom, Heyn, Trakl, Geibel, Wader, von Arnim, Tucholsky u.a.

Ein Bonbon ist, dass zu vielen Autoren noch jeweils ein Stück Lebensgeschichte dabei ist.

Sprecher/Musikanten sind Schmeckenbecher, Thalbach, Maske, Degenhardt, Reiser,  Friz und viele andere.

Das Buch ist ideal als Buch für Jurtennächte.

CDs - Rezensionen - WV & FM-Mitarbeit - Zusammenarbeit

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WV & FM-Rezensionen werden in einer Reihe von Rubriken veröffentlicht.

Mitarbeiter sind u.a. dauernde Mitarbeiter Viktor Braun, Martin Czech, Gabriele Haefs, Thomas König, Herwig Milde - Axel Röhrborn sowie spontane Mitarbeiter. Interessierte können Mitarbeiter werden und CDs mit Coverfoto einreichen.

Regelmäßig bringen wir zur Zeit Rezensionen von folgenden Verlagen: Galileo, Go Danish, Greywood, Hypertension, Jumbo, MIG, Westpark und viele andere. Sie werden direkt an die obigen Rezensenten zugesandt oder vom Verlag an die Mitarbeiter weiter geschickt.   

Einige Mitarbeiter fordern selbst Tonträger in Abstimmung mit WV & FM bei den Verlagen an. Alle zugesandten CDs, DVDs und Bücher werden meist innerhalb eines Monats rezensiert.

Verlage, die durch Artikel, Konzertberichte etc. WV & FM unterstützen, werden bevorzugt.

Eine neue Biografie über Peter Rohland

Geschrieben von wv am . Veröffentlicht in Rezensionen

Eine neue Biografie über Peter Rohland

Anderen, wie Hanns Dieter Hüsch, Reinhard Mey und Hannes Wader  war es vergönnt, ihre Lebensbeschreibung selbst in die Hand zu nehmen. Peter Rohland – Pitter – hatte diese Chance nicht. Trotzdem bleibt er lebendig.  

Seine trauernden Jugendfreunde, Angehörigen und „Fans“ haben sein Erbe bewahrt.

  • Schon früh sind die meisten der von ihm selbst aufgezeichneten Lieder publiziert worden.
  • Seine Freunde, Bewunderer und die Familie haben Erinnerungen zu Papier gebracht und mit Nachrufen und mehreren Gedenk-Veranstaltungen sein Gedächtnis aufrecht erhalten.
  • Der Pitter-Bewunderer Matthias Vogel hat Pitters umfangreichen schriftlichen Nachlass gesammelt; dieser wurde durch Vermittlung von Wolf Hempel im Archiv des SWF fachmännisch dokumentiert und kann im Deutschen Volksliedarchiv in Freiburg eingesehen werden.
  • Eckard Holler hat das vorliegende Material und persönliche Erinnerungen an Pitter in einer ersten Biografie zusammengefasst; sie ist 2005 unter dem Titel Peter Volksliedsänger zwischen bündischer Jugend und deutschem Folkrevival als Heft 24 der Reihe puls im Verlag der Jugendbewegung erschienen.
  • Seit 2006 nimmt sich die von Klaus Peter Möller und Joachim Michael und anderen Freunden gegründete Peter Rohland Stiftung zur Förderung des Liedes der Pflege des künstlerischen Nachlasses von Pitter an und versucht, in seinem Sinne weiter zu wirken. 2007 wurde dazu eine Wanderausstellung „Peter Rohland Leben und Werk 1933-1966“ (Kuratoren Joachim Michael und Wolfgang Züfle) erstellt, die an verschiedenen beziehungsreichen Orten der interessierten Öffentlichkeit präsentiert wurde.
  • 2014 gab Helmut König (helm) im Auftrag der Stiftung das Liederbuch „pitters lieder“ heraus.

Nun ist eine Monografie erschienen, die Pitters Leben und Werk neu ausleuchtet. Und dies aus der Perspektive eines Weggefährten, der seinerzeit mit Pitter auf der Bühne gestanden hat, der auch heute noch auftritt und die Erinnerung an damals wach hält.

Hanno Botsch – wer, wenn nicht er, könnte uns mehr über die damalige Zeit berichten?
Kennengelernt haben sich Pitter und Hanno in Berlin bei einem Jungenschaftstreffen. Als  Pitter später daran ging, sein Ensemble aufzubauen, begann die gemeinsame Arbeit an Pitters Jiddisch-Programm, bei dem Hanno Botsch die Geige spielte.  

Hanno Botsch erinnert an die Etappen der erfolgreichen gemeinsamen Tournee durch die Republik, an die Vorstellungen auf den Waldeck-Festivals, an Pitters Pläne und Vorhaben und an die weiteren Stationen seines viel zu kurzen Werdegangs als Musiker.

Mit Erinnerungen hat es Hanno Botsch jedoch nicht bewenden lassen. Er zeichnet darüber hinaus ein lebendiges Bild der Persönlichkeit von Peter Rohland.

Während Eckard Holler in seiner Biografie den Fokus auf die Einordnung der Etappen von Pitters Leben und Wirken in ihren zeitgenössischen Kontext richtet, steht im Mittelpunkt von Hanno Botschs Arbeit Pitters eigene Gedanken- und Erlebniswelt. Dazu lässt er ihn in ausführlichen Zitaten selbst zu Wort kommen und wählt dabei eine eher inhaltlich-assoziative als eine streng chronologische Anordnung der Zitate, die ohnehin nicht immer datiert waren.

An diesen Einblicken in den schriftlichen Nachlass kann man erkennen, dass Peter Rohland mit der Feder nicht weniger begabt war als mit der Gitarre. Seine Ausdruckskraft und Sensibilität zeigt sich nicht nur in seiner Musik, sondern auch in seinen Gedichten, in seinen Briefen, Erlebnisberichten und dem Tagebuch, das er schon in früher Jugend geführt hat, um sich selbst Rechenschaft abzulegen über sein Denken, Fühlen und Tun.  (Darin druckreif erzählt und sehr berührend: die Geschichte von einem seiner Lehrer, dem der Krieg das Leben zerstört hatte.)

Beim Lesen ersteht ein vielfarbiges  Bild von dem Menschen Peter Rohland, und man bekommt einen Eindruck davon, dass es nicht allein die schöne Stimme und die Musikalität waren, sondern auch sein geistiger Habitus, der ihn als einen besonderen Künstler auszeichnete.

Gisela Möller-Pantleon

Hanno Botsch: Peter Rohland. Biographie  –  Erinnerungen, Tagebücher, Reflexionen, 96148 Baunach (Spurbuchverlag) März 2021, 159 Seiten, ISBN 978-3-88778-607-6  

Florian Schneider: Schangsongs, www.fl

Geschrieben von wv am . Veröffentlicht in Rezensionen

Florian Schneider ist ein Schweizer Liedermacher, der aber zum Glück fürs norddeutsch geprägte Ohr ein südlich geprägtes Schriftdeutsch singt.

Und wie er singt! Kräftige, klangvolle Stimme (erinnert sich hier noch jemand an Karl Wolfram? Das ist die erste Assoziation beim Hören).

Seine Lieder und sein Vortrag wirken total aus der Zeit gefallen, eine Erinnerung an damals, als Leute wie er Bänkelsänger genannt wurden.

Aber es ist nichts Altmodisches an seinen „Liebesliedern, Balladen, Reiseliedern, Moritaten“ – so der Untertitel der CD. Er schreibt selbst, übersetzt aber auch gern die Sachen berühmter Kollegen, hier z.B. Tom Waits und Robert Burns. Oder „trad“, die dramatische Geschichte von The Lily of the West“ heißt hier „Lili von Waldweid“ (der Man of high degree wird hier zum „fremden Mann“, was der Sache gesellschaftlich gesehen noch einen anderen Anstrich gibt).

Er singt inbrünstig einen Choral, dann wiederum bringt er eine blutrünstige Moritat, die nicht einmal Helmut Qualtinger gruseliger hingekriegt hätte. Kurzum, grandios, und schnell noch ein großes Lob für den Geiger Adam Taubitz.

Florian Schneider: Schangsongs, www.fl

Liv Solveig: Slow Travels, Cargo Records, www.livsolveig.com (GH) Rezi

Geschrieben von wv am . Veröffentlicht in Rezensionen

Liv Solveig ist Norwegerin, sie schreibt und singt auf Englisch, und in der Pressemeldung steht über ihr Debütalbum „Slow Travels“, es sei „eine Ode an den Delay“ und „Atmosphärische Klangbilder mit urbanem Puls“. Das klingt so grauenhaft, dass man sich zusammenreißen muss, um überhaupt reinzuhören, aber um so größer ist die Überraschung: Es ist eine wunderbare CD, und Liv Solveig gehört nicht zu den Leuten, die unbedingt in einer anderen Sprache singen wollen und sich nicht weiter um die Aussprache scheren.

Von Stimme und Stil her erinnert sie an die McGarrigle-Schwestern, und das ist doch schon mal großartig. Sie schreibt ihre Melodien im derzeit angesagten internationalen Liedermacherstil, auch gut (deutlich bei „Start again“). Beim ersten Lied legt sie wildes Tempo vor, feine Melancholie prägt die übrigen, bisweilen sehr kurzen Lieder („One morning in Harlem“ hat nur vier Zeilen).

Eine interessante Bekanntschaft und ein wirklicher Hörgenuss.

Liv Solveig: Slow Travels, Cargo Records, www.livsolveig.com (GH)

Werner Bros. Skiffle in Finnland

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Hankasalmi 

In Hankasalmi, dort, wohn Michael in Finnland auf dem Johannisbeerhof lebt, gibt es in jedem Juli ein eins der größten europäischen Skifflefeste. Dort traten die Werner Brüder zu sechst auf und liefert ein Feuerwerk an Mandolinen-, Rhythmus- und Gitarrenmusik wie es mitreißend fetzt.

Wer im Juli in Finnland dabei sein möchte, der melde sich bei Michael.

CD vom Bardentreffen 2019 von Manni

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Hallo, Ihr lieben Freunde und Freundinnen des Bardensingens! Die neue CD – Bardentreffen 2019 – hat endlich (!) das Licht der Welt erblickt und hofft auf reichlichen Zuspruch, damit die Herstellungskosten wenigstens halbwegs gedeckt werden.

www.spurbuch.de

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